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Lilli Hollunder "In was für eine Welt setze ich mein Kind?"

Lilli Hollunder und René Adler
Lilli Hollunder und René Adler
© Getty Images
Lilli Hollunder erwartet ihr erstes Kind. Ob ihr Mann René Adler mit in den Kreißsaal darf, ist nur eine von vielen Fragen, mit denen sich die Schauspielerin gerade beschäftigt. 

Sie hört sich fröhlich an am Telefon und hat auch allen Grund dazu. Lilli Hollunder, 33, erwartet Anfang Mai ihr erstes Baby. Das Kinderzimmer in ihrer Hamburger Villa ist fertig, nur ein bisschen Deko könnte die Schauspielerin und Bloggerin noch gebrauchen. Doch das muss warten. Lilli und ihr Ehemann, Ex-Fußballprofi René Adler, 35, gehen nur noch zum Supermarkt, in die Apotheke und natürlich Gassi mit den beiden Hunden. Bloß nicht mit Corona anstecken, lautet ihre gemeinsame Devise. Obwohl Ärzte weder für Schwangere noch für Babys ein erhöhtes Risiko beobachten, geht das Ehepaar auf Nummer sicher. Beide können im Homeoffice arbeiten. Lilli schwankt dabei zwischen Glücksgefühlen und Melancholie, wie sie GALA erzählt.

Lilli Hollunder im Interview mit GALA

GALA: Wie geht es Ihnen?

Lilli Hollunder: Es ist alles in Ordnung. Ich sitze viel im Büro, schreibe an meinem Buch und nehme weiterhin meinen Podcast "Mea Culpa" auf. René ist die ganze Zeit zu Hause - was mal schön ist und auch mal nervig. (lacht)

Worüber machen Sie sich Gedanken?

Es ist so ungewohnt, dass man es nicht in der Hand hat, was man tut und was nicht. Mich macht die Frage nervös, wie lange das noch so geht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass nach Ostern alle Menschen wieder rauskönnen.

Was hatten Sie für diese Wochen geplant?

Ich wäre nach Berlin und München gefahren, aber das ist natürlich alles abgesagt. Meine Schwägerin ist auch schwanger, nur sechs Tage hinter mir, und sie wohnt hier um die Ecke. Sie ist jetzt im Mutterschutz, und wir wollten zusammen was unternehmen und einfach abhängen. Zum Glück haben wir ein kleines Fitnessstudio im Keller. Mir ist total wichtig, fit zu bleiben. Den Tipp habe ich so oft bekommen: Halt dich fit, du brauchst die Kondition für die Geburt.

"Dramatisch wäre es, wenn er nicht in den Kreißsaal darf"

Wie geht René mit der Situation um?

Er ist enttäuscht, dass er nicht mehr mit zur Frauenärztin darf. Aber ich habe ihn beruhigt, dass das Kind schon so groß ist und er nichts verpasst. Dramatisch wäre es, wenn er nicht in den Kreißsaal darf. Nicht nur aus egoistischen Motiven von meiner Seite her, sondern weil er bei der Geburt seines ersten Kindes dabei sein will. Wir möchten den Weg gemeinsam gehen. Der Mann wird heute ja auch viel mehr eingespannt in die Kindererziehung. René wird die Windeln wechseln, wenn ich im Wochenbett liege. Und sich auch sonst viel kümmern. Es ist für das Baby so schön und wichtig, auf dem Brustkorb des Vaters zu liegen.

Und wenn es nicht klappt?

Ich bin die Letzte, die kein Verständnis für Bedenken des Krankenhauses hat. Ich bin dankbar, solange noch natürliche Geburten angeboten werden. Jeder muss Kompromisse machen. Aber auf emotionaler Ebene hätte ich da echte Probleme. Ich bereite mich mit einem Podcast auf die Geburt und alle Eventualitäten vor, damit ich gelassener reagieren kann. Und ich weiß auch, ich würde das alleine schaffen.

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Denken Sie über eine Hausgeburt nach oder über eine ambulante Entbindung?

Dafür bin ich als Arzttochter nicht der Typ. Ich will dort sein, wo gute Kinderärzte sind, wo es eine Intensivstation gibt. Für eine Hausgeburt wäre es jetzt eh zu spät, die Hebammen werden überrannt. Eine ambulante Entbindung könnte ich mir vorstellen, wenn wirklich alles in Ordnung ist und wir uns gut fühlen. Aber ich hätte auch nichts dagegen, mich zwei Tage einfach mal verwöhnen zu lassen.

"In so einer Zeit keine Sinnkrise zu bekommen, ist schon eine Herausforderung"

Sind Sie denn sehr vorsichtig im Moment?

Wir halten uns absolut isoliert und wollen nichts riskieren. Derzeit ist es ja noch so, dass der Vater mit in den Kreißsaal darf, wenn er symptomfrei ist. So soll es auch bleiben, und ich möchte mir auch nichts einfangen. In so einer Zeit keine Sinnkrise zu bekommen, ist schon eine Herausforderung.

Was macht Ihnen zu schaffen?

Erst die Buschbrände im Regenwald, jetzt die Pandemie, als Nächstes landen wahrscheinlich Aliens. In was für eine Welt setze ich mein Kind? Was tue ich dem Baby an? Das sind Fragen, die ich mir häufig stelle.

René Adler und Lilli Hollunder

Und wie kommen Sie aus der Krise wieder raus?

Die habe ich ein paar Tage ordentlich, dann geht’s wieder, und ich habe wahnsinnig viel Energie und bin kreativ. Das Schreiben hilft mir, und ich bin ein selbstironischer Mensch, kann über mich lachen. Außerdem erdet mich die Natur. Wenn man im Wald steht - fernab der Hektik - und wieder weiß, worum es geht, ist das sinnstiftend. Diese Naturverbundenheit will ich meinem Kind mitgeben.

Haben Sie die Babyausstattung schon zusammen?

Da habe ich mich früh drum gekümmert, war schon alles bestellt und gelagert. Und als hätte ich einen Instinkt, haben wir eine Woche, bevor die Geschäfte schließen mussten, alles abgeholt. Viel Kleidung habe ich auch von meiner Schwester bekommen.

Verwandten können das Baby nicht sehen 

Die darf das Baby dann erst einmal nicht besuchen, oder?

Nein, alle Verwandten nicht. Babys sind zwar keine Risikogruppe, aber man weiß das alles ja noch nicht so ganz. Ich habe eine sehr verständnisvolle Schwiegermutter und eine ebenso verständnisvolle Mutter. Ich denke, wir werden eine Weile warten. Es gibt ja Facetime und Skype.

Worauf freuen Sie sich, wenn sich die Situation entspannt hat?

Da habe ich eine ganz konkrete Vorstellung. Mit meinem Baby im Café sitzen, die Sonne scheint, ich trinke Hafer-Cappuccino und gucke Leute. Ganz banal. Das echte Leben. 

Gala


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