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Leslie Carter Aus der Mitte gerissen

Leslie Carter
Leslie Carter
© Action Press
Sie wollte so berühmt werden wie ihre Brüder, Backstreet Boys Nick und Aaron: Jetzt starb Leslie Carter im Alter von 25 Jahren an einer Überdosis

Kurz zuvor hatte sich Backsteet Boy Nick Carter,

32, auf Twitter noch über seine neue Frisur amüsiert - dann erreichte ihn die Nachricht vom Tod seiner jüngeren Schwester. Leslie starb vergangene Woche im Alter von 25 Jahren, unerwartet, wie es heißt. Ihre Geschwister sind geschockt, wollen es nicht glauben. "Zerbrochen.Verzweifelt. Schmerz.Verwirrung. Höllenqualen. Wut. Verloren. Himmel. Schwester", dieser Twitter-Eintrag von Aaron Carter, 24, spiegelt die Hilflosigkeit wider. Wie konnte das passieren? Leslie Carter war seit drei Jahren verheiratet, erst zehn Monate vor ihrem Tod brachte sie Tochter Alyssa zur Welt. Doch glücklich war die Schwester der Ex-Teenie-Stars Aaron und Nick nicht. Es heißt, die junge Frau sei schwer tablettenabhängig gewesen. Erst vor Kurzem war sie von Toronto nach New York gezogen, um ihre Depressionen mit Hilfe ihrer Familie in den Griff zu bekommen. An ihrem Todestag war Leslie nur für eine Stunde allein, als die Angehörigen zurückkamen, war sie bereits bewusstlos. Es wird vermutet, dass sie an einer Überdosis Medikamenten gestorben ist. An Drogen, die ihre innere Leere betäuben sollten.

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Seit ihrem vierten Lebensjahr kämpfte Leslie dafür, wie ihre Brüder Nick und Aaron im Musikbusiness Erfolg zu haben. Dabei ging es ihr vor allem um die Anerkennung der Eltern. Die Ehe von Robert und Jane Carter war geprägt von starken Auseinandersetzungen. Aufmerksamkeit und Lob bekamen nur die Kinder, die Geld nach Hause brachten. Das bekam auch Nick zu spüren. "Ruhm setzt einen unter Druck, besonders, wenn du verantwortlich für deine ganze Familie bist. Finanziell wie emotional", sagte er damals.

Der Weg der Selbstfindung war auch für Aaron und Nick Carter schmerzhaft. Beide waren wegen Alkohol und Drogen mehrfach in Behandlung. Zehn Jahre lang kämpfte Nick gegen seine Dämonen. Als sein Arzt 2008 eine Schwächung des Herzmuskels diagnostizierte, änderte er sein Leben radikal. "Ich wollte nicht sterben, nicht der Junge sein, der seine Sucht nicht in den Griff bekommt und daran zu Grunde geht", reflektierte er kürzlich im Gespräch mit "Gala". Daher habe er sein aktuelles Soloalbum "I’m Taking Off" (dt. "Ich hebe ab") genannt. "Zum ersten Mal weiß ich, wohin ich gehöre. Ich fühle mich stark und bin bereit, aus eigener Kraft abzuheben." Diese Stärke hat seine kleine Schwester leider nicht gehabt. Anna-Lena Koopmann

gala.de


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