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Lilly Becker + Alessandra Meyer-Wölden "Instinktiv empfanden wir eine große Nähe"

Lilly Becker, Alessandra Meyer-Wölden
© Action Press
Lilly Becker und Alessandra "Sandy" Meyer-Wölden waren Konkurrentinnen im Liebeskarussell um Boris Becker. Heute sind sie engste Freundinnen. Was hat sie zusammengeschweißt?

Turbulente Zeiten liegen hinter Lilly Becker und Alessandra Meyer-Wölden. Zwei Jahre war Boris Becker, heute 52, bereits mit dem holländischen Model Lilly zusammen, als er sie 2007 verließ. Nur wenige Monate später gab er dann die Verlobung mit Sandy, der Tochter seines verstorbenen Managers Axel Meyer-Wölden, bekannt. Die Beziehung hielt 83 Tage, Becker machte Schluss per SMS und heiratete 2009 schließlich doch Lilly. Beide Frauen mieden einander, verständlicherweise – zu viele offene Wunden. Doch das ist lange her.

Boris gehört der Vergangenheit an 

GALA: Sie sind seit rund sieben Jahren beste Freundinnen. Gab es einen Schlüsselmoment, der Sie zusammengeschweißt hat?
Sandy Meyer-Wölden: Was viele nicht wissen: Lilly und ich kannten uns überhaupt nicht, bevor das alles passierte. Wir sind uns nie persönlich begegnet. Irgendwann, lange danach, hat mein damaliger Manager ein Treffen angeregt.
Lilly Becker: Wir sind beide Mütter, Frauen, und Ex-Frauen. Und ja, Boris ist eine Gemeinsamkeit. Sandy war eben meine Vorgängerin, aber das ist Geschichte für uns.

Lilly Becker & Alessandra Meyer-Wölden: Freunde fürs Leben 

Wie haben Sie früher übereinander gedacht?
Lilly: Natürlich war man zu Anfang eifersüchtig aufeinander und hat sich beäugt, das ist doch verständlich, und als wir uns später dann kennenlernten, gab es auch nur zwei Möglichkeiten: Entweder würden wir eine Distanz spüren oder sofort eine Verbindung haben. Das Glück war mit uns. Instinktiv empfanden wir sofort eine große Nähe, die man gar nicht erklären kann. Wir sind Freunde fürs Leben geworden, mit dem größtmöglichen Respekt voreinander.
Sandy: Es war wirklich Liebe auf den ersten Blick, und das nach allem, was wir so durchgemacht haben. Als wir uns ausgesprochen hatten, dachten wir: "Fuck it". Und dann war schnell klar: "Make it or break it!"
Lilly: We made it! (lacht)
Sandy: Ich möchte doch auch Vorbild für meine Kinder sein. Ich will nicht, dass meine Kinder mich irgendwann fragen: "Hey, warum hast du da damals nicht drübergestanden?" Zusammen ist man doch auch bei Gegenwind viel stärker. Man muss für diesen Schritt aber auch bereit sein, ganz zu Anfang waren wir das noch nicht, weil wir noch wirklich jung waren. Du denkst, du weißt schon alles, dabei weiß man noch gar nichts vom Leben.(lacht)

Sie halten ihre Freundschaft privat

Worüber tauschen Sie sich heute aus?
Lilly: Wir reden viel über unsere Kinder. Wir waren ja sogar zur gleichen Zeit schwanger. Mein Sohn Amadeus ist sieben Tage nach Sandys Tochter Nayla geboren, und ihr Geburtstag besteht aus den gleichen Zahlen. Amadeus ist am 10.2.2010 geboren, Nayla am 2.2.2010. Das ist schon verrückt bei uns. Alles gute Energie.

Wie halten Sie Kontakt?
Sandy: Wir leben zwar auf zwei Kontinenten und in unterschiedlichen Zeitzonen, aber wir schreiben und telefonieren viel und freuen uns, wenn sich unsere Terminkalender hier und da überschneiden, so wie heute in Berlin.
Lilly: Ja, und unsere Freundschaft halten wir auch privat. Wir sind keine Instagram-Models, die jeden Augenblick mit der Welt teilen wollen. Unsere Freundschaft gehört uns.

Lilly Becker: " Ich hatte ein Leben, wovon viele Mädchen träumen"

Sie sind beide durch Ihre Beziehungen mit Boris Becker und Oliver Pocher in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Wie denken Sie heute über diese Zeit?
Sandy: Ich bereue nichts. Ich würde heute zwar anders agieren, aber ich würde nichts anders machen, dann wäre auch mein ganzes Leben anders verlaufen. Es ist okay, Fehler zu machen, aber man sollte aus ihnen lernen und sich weiterentwickeln. Heute bin ich fünffache Mutter, da kam das auf ganz natürlichem Wege. Manche Sachen von früher waren wunderschön, andere eben nicht so ideal. Das Leben geht trotzdem weiter. Wichtig ist, Fehler nicht zu wiederholen.

Lilly, vermissen Sie das große Blitzlicht an der Seite von Boris Becker?
Lilly: Nein, es fängt ja schon mal damit an, dass ich gar nicht Lilly heiße. Bevor ich Boris heiratete, war ich komplett Privatperson. Ich war Sharlely. Boris und die Öffentlichkeit haben "Lilly" kreiert – und ich habe das geliebt. Ich wollte das alles ja. Ich hatte ein fabelhaftes Leben, wovon viele Mädchen träumen, es war großartig. Heute bin ich 43, ich lebe in Scheidung und nicht alles ist ein "Juchhu" mit meinem Noch-Ehemann. Aber ich habe eine zweite Chance bekommen, so sehe ich das. Gott hat einen Plan für mich, daran glaube ich. Alles, was passiert ist, ist passiert. Das war definitv nicht nur Spaß. Privatsphäre hat für mich heute eine neue Bedeutung bekommen, auch in Hinblick auf Amadeus. Ich habe dazugelernt. Ich mag Öffentlichkeit und mein privates Leben. Ich bin glücklich, dass ich beides haben kann.
Sandy: Es ist ja auch schwer, sich der Öffentlichkeit zu entziehen, wenn ein Partner seit Jahrzehnten in der Öffentlichkeit steht. Da ist dann immer ein Grundinteresse von außen da. Die Dosierung, was teilt man und was nicht, die lernt man im Lauf der Jahre.

Sandy Meyer-Wölden: "Patchwork ist etwas ganz Normales"

Ihr heutiger Ehemann, ein amerikanischer Unternehmer, mit dem Sie zwei weitere Kinder bekamen, hält sich komplett aus der Öffentlichkeit heraus.
Sandy: Ja, und das respektiere ich. Ich glaube, dass mir der Spagat gelingt.

Wie wuppen Sie Ihr Patchwork-Modell mit fünf Kindern?
Sandy: Ich finde, Patchwork ist heute etwas ganz Normales. Jede dritte Ehe endet mit einer Scheidung, auch wenn man sie mit dem "Das ist für immer"- Gedanken antritt. Heute wird man nicht mehr komisch angeguckt, wenn wie bei uns plötzlich 12 oder 13 Leute um den Tisch herum sitzen.

Frauen sind für die Beziehungskonstruktion verantwortlich

Und mit Amira, der neuen Ehefrau Ihres Ex-Mannes Oliver Pocher, verstehen Sie sich auch gut?
Sandy: Amira ist eine ganz tolle Frau. Es ist sicher nicht einfach für sie gewesen, in so eine extrem komplizierte Situation mit Ex-Partnerin und drei Kindern hineinzukommen. Aber sie hat das super gemacht, sogar besser, als ich das damals gemacht habe. Hut ab! Und wir wissen doch, dass wir Frauen das letzten Endes in der Hand haben, wie sich eine neue Beziehungskonstruktion entwickelt.

Lilly, wie war das damals bei Boris und seinen Kindern?
Lilly: Ich habe mich wunderbar mit Noah und Elias verstanden, wir wurden Freunde. Aber es ist verständlich, dass sich das verändert, wenn du plötzlich die Ex-Partnerin des Vaters bist. Sieh dich nie in Konkurrenz zu den Kindern deines Partners oder vergleiche dich mit ihnen, das ist der größte Fehler, den du machen kannst!
Sandy: Am Ende hängt eh alles von uns Frauen ab, wie du ein Familienmodell managst, weil wir Frauen grundsätzlich cooler sind in solchen Dingen.

Sie feiern Weihnachten mit ihren Familien

Wie werden Sie Weihnachten feiern?
Lilly
: Mit der ganzen Familie, mehr kann ich da jetzt nicht sagen.
Sandy: Mit meiner Familie natürlich.

Lilly ist offen für eine neue Liebe 

Lilly, würden Sie sich gerne wieder verlieben?
Lilly: Ja, ich würde mich gerne wieder verlieben, das wäre toll, wenn das noch einmal passieren würde, ich bin da offen. Ich finde, jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient.

Und wie geht es Amadeus?
Lilly: Es geht ihm gut, er ist mein Engel.

Gala

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