Lena Meyer-Landrut Sie ist doch erst 19


Tapfer, tapfer! Wie Lena Meyer-Landrut vor ihrem zweiten Eurovision Song Contest mit hohen Erwartungen und hämischer Kritik umgeht

Von hochgejubelt bis niedergemacht,

das ging bei ihr ganz schnell. Vor knapp einem Jahr versetzte Lena Meyer-Landrut ganz Deutschland in einen Freudentaumel - mit ihrer unbekümmerten Art, dem leicht schrägen Song "Satellite" und vor allem mit ihrem Triumph beim Eurovision Song Contest (ESC) in Oslo. Nun will die Hannoveranerin mit "Taken By A Stranger" ihren Titel verteidigen, zum zweiten Mal in Folge gewinnen. Der Rummel rund um die Düsseldorfer Arena war riesig in den vergangenen Tagen. Doch die Stimmung im Land ist offenbar gekippt.

Lenas Charme habe sich abgenutzt, ihre Naivität sei nervig und wirke gespielt, die Euphorie sei vorüber, der Song kein Hit, die Titelverteidigung Größenwahn - so der Tenor der Kritiker. Laut einer repräsentativen Umfrage, die Gala beim Meinungsforschungsinstitut Forsa in Auftrag gab, glauben nur 13 Prozent der Deutschen, dass Lena den Contest noch einmal gewinnt.

Keine leichte Situation für die 19-Jährige. "Der Druck ist enorm", sagt Musikmanager Thomas Stein im Gespräch mit Gala. "Ein solcher Auftritt ist wie ein Boxkampf. Ich hätte ihr nicht geraten, gleich noch einmal anzutreten. Mir wäre das zu hoch gepokert." Doch hoch zu pokern entspricht der Mentalität von Lenas Entdecker Stefan Raab. Man müsse den ersten Erfolg durch eine haushohe Niederlage oder einen noch größeren Erfolg "pulverisieren", sagte er der "Süddeutschen Zeitung".

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Und wie geht Lena mit der Belastung um? Immerhin würde ein Platz auf den hinteren Rängen bei ihr deutlich mehr pulverisieren als bei ihrem Mentor. Sie konzentrierte sich auf die Proben; ihre Mutter war fast immer in der Nähe. Die Anspannung soll der zierlichen Sängerin ein wenig auf den Magen geschlagen sein, wie Gala erfuhr. Insgesamt stecke Lena jedoch alles professionell weg. Das sagt auch Jochen Rausch, Programmchef beim Radiosender "1Live" und Mitglied der Jury, die 2010 die Bewerber für "Unser Star für Oslo" nach Talenten durchsiebte. Er hat Lena kürzlich beim Abschlusskonzert ihrer Tour in Köln getroffen: "Sie wirkte gelöst. Ich sehe auch nicht, dass sie ihre Authentizität verloren hat." Die Kritik am Projekt Titelverteidigung halte er für überzogen. "Es ist doch gut, dass wir eine Künstlerin haben, die noch etwas riskiert, die für eine Sache brennt und auch bereit ist, damit unterzugehen, wenn es schiefgeht."

Aber kann ja auch sein, das es klappt. Drei Minuten hat Lena Zeit, um Europa ein zweites Mal zu verzaubern.

gala.de


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