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Kurt Krömer Er schildert seinen Kampf gegen Depressionen

Kurt Krömer
Kurt Krömer
© Fabian Sommer / Picture Alliance
Kurt Krömer leidet bereits seit seiner Jugend an Depressionen. In einem bewegenden Interview offenbart der Comedian nun, warum er dies lange geheim hielt und welche Tiefpunkte er erlebt hat.

Kurt Krömer, 47, ist ein beliebter Comedian, bringt Menschen zum Lachen. Mit mehreren Fernsehsendungen, darunter seine aktuelle Show "Chez Krömer", feierte er große Erfolge. Doch hinter dem Ruhm und der lustigen Fassade verbarg der Komiker lange ein Geheimnis: Er leidet bereits seit 30 Jahren an Depressionen. In der Talkshow "Maischberger" spricht er nun offen über seine mentale Gesundheit und die Schwere seiner Erkrankung.

Kurt Krömer: "So fühlt es sich an, wenn man stirbt"

Im März 2021 machte Kurt Krömer seine Depressionen öffentlich. Damals sprach er bei "Chez Krömer" mit seinem Gast Thorsten Sträter erstmals darüber. Ein Jahr später kam sein Buch "Du darfst nicht alles glauben, was du denkst: Meine Depression" heraus, mit dem er anderen Betroffenen helfen möchte. Alexander Bojcan, wie Krömer mit bürgerlichem Namen heißt, habe lange gezögert über seine Depressionen zu sprechen, da es anderen Menschen objektiv betrachtet schlechter gehe. "Es gab Momente, wo ich mich geschämt habe", sagt er am 24. Mai 2022 bei "Maischberger". "Ich wollte nicht, dass Leute wissen, dass es mir nicht gut geht."

Ein prägnantes Erlebnis sei ihm 2011 widerfahren. Wenige Monate nachdem er gemeinsam mit Sandra Maischberger, 55, im Oktober 2010 den Deutschen Fernsehpreis moderierte, sei er kollabiert. "Als ich dich kennengelernt habe, gingen ein halbes Jahr später die Lichter aus, da kam der Zusammenbruch", sagt Krömer zu der Moderatorin. Er sei im Winter in München unterwegs gewesen und habe plötzlich stark angefangen zu schwitzen. "Ich habe gedacht: So fühlt es sich an, wenn man stirbt. [...] Das war die erste krasse Panikattacke."

Hilfen bei Depressionen

Erkennen Sie bei sich Anzeichen einer Depression? Beim überregionalen Krisentelefon unter 0800 1110111 wird schnell und anonym geholfen! Weiterführende Informationen gibt es außerdem bei der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.

Er litt unter einer Alkoholabhängigkeit

Neben seinen Depressionen litt der heute 47-Jährige auch unter einer Alkoholabhängigkeit. Vor diversen Auftritten habe er getrunken. Als er einst eine Gala in Hannover besuchte, sei er derart betrunken gewesen, dass er auf dem roten Teppich stürzte und sich die Knie aufschürfte. Daran habe er am nächsten Morgen keinerlei Erinnerung gehabt, doch wachte erschrocken auf. Denn sein Bett war voller Blut. "Ich habe gedacht, ich habe jemanden umgebracht", schildert er und fügt hinzu, dass er sogar nachgeschaut habe, ob neben dem Bett jemand liegt.

Irgendwann sei er an einem Punkt angelangt, an dem ihn Alkohol "gar nicht mehr betrunken gemacht hat". Trotz dieser prägenden Ereignisse sei es ihm zunächst schwergefallen, sich die Sucht einzugestehen. Doch er habe sich schließlich Hilfe geholt und ist nun seit elf Jahren trocken.

Informationen zu Hilfsangeboten

Erkennen Sie bei sich Anzeichen einer Suchterkrankung? Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. hilft Ihnen weiter, zu erreichen ist sie unter: 02381/9015-0. Weitere professionelle und spezialisierte Beratungsangebote finden Sie außerdem auf den Infoseiten der DHS.

Klinikaufenthalt, "weil es nicht mehr ging"

Seinen Alltag als alleinerziehender Vater von vier Kindern habe er noch meistern können, habe die Routine für seine Kids aufrechterhalten. Im Interview mit BARBARA offenbarte Krömer bereits, dass er sich auf die "Kerndinge konzentriert" habe, wie die Kinder zur Schule zu bringen, mit ihnen die Hausaufgaben zu machen und sie ins Bett zu bringen. Nach jedem Schritt habe er sich allerdings "erstmal für fünf Stunden ins Bett" legen müssen. "Funktionieren unter größter Anstrengung", nannte er es. Doch irgendwann hätten ihn banal erscheinende Dinge wie ein Einkauf überfordert. 

Schließlich habe er sich im Herbst 2020 für acht Wochen zur Therapie in eine Tagesklinik in Berlin begeben, "weil es nicht mehr ging", sagt Kurt Krömer nun. Heute fühle er sich besser, doch der Kampf gehe weiter. Depressionen würden nicht einfach verschwinden: "Ich habe immer noch damit zu tun".

Verwendete Quelle: "Maischberger"

sti Gala


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