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Lady Gaga So offen sprach sie noch nie über den sexuellen Missbrauch

Lady Gaga
© Getty Images
Sieben Jahre lang schwieg Lady Gaga, bis sie offen über den erlebten Missbrauch sprechen konnte. In der Doku-Serie "The Me You Can't See" reflektiert die Sängerin die Vergewaltigung und die physischen und psychischen Folgen, die als Narben bis heute geblieben sind.

Lady Gaga war 19 Jahre alt, als ein Musikproduzent von ihr verlangte, sich auszuziehen. Als die Antwort der aufstrebenden Künstlerin "Nein" lautete, geschah das, was die heute 35-Jährige für den Rest ihres Lebens begleiten wird. Lady Gaga wurde vergewaltigt. "Ich war wie erstarrt und ich kann mich nicht einmal mehr erinnern", erklärt die Sängerin in der neuen Doku-Serie "The Me You Can't See" mit Oprah Winfrey, 66. Die Tat bestimmte fortan ihr Leben – nicht nur mental, sondern auch körperlich. Denn Lady Gaga wird von ihrem Vergewaltiger schwanger.

Lady Gaga: "Es hat mich komplett verändert"

Es sind Schilderungen der Musikerin, die allein beim Zuhören einen Schmerz auslösen und einen Kloß im Hals verursachen. Lady Gaga schildert in der Apple TV-Serie, wie ihr eigener Schmerz sich in Taubheit wandelte. "Und dann war ich krank für Wochen und Wochen und Wochen danach, und ich erkannte, dass es der gleiche Schmerz war, den ich fühlte, als die Person, die mich vergewaltigt hat, mich schwanger an einer Ecke absetzte", so Gaga unter Tränen. 

Die Sängerin leidet bis heute unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Nach dem sexuellen Missbrauch blieb nicht nur ein Gefühl der Hilflosigkeit zurück, sondern vor allem Schuld. "Ich wusste nicht, wie ich mir nicht die Schuld geben oder denken sollte, dass es meine Schuld war. Es war etwas, das mein Leben wirklich verändert hat. Es hat mich komplett verändert", beschrieb die 35-Jährige ihren inneren Kampf nach der Tat einst gegenüber "TalkTimes". 

Apple TV+ Doku-Serie "The Me You Can't See"
Apple TV+ Doku-Serie "The Me You Can't See"
© Apple TV

Lady Gaga schweigt bis heute über den Namen ihres Vergewaltigers

Es ist ein Gedankenkarussell, das viele Betroffene anschließend verfolgt. "Lag es an der Kleidung?" oder "Habe ich etwas getan, dass ihm das Recht dazu gab?" – all dies sind Gedanken, die auch Lady Gaga übermannten. "Aufgrund meiner Kleidung und meines provokanten Auftretens dachte ich, dass ich es mir irgendwie selbst eingebrockt habe – dass es meine Schuld war", gesteht die "Pokerface"-Interpretin. Lady Gaga hält den Namen des Musikproduzenten weiterhin geheim. Nicht, weil sie ihn schützen will, sondern weil der Gedanke, je wieder auf ihn treffen zu müssen, unerträglich ist. 

Der offene Umgang von Lady Gaga und anderen Missbrauchsopfern ist mutig, stark und bewundernswert. Gleichzeitig bleibt der Schock. Darüber, dass solche Taten im Entertainment-Business keine Seltenheit sind. Doch noch viel mehr darüber, dass Opfer die Schuld bei sich selbst suchen. Ausgelöst durch Hinterfragungen, durch Menschen, die solche Aussagen anzweifeln und oftmals auch durch die Polizei, die mit Fragen wie "Was hatten Sie an?" eine Opferschuld unterstellt. "Wissen Sie, wie es für Überlebende ist? Wissen Sie, wie es ist, es den Leuten zu erzählen?", fragt auch Lady Gaga, die ihr Leben lang von dem, was geschehen ist, begleitet wird. "Es hat mich komplett verändert."

Informationen zu Hilfsangeboten

Sie haben sexuellen Missbrauch oder Ähnliches erlebt? Das Hilfetelefon des "Hilfeportals Sexueller Missbrauch" ist anonym und kostenlos unter 0800/2255530 zu folgenden Zeiten erreichbar: Mo, Mi, Fr: 9:00 Uhr bis 14:00 Uhr; Di, Do: 15:00 Uhr bis 20:00 Uhr. Auch die "Nummer gegen Kummer" bietet von Montag bis Samstag, von 14:00 Uhr bis 20:00 Uhr kostenfrei und anonym unter 116111 Hilfe an. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite des "Hilfeportals Sexueller Missbrauch".

Verwendete Quellen: thesun.co.uk, "The Me You Can't See"

jna Gala


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