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Leni Klum Das sagt ihr Großvater Günther Klum zum Start ihrer Model-Karriere

Leni Klum gibt ihr Model-Debüt bei VOGUE. 
Leni Klum gibt ihr Model-Debüt bei VOGUE. 
© Chris Colls für VOGUE Deutschland
Mit Leni Klum startet die nächste Generation im Hause Klum durch – und das fulminant mit einem Cover-Shooting für die deutsche Ausgabe der "Vogue". Im Gespräch mit GALA verrät Günther Klum, was er vom ersten Engagement seiner Enkelin hält und, worauf es heutzutage im Model-Business ankommt.

Das Modeln ist Leni Klum als Tochter von Heidi Klum quasi in die Wiege gelegt worden. Was man daraus macht, ist allerdings eine andere Sache – und die macht Leni gut! Mit den vielbeachteten und hochgelobten Aufnahmen in der "Vogue" hat sie eine respektable Visitenkarte für eine Zukunft vor der Kamera abgegeben. Nun hat die 16-Jährige Glück, neben Heidi ein weiteres Mitglied in ihrer Familie zu haben, das sich bestens im Mode-Business auskennt: ihren Großvater Günther Klum.

Nach Heidis Entdeckung 1992 kümmerte sich der ehemalige Chemie-Meister maßgeblich – und sehr erfolgreich – um den Auf- und Ausbau der Marke "Heidi Klum". Seit vielen Jahren bietet Günther Klum mit "ONEeins fab Management" auch anderen Models – zum Beispiel jenen der TV-Show "Germany's Next Topmodel" – eine Rundum-Betreuung. Interviews gibt Günther Klum nur selten – für GALA macht er eine seiner Ausnahmen.

Günter Klum im Interview über Leni Klum

GALA: Herr Klum, als ich das "Vogue"-Cover mit Ihrer Enkelin und Ihrer Tochter gesehen habe, habe ich nicht schlecht gestaunt. Lenis Gesicht nach all den Jahren unverdeckt zu sehen, ihr Schritt ins Rampenlicht – was ein Meilenstein im Hause Klum. Was ging in Ihnen vor, als Sie Ihre Enkelin auf dem Titelblatt gesehen haben?

Günther Klum: Für mich war das keine Überraschung, da ich schon seit längerer Zeit weiß, dass Leni Spaß am Modeln hat. Ihr Cover auf der wichtigsten Modezeitschrift der Welt ist sehr gelungen und macht meine Frau und mich stolz.

Leni sagt über sich: “Als Model kann ich alles rauslassen und einfach so sein, wie ich bin.“ Die Öffentlichkeit hat davon bisher nur eine vage Ahnung. Frage an jemanden, der es besser weiß: Was zeichnet Leni aus?

Ich bin natürlich voreingenommen. Für ihr Alter weiß Leni schon sehr genau, was sie möchte. Ich bin mir ganz sicher, sie wird ihren eigenen Weg gehen, auch wenn ich nicht ausschließen möchte, dass er noch in eine ganz andere Richtung gehen könnte.

Welchen Ratschlag geben Sie Ihrer Enkelin, um erfolgreich zu werden? 

Es werden ihr viele "Berater" gute Ratschläge geben wollen. Mein Rat an Leni ist: Bleibe dir selber treu und gehe deinen Weg.

Der Beruf als Model hat viele Facetten. Vom Schaulaufen bei der Paris Fashion Week über Kampagnen-Shootings bis hin zu prestigeträchtigen Editorials und Markenbotschaften ist alles möglich. In welchem Bereich sehen Sie Lenis Stärken?

Modeln ist heute nicht einfach nur modeln. Man muss auch Influencerin sein, andersherum müssen Influencer auch modeln. Mit dieser Kombination wird Leni jeden Job meistern.

Die Arbeit als Model hat sich verändert

Heidi und Kolleginnen wie Claudia Schiffer, Naomi Campbell und Kate Moss sind Ende der 1980er/Anfang der 1990er berühmt geworden und gehören bis heute zu den absoluten Superstars der Branche. Hat es der Nachwuchs von heute schwerer, sich solch einen Status zu erarbeiten?

Die Zeiten haben sich komplett verändert. Durch Social Media wird man heute viel schneller bekannt. Der permanente Druck, den Followern immer wieder etwas Neues zu bieten, wirkt sich natürlich auch auf die Posts aus, die oft skurril sind. Besonders hier muss Leni auf sich aufpassen, ihre Wurzeln nicht außer acht zu lassen. Damit meine ich ein seriöses Auftreten.

Woran vor 30 Jahren nicht zu denken war, ist für die Arbeit als Model inzwischen essentiell geworden: Selbstmarketing auf Social Media, allen voran Instagram. Wie hat die Plattform Ihrer Meinung nach das Model-Business verändert?

Die Influencer haben innerhalb weniger Jahre die Werbebranche auf den Kopf gestellt. Social Media hat die Model- und Modewelt vielseitiger und moderner gemacht.

Günter Klum
Günter Klum
© Getty Images

Instagram ist nicht nur ein Ort der Inspiration und des Content-Sharings, sondern auch ein Ort, an dem das Publikums gnadenlos sein Urteil fällt. Lenis Follower sind ist seit dem "Vogue"-Shooting rasant gewachsen, liegen aktuell bei fast 500.000. Haben Sie Sorge vor negativer Kritik für Ihre Enkelin?

Viele User nutzen die Anonymität des Internets aus, um andere fertig zu machen. Mobbing in den sozialen Medien ist ja längst zum Alltag geworden. Das ist vielleicht der größte Nachteil des Internets. Je mehr Präsenz eine Person hat, desto mehr wird sie auch zur Zielscheibe von Hatern. Mein Rat an jeden, nicht nur an Leni: am besten gar nicht lesen und vor allem nie darauf reagieren.

Mit Ihrer Agentur "ONEeins fab Management" bieten Sie Models eine 360-Grad-Betreuung. Dazu gehört PR-Beratung, Vermittlung von TV- und Event-Engagements, Social-Media-Kooperationen und Foto-Shootings. Warum ist es für Models so wichtig, in ein professionelles Umfeld eingebettet zu sein?

Viele Künstler unterschätzen, wie wichtig es ist, ein professionelles Team im Rücken zu haben. Überall lauern Betrüger und Fallen. Zum Bespiel können bei einem fehlendenden Impressum und geldwerten Vorteilen Ärger mit dem Finanzamt drohen. Und es gibt Abmahnanwälte, die sich spezialisiert haben, Fehler aufzuspüren. Viele Künstler erkennen dies meist erst, wenn es schon zu spät ist. Wir bei „ONEeins“ haben 15 Jahre Erfahrung und wissen genau, worauf es ankommt.

Warum Heidi Klums "GNTM" so erfolgreich ist

Die Branche mag sich wandeln, eines bleibt: "Germany’s Next Topmodel". 2021 geht die Suche in eine neue Runde. Wie schafft es „GNTM“, auch nach so vielen Jahren so beliebt zu sein?

Das Konzept der Sendung wurde in den letzten 15 Jahren immer leicht dem Zeitgeist angepasst. Die Folgen der kommenden 16. Staffel sind natürlich von den besonderen Corona-Gegebenheiten beeinflusst und anders als vorher geplant abgedreht worden. Viele schöne Bilder aus der ganzen Welt werden leider fehlen. Das Thema Social Media ist wieder ganz vorne mit dabei. Ich denke, die Zeit ist reif, über meine – nicht immer positiven –Erfahrungen ein Buch zu schreiben. Das wurde auch schon mehrfach von Verlagen an mich herangetragen.

Gala


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