Prinz Andrew: Neue belastende Beweise im Missbrauchs-Skandal?

In einem Interview mit BBC bekräftigte Virginia Giuffre ihre Missbrauchs-Vorwürfe gegen Prinz Andrew. Zudem veröffentlichten die Produzenten der Sendung "Panorama" angebliche neue Beweise gegen den Prinzen wie eine belastende eMail-Kommunikation.

Prinz Andrew, Virginia Giuffre

Die Schlinge um den Hals von Prinz Andrew, 59, scheint sich immer fester zu ziehen. Nach Ausstrahlung der Sendung "Panorama" auf dem britischen Sender BBC am Montagabend verdichten sich die Hinweise weiter, der Duke of York könnte entgegen eigenen Angaben die frühere "Sex-Sklavin" Virginia Giuffre, die damals noch Roberts hieß, doch gekannt haben. Dreimal, so sagte Giuffre in dem emotionalen Interview mit "Panorama", sei sie in 2001 und 2002 zum Sex mit dem Prinzen gezwungen worden. Bei zwei der Begegnungen sei sie gerade mal 17 Jahre alt gewesen. Die Journalisten von "Panorama" sendeten zudem angebliche neue belastende Beweise gegen den Sohn von Königin Elizabeth II, 93, in Form von eMails. 

Prinz Andrew weiter in der Klemme

Die heute 35 Jahre alte Virginia Giuffre wiederholte in dem Interview ihre ausführlichen Beschreibungen über die von dem später wegen Missbrauch und Prostitution verurteilten Amerikaner Jeffrey Epstein, † 66,  und dessen damaliger Freundin Ghislaine Maxwell eingefädelten Treffen mit Prinz Andrew, bei denen es laut Giuffre zum erzwungenen Sex kam, nachdem sie 2001 zusammen in einem Club in London getanzt hatten. Über diese angebliche Begegnung erkläre sie, Andrew sei "der schrecklichste Tänzer" gewesen, den sie je gesehen hätte und sie sei "angeekelt" gewesen, weil "dieser Typ mich vollgeschwitzt hat... Als ob sein Schweiß auf mich regnen würde". Sie haben sich am Ende "sehr ängstlich, beschämt und schmutzig gefühlt", sagte Giuffre teils unter Tränen.

Prinz Andrew bestreitet nach wie vor alle Vorwürfe und sagte in einem kürzlich ebenfalls in England ausgestrahlten TV-Interview, er könne sich an Treffen mit Giuffre nicht erinnern. Das mutmaßliche Opfer appellierte an die britische Öffentlichkeit sie zu unterstützen. Sie sei ein Opfer von Menschenhandel geworden und das dürfe nicht als normal hingenommen werden. "Bitte helfen Sie mir bei diesem Kampf", sagte sie. Und weiter: "Dies ist nicht irgendeine schmutzige Sex-Story. Das ist eine reale Geschichte von Menschenhandel, eine Geschichte über Missbrauch und eine Geschichte über euer Königtum."

Prinz Andrew

Er spricht über die Sex-Vorwürfe

Prinz Andrew
Prinz Andrew bezieht in einem Interview mit dem TV-Sender "BBC-News" erstmals öffentlich Stellung zu den Sex-Vorwürfen mit einer Minderjährigen.
©Gala

eMails als erdrückende Beweislast?

In der gleichen Sendung veröffentlichten die investigativen Journalisten von "Panorama" einen mutmaßlichen eMail-Verkehr zwischen Prinz Andrew und Ghislaine Maxwell aus dem Jahr 2015. Kurz nachdem die ersten Anschuldigungen gegen Epstein, seine möglichen Menschenhandel und Kontakte zu Prinz Andrew öffentlich wurden, kontaktierte der Royal im Januar 2015 angeblich Ghislaine Maxwell. In den veröffentlichten eMails schreibt Andrew, er habe "einige spezifische Fragen bezüglich Virginia Roberts" und forderte Maxwell auf ihm einen geeigneten Termin für ein Gespräch zu nennen. Die "Madame" antwortete: "Ich habe Informationen. Ruf mich an, wenn du einen Moment Zeit hast." Der Palast reagierte auf die Sendung mit einem Statement und wiederholte darin seine Erklärung, alle Behauptungen über sexuelle Kontakte zwischen dem Prinzen und Giuffre seien "falsch und ohne Grundlage." Und weiter: Der Prinz bereue seinen Kontakt zu Jeffrey Epstein unmissverständlich und habe tiefes Mitgefühl mit den Betroffenen. 

Verwendete Quellen: BBC, Daily Mail, People

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