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Leni + Heidi Klum Gemeinsame Dessous-Kampagne – anstößig oder harmlos?

Leni und Heidi Klum
Leni und Heidi Klum
© ANGELA WEISS/AFP / Getty Images
Ist es merkwürdig, wenn Mutter und Tochter nur in Unterwäsche bekleidet zusammen posieren? Die neueste Werbekampagne von Leni und Heidi Klum polarisiert – auch in der GALA-Redaktion.

Heidi Klum, 49, hat ihre erste Werbekampagne zusammen mit ihrer Tochter Leni, 18, geshootet. Ausgerechnet für ein Lingerie-Unternehmen. Während Mutter und Tochter fleißig Eindrücke dieses für sie "besonderen Tages" teilen, hagelt es in den Medien und sozialen Netzwerken heftige Kritik. Ist es anstößig, als Mutter und Tochter zusammen in Unterwäsche vor der Kamera zu posieren? Oder ist es vielleicht sogar das Normalste der Welt?

"Du bist kein Mini-Me" – Oder doch?

Heidi Klum polarisiert. Das weiß das Supermodel aus Deutschland – und macht es ganz bewusst. Immer wieder rekelt sich die selbsternannte Modelmama halbnackt auf Instagram oder schickt ihren Fans verliebte Grüße aus dem hauseigenen Ehebett mit Tom Kaulitz. Was andere denken, ist Heidi egal.

So dürfte es Klum auch herzlich wenig interessieren, dass ihre erste Werbekampagne mit Töchterchen Leni aktuell für Aufsehen sorgt. Die beiden posieren zusammen für das Lingerie-Unternehmen "Intimissimi", inszeniert wurde die Kampagne von Heidis gutem Freund und ehemaligen GNTM-Kollegen Thomas Hayo und soll "Selbstbewusstsein, Lebensfreude und Liebe" sowie die "Liebe zu sich selbst", die "Liebe und Unterstützung zwischen Frauen" und die "Liebe zwischen Mutter und Tochter" zum Ausdruck bringen. Doch so viel Liebe ist in den Kommentaren unter dem Klumschen Werbeshooting nicht zu finden – im Gegenteil.

Zahlreiche User:innen echauffieren sich im Netz über die neuen Bilder von Heidi und Leni, werfen Mama Klum unter anderem vor, ihre Tochter für ihre Zwecke auszunutzen. Andere bezeichnen die Dessous-Kampagne schlicht als "billig".

Leni und Heidi für Intimissimi.
Leni und Heidi für Intimissimi.
© Intimissimi

"Billig" sind die Fotos nicht. Doch der Gedanke an Heidis und Lenis erstes gemeinsames Vogue-Interview, bei dem Leni auch erstmals ihr Gesicht der Öffentlichkeit zeigte, lässt aufhorchen. "Du bist kein Mini-Me", betonte Heidi damals via Instagram und beteuerte, dass ihre Tochter ihren eigenen Weg gehen würde und sich stark von ihr unterscheiden würde. Dass sich Mutter und Tochter nun erneut zusammen vor die Kamera stellen – zuvor shooteten sie bereits gemeinsame Magazin-Cover – macht eher den Anschein, dass Heidi ihre Tochter durchaus in ihre Richtung polen möchte. Wir erinnern uns: Mit dem Dessous-Label "Victorias Secret" feierte Heidi in jungen Jahren große Erfolge.

Abgesehen davon ist es ein verblüffender Schritt, dass Heidi, die ihre Kinder wie eine Löwenmama vor der Presse beschützt, nur rund zwei Jahre nach Beendigung des Versteckspiels um Tochter Leni plötzlich mit ihr zusammen nur in Dessous bekleidet vor der Kamera herumspringt. Viel intimer geht es eigentlich nicht.

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Für Heidi und Leni Klum die normalste Sache der Welt

Mit ihrem Dessous-Shooting sorgen Heidi und Leni Klum für mächtig Wirbel. "Heidi reiht sich in eine Reihe von Model- und Promi-Müttern ein, die die strategische Entscheidung getroffen haben, ihre Mädchen zur Schau zu stellen", echauffiert sich beispielsweise TV-Moderatorin Ulrika Jonsson in ihrer Kolumne für die britische "The Sun". Dabei vergisst sie wohl den Fakt, dass Heidi ihre Erstgeborene bis zu ihrem 16. Lebensalter strikt aus der Öffentlichkeit hielt, ihr erst dann die Möglichkeit gab, selbst ihren Weg zu wählen. Und Leni entschied sich bekanntermaßen dafür, in die Fußstapfen ihrer Modelmama zu treten – mit großem Erfolg. 

Seitdem konnte man die mittlerweile 18-Jährige in knappen Outfits, Lederlooks und Overkneestiefeln über den Catwalk laufen sehen oder im Bikini auf ihrem Instagram-Profil. Über Heidis Hang zum Entblättern wollen wir gar nicht erst sprechen. Nach mehreren Dekaden im Modelbusiness gibt es wohl kaum noch jemanden, der "Hans und Franz" noch nicht kennt. Auch dafür erntet die 49-Jährige regelmäßig Kritik. Die Kommentarfunktion unter ihren Instagram-Bildern hat sie längst ausgestellt. 

"Wir sind nur so jung, wie heute. Wir werden jeden Tag älter, warum also nicht jetzt Spaß haben?!", erklärte sie ihre sexy Posts im August in der "Jimmy Kimmel Live"-Show. Und was hält Leni von der Freizügigkeit ihrer Mutter? "Ich finde es cool", lachte sie kürzlich lediglich auf Nachfrage von RTL. 

Warum also wird um die neuesten Bilder des Mutter-Tochter-Gespanns so ein Theater gemacht, wenn wir nichts zu sehen bekommen, was wir nicht schon längst kennen? "Wie kann man die eigene Tochter so sexualisiert zur Schau stellen", regt sich eine Userin unter einem der Bilder auf Lenis Account auf. Ob sie diese Frage auch gestellt hätte, wenn beide im Bikini posierten? Und nur am Rande: Leni trägt auf den Bildern weiße beziehungsweise schwarze, nicht transparente und bügellose Unterwäsche, die wohl kaum als aufreizend durchgeht. 

Für Heidi und Leni ist es wie für Millionen von Müttern und Töchtern wohl tatsächlich das Normalste der Welt, leichtbekleidet im Garten oder Zuhause zusammen herumzuspringen. In Zeiten von Gleichberechtigung und Bewegungen wie "#freethenipple" sollte es das auch für uns sein. 

Gala

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