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Kira Grünberg Emotionale Worte über ihre Querschnittslähmung

Kira Grünberg
Kira Grünberg
© Picture Alliance
Kira Grünberg ist seit ihrem Unfall im August 2015 querschnittsgelähmt. Nun spricht die ehemalige Stabhochspringerin in einem emotionalen Interview über den Moment, der alles veränderte

Der 30. Juli 2015 veränderte alles für die ehemalige öterreichische Stabhochspringerin und Leichtathletin Kira Grünberg. An diesem Tag um 9.40 Uhr setzte die damals 21-Jährige wie sonst auch zu einem Trainingssprung an, landete aber nicht wie sonst auf der Matte, sondern auf dem Einstickkasten und brach sich dabei den fünften Wirbel der Halswirbelsäule. Seitdem ist Kira querschnittsgelähmt. Ein schwarzer Tag, den die Leichtathletin des Jahres 2014 jedoch nicht als solch einen empfinden möchte. In einem emotionalen Interview mit dem "Stern" spricht Kira jetzt genau über solche Empfindungen und ihre Zukunft, die sie trotz vieler Zweifel von außen rosig sieht.

Kira Grünbergs Beschreibung des Unfalls

"Ich hätte den Sprung noch abbrechen können, und ich wäre jetzt vermutlich in Rio bei den Olympischen Spielen dabei gewesen. Das war ja der Plan. Aber ich habe diesen fatalen Sprung durchgezogen, ich kam über die Schnur, und dann beim Runterfallen habe ich gemerkt: Okay, das passt wirklich nicht. [...] Ich lande genau dort, wo ich nie und nimmer landen sollte. Ich hab Panik gekriegt, denn ich sah ja, dass ich gleich auf diesen kleinen metallenen Einstickkasten knallen würde. [...] Im Bruchteil einer Sekunde bin ich aus meinem Leben gefallen. Aber total. Ich hab gleich gemerkt, dass nun etwas ganz Schlimmes passiert. [...] Ich bin im Einstichkasten verschwunden, ich lag da, ohne Schmerz, aber bewegungsunfähig. 'Das war's', dachte ich, plötzlich ganz ohne Panik. Und dann war es still", schildert Kira den Moment, der alles auf den Kopf stellte.

Sie will nicht krank sein

Kira ist vor wenigen Tagen gerade einmal 23 Jahre alt geworden, eigentlich noch ein junger Hüpfer, doch das Interview vermittelt vielmehr den Eindruck einer reifen und geduldigen Frau. Ganz klar, der Tag des Unfalls hat Kira von einen auf den anderen Moment erwachsen werden lassen. "Ich bin jetzt einfach in eine Situation reingeschmissen, mit der ich zurechtkommen muss. Manche denken, ich sei krank, aber das bin ich nicht. Ich bin nicht krank. Mein Geist, mein Kopf ist so wie früher. Mein Körper hat sich ein wenig verändert. [...] Ich weiß jetzt viel bewusster als früher, was Leben bedeutet. Ich weiß, das klingt furchtbar pathetisch. Aber Gesunde ahnen nicht, wie wichtig selbst ein kleiner, gesunder Finger ist", so die bewundernswerte Bilanz der Österreicherin.

Kinderkriegen ist kein Problem

Kira hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden und sich an den Rollstuhl gewöhnt. Trotzdem bleibt Kira nicht stehen, sondern entwickelt Wünsche und Pläne für ihr weiteres Leben. Sogar Nachwuchs sieht sie als einen ganz realistischen Traum, der sich eines Tages erfüllt: "Kinderkriegen ist kein Problem, man muss halt einen Kaiserschnitt machen. Ich möchte schon eine eigene Familie haben."

jno / Gala

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