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Lewis Hamilton "Musik entspannt mich total"

Lewis Hamilton
Lewis Hamilton
© Getty Images
Privat lässt es Lewis Hamilton lieber langsam angehen. Im GALA-Interview verrät der britische Formel-1-Pilot, wie viel ihn Musik bedeutet und welcher Tod ihn sehr traurig gemacht hat.

Die erste Frage dieses Gesprächs stellt Lewis Hamilton, 35, selbst: "Sind das hinter Ihnen alte Schallplatten?", möchte der sechsfache Formel-1-Weltmeister sofort wissen, als er via Kamera ins Wohnzimmer der GALA-Redakteurin blickt. Sind es. "Cool", findet Hamilton und erzählt, dass auch er gerade überlegt, wie er seine große Vinyl-Sammlung am besten unterbringen kann.

Lewis lebt in Monaco, das Interview gibt er aber aus Immendingen am Bodensee. Dort dreht der Rennfahrer an diesem Tag einen Film anlässlich der Weltpremiere der neuen Mercedes S-Klasse. Kurz vor dem Gespräch hat er das Auto erstmals begutachtet.

Lewis Hamilton im GALA-Interview: "Ich liebe es, Songs zu schreiben"

GALA: Sitzt es sich in der neuen S-Klasse bequemer als in Ihrem Rennwagen?
Lewis Hamilton: Überraschenderweise nicht. (lacht)

Ach, wie kann das denn sein?
Der Sitz meines Rennwagens ist genau meinem Körper angepasst, deshalb fühlt es sich angenehm an. Aber natürlich ist die neue S-Klasse auch sehr komfortabel! Es ist ein wunderschönes Auto, klassisch, zugleich sehr avantgardistisch. Einen Rennwagen zu fahren, ist körperlich sehr anstrengend. Die S-Klasse zu fahren fühlt sich wie schweben an.

Sind Sie privat auch gern schnell unterwegs?
Abseits der Rennstrecke fahre ich lieber langsam. Ich genieße die Fahrt, höre Musik. Ich beeile mich nicht gern. Im Leben hat ohnehin schon alles ein hohes Tempo. Als ich noch jünger war, brauchte ich die Geschwindigkeit, auch, weil ich immer spät dran war. Heute bin ich ruhiger, lebe mehr im Jetzt. Die Zeit soll möglichst nicht so schnell rumgehen. Vielleicht sehe ich das so, weil ich älter werde. (lacht)

Beruflich geben Sie immer Vollgas. Wie kommen Sie im Alltag wieder runter?
Indem ich mit meinem Hund Gassi gehe. Roscoe ist eine Englische Bulldogge, also nicht einer der schnellsten Hunde. Also muss man sehr geduldig sein. Mit meiner Familie zusammen zu sein, tut mir auch gut. Ich verbringe sehr gern Zeit mit meiner Nichte und meinem Neffen, sie sind vier und fünf. Und meine Musik entspannt mich auch total. Ich nehme mir die Gitarre oder setze mich ans Klavier und schreibe Songs.

Werden wir Ihre Werke auch mal hören?
Musik ist etwas sehr Persönliches für mich.

Ich liebe es, Songs zu schreiben und aufzunehmen, ich mache das seit meiner Kindheit. Ich habe so viele Lieder geschrieben, aber wer weiß, wo sie letztendlich landen.

"Meine Mutter ist meine beste Freundin"

Ihr musikalisches Vorbild?
Prince, Marvin Gaye, Aretha Franklin, Bob Marley und James Brown. Sie alle inspirieren mich. Früher habe ich ihre Musik mit meinem Vater gehört.

Und Ihre Mutter, wie hat sie Sie geprägt?
Meine Mutter ist meine beste Freundin. Sie war immer eine sehr große Unterstützung für mich. Sie ist so lieb und herzlich. Auch durch meine Mutter bin ich heute da, wo ich bin. Ich werde ihr für immer dankbar sein.

Sie sind sehr erfolgreich. Auf Ihrem Rücken haben Sie die Worte "Still I Rise“ tätowiert - ("Und immer noch wachse ich"). Wohin soll es denn eigentlich noch gehen?
Ich setze mir kein Limit. Ich sage nie: bis hier und nicht weiter. Wahrscheinlich wird es irgendwann in meiner Karriere als Rennfahrer einen Punkt geben, an dem es nicht weiter geht. Aber noch habe ich dieses Feuer in mir, diesen Antrieb. Ich liebe es, mich bei jedem Rennen einer neuen Herausforderung zu stellen.

Was ist mit Ihren privaten Zielen? Wie, glauben Sie, wird Ihr Leben in etwa zehn Jahren aussehen?
Schon als ich klein war, habe ich New York geliebt. Als Kind habe ich oft Filme gesehen, die dort spielten, und ich war fasziniert von dieser Stadt mit ihren ganzen Hochhäusern. Zu meinem 17. Geburtstag hatte meine Mutter dann Geld für mich gespart und mir einen Trip nach New York geschenkt. Es war einfach nur toll, und ich entschied: Irgendwann will ich hier leben. Also werde ich vielleicht später dort wohnen.

"Die Woche vor ihrem Tod war die beste überhaupt."

Würde Ihnen Ihre Heimat England nicht fehlen?
England wird immer mein Zuhause sein, weil ich dort geboren bin, und weil meine Familie dort lebt. Aber eines Tages möchte ich in einem der typischen New Yorker Townhouses wohnen, in einer dieser coolen Straßen - und hoffentlich mit einer Familie. Zurzeit teilen Sie Tisch und Bett mit Ihrem Hund. Stimmt. Aber in zehn Jahren wird Roscoe wohl nicht mehr da sein, Bulldoggen leben nicht so lang, und er ist schon sieben. Aber Tiere werden immer Teil meines Lebens sein.

Sie hatten noch einen anderen Hund, Coco.
Leider ist sie kürzlich gestorben. Das war sehr traurig. Die Woche vor ihrem Tod war die beste überhaupt.

Gala

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