Leihmutterschaft in Hollywood : Macht ein Wunschkind wunschlos glücklich?

Kim Kardashian hat dank einer Leihmutter Baby Nr. 3 bekommen. Das ist inzwischen gängig in Hollywood. Was macht das eigentlich mit den Beteiligten?

Es sei das "tollste Geschenk der Welt", so Kim Kardashian. Nein, sie spricht hier nicht von einer Designertasche oder von wertvollem Schmuck. Der 37-jährige Reality-TV-Star spricht von seinem dritten Kind. Vergangene Woche kam Tochter Chicago zur Welt. 3.200 Gramm schwer, gesund und munter. Wer Kim dieses Präsent schenkte? Eine andere Frau. Denn Kim Kardashian und ihr Mann, der Musiker Kanye West, 40, hatten eine Leihmutter beauftragt, ihr drittes gemeinsames Kind nach Tochter North, 4, und Sohn Saint, 2, auszutragen.

So begründet Kim ihre Entscheidung

Ein Vorgang, der zwar in Hollywood mittlerweile alles andere als ungewöhnlich ist, der in diesem Fall aber dennoch für große mediale Aufregung sorgte. Kim Kardashian hatte ihre Entscheidung für eine Leihmutterschaft bereits in ihrer Reality-Soap "Keeping Up With The Kardashians" begründet: Aufgrund gesundheitlicher Risiken nach den ersten beiden Schwangerschaften hatten ihr die Ärzte abgeraten, ein weiteres Baby auszutragen. Jetzt erklärte sie sich erneut: 

Nazan Eckes

Söhnchen Ilyas trainiert schon fleißig seine Muckis

Nazan Eckes
Nazan Eckes hat einen neuen Trainingspartner.
©Gala

Mein befruchtetes Ei wurde einer Schwangerschaftsausträgerin eingepflanzt, sie hat keine biologische Beziehung zum Baby, es ist unser Baby

schreibt Kim auf ihrer Homepage.

Risiken der Leihmutterschaft

Rein biologisch ist es das. Aber immerhin hat das Baby etwa 40 Wochen im Bauch einer anderen Frau verbracht. Wie prägend diese Zeit ist, erklärt Dr. Bettina Bonus, Ärztin sowie Begleiterin und Beraterin von hochproblematischen Pflege- und Adoptivkindern und deren Familien: "Das Kind hört die ganze Zeit die Atemgeräusche, die Herzgeräusche, das Rauschen des Blutes, die Stimme der Austragenden. Es spürt und hört, die Art zu reagieren, die Stimmungen, den Lebensrhythmus, die Gefühle – das verbindet sehr, sehr tief. Die schwangere Mutter ist das Universum für das Kind."

Seit einigen Jahren gehen Stars ganz offen mit dem Thema Leihmutterschaft um. Nicole Kidman bekam auf diesem Weg ihre zweite Tochter Faith Margaret, 7

Wenn nun, wie im Falle einer Leihmutterschaft, das Baby sofort nach der Geburt der leiblichen Mutter übergeben werde, könne das negative Folgen haben: "Das Kind verliert alles, was sein ganzes bisheriges Leben ausgemacht hat. Der Verlust dieses Universums verursacht eine tiefe Angst", so Dr. Bettina Bonus. Es könne zu einer Frühtraumatisierung kommen, deren Folgen schwer vorhersehbar seien: "Jedes Kind reagiert anders. Selbst wenn Kinder das Glück haben, direkt nach der Geburt zu liebenden Pflege- und Adoptiveltern zu kommen, ergeben sich oft große Schwierigkeiten in der Lebensbewältigung", so die Ärztin.

Schnelle Verbindung zur Tochter

Kim Kardashian betonte bereits, nach der Geburt sei sofort eine Verbindung zu ihrer Tochter entstanden. So, "als wäre sie schon die ganze Zeit bei uns gewesen". Tatsächlich aber war sie im Mutterleib einer Afro-Amerikanerin, die angeblich 45.000 Dollar für das Austragen des jüngsten Kardashian-Sprosses bekommen haben soll – sowie strenge Vorschriften von Kim und Kanye, was sie in der Schwangerschaft essen und trinken darf. Über eine Agentur fanden das Model und der Rapper die passende Kandidatin für die Leihmutterschaft.

Sarah Jessica Parker: Sohn James, 15, bekam sie selbst, die Zwillinge Marion und Tabitha, 8, dank Leihmutter

Das Geschäft mit der Leihmutterschaft

In Los Angeles gibt es etliche Einrichtungen, einige sind auf Star-Kunden spezialisiert. Frauen, die sich dort als Leihmütter bewerben, werden vorab auf Gesundheit, Familienverhältnisse und Lebenswandel geprüft. Eine Chance, das Kind, das sie austragen und zu dem sie während dieser Zeit womöglich eine Beziehung aufbauen, mit aufwachsen zu sehen, besteht kaum. Das wird zuvor durch umfassende, knallharte Verträge rechtlich abgesichert. Nach der Geburt besteht in den seltensten Fällen Kontakt zu den Leihmüttern. Das Leihmutter-Business hat sich in Hollywood inzwischen voll etabliert. Jede Seite weiß, welche Rechten und Pflichten sie hat. Unklar bleiben die psychischen Folgen beim Kind.

Immerhin: Eine begeisterte große Schwester hat das neue Kardashian-Baby bereits. North sei wie eine kleine Mama, soll Kim gesagt haben.

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