VG-Wort Pixel

Kelly Rutherford Wer sagt hier die Wahrheit?

Der erbitterte Kampf um die Kinder zwischen US-Serien-Star Kelly Rutherford und ihrem deutschen Ex-Ehemann Daniel Giersch geht weiter. "Gala" traf die Schauspielerin in New York

Es waren die alltäglichen Dinge, die ihr Weihnachten so besonders machten. "Am Schönsten waren für mich die ganz normalen Momente mit meinen Kindern", sagt eine strahlende Kelly Rutherford, 45, beim Interview mit "Gala" in der New Yorker Wohnung einer Freundin. "Mit ihnen aufzustehen, zu frühstücken, den Baum zu schmücken oder einfach nur zusammen zu sein, zu kuscheln und zu schmusen. Eben all die Dinge, die andere Mütter als selbstverständlich ansehen."

Selbstverständlich ist im Leben der Ex-"Gossip Girl"-Schauspielerin schon lange nichts mehr. Im August 2012 entschied ein Gericht in Los Angeles, dass ihre in den USA geborenen Kinder Hermés, 7, und Helena, 4, nicht bei ihr in New York, sondern beim Vater, Rutherfords Ex-Ehemann Daniel Giersch, 39, in Monaco leben sollen. Weil der deutsche Geschäftsmann zum Zeitpunkt des Urteils kein gültiges US- Visum mehr besaß, ordnete die Richterin an, dass der Junge und das Mädchen so lange beim Vater leben dürfen, bis er wieder in die USA einreisen darf. Im Gegenzug sollte sich Giersch um ein Einreisevisum bemühen, damit sich Mutter und Vater das Sorgerecht in den USA teilen können - ein spektakuläres Urteil, das vergangenen Herbst sowohl in Amerika als auch in Deutschland für Kontroversen sorgte.

Jetzt droht ein neuer Rechtsstreit. Kelly Rutherford möchte die Gerichtsentscheidung vor der New Yorker Justiz anfechten: "In den vergangenen anderthalb Jahren saß ich mehrere Dutzend Male im Flugzeug, um meine Kinder zu sehen. Das muss ein Ende haben. Ich bin völlig erschöpft. Dennoch werde ich dafür kämpfen, dass Helena und Hermés künftig bei mir leben dürfen." Sie hat zuletzt im vergangenen November einen Antrag auf Berufung eingereicht, ihre Chancen auf Erfolg stehen im Moment allerdings eher schlecht. Zudem hat sie eigentlich gar kein Geld mehr für einen langwierigen Prozess. Im Sommer 2013 meldete sie Insolvenz an.

"Ich habe knapp zwei Millionen Dollar für Anwälte ausgegeben. Mein gesamtes Erspartes ist weg. Jetzt muss ich jemanden finden, der mich kostenlos vertritt", sagt der blonde Fernsehstar. Keine guten Voraussetzungen für eine komplizierte Verhandlung. Dennoch setzt sie alle Hoffnungen daran, dass der Fall vor einem New Yorker Gericht neu aufgerollt und zu ihren Gunsten entschieden wird. Sie will unter anderem auch darauf hinweisen, dass Daniel Giersch sich bislang nicht ausreichend um ein neues Einreisevisum in die USA bemüht habe. Es gibt Gerüchte darüber, warum Giersch kein Visum hat, aber aus rechtlichen Gründen darf "Gala" darüber nicht berichten.

Weil Kelly Rutherford erneut hohe Rechtskosten bevorstehen, versucht sie sich mit kleinen Rollenangeboten über Wasser zu halten - mehr schlecht als recht. Der Sorgerechtsstreit, ihr Bankrott und die beiden kleinen Kinder, die zwischen zwei Kontinenten hin- und hergeschoben werden, haben schwer am Image der Schauspielerin genagt. Und genau das bekommt sie nun zu spüren. Während sie vor einiger Zeit für eine Staffel "Gossip Girl" noch rund eine halbe Million Dollar verdiente, werden die Rollenangebote weniger - und die Gagen niedriger. Ihren Luxus-Bungalow in West Hollywood musste sie gegen eine Mietwohnung in der Nähe des New Yorker Central Parks eintauschen. "Ich lebe sehr einfach und drehe jeden Penny um. Aber es geht mir gut dabei. Mein Geld investiere ich darin, meine Kinder zu sehen." Momentan sieht sie die beiden vor allem auf dem Bildschirm beim täglichen Skypen.

Außerdem braucht sie viel Energie, um auf ihren Fall aufmerksam zu machen. Kelly Rutherford fühlt sich ungerecht behandelt: "Das Gericht wirft mir vor, ich würde meine Kinder in der Öffentlichkeit gegen ihren Vater aufhetzen. Das stimmt nicht. Der Richterin ist es lieber, dass ich schweige. Aber ich lasse mir nicht verbieten, die Wahrheit zu sagen." Tatsächlich sieht das Urteil vor, dass beide Parteien sich zum Schutz der Kinder nicht kritisch über den anderen Partner äußern dürfen. Während Rutherford ihrem Ex-Ehemann vorwirft, dass er nicht offen darlegt, wovon er eigentlich lebt, zieht dieser es vor, zu den Anschuldigungen nichts zu sagen.

"Gala" erreicht Daniel Giersch in Kapstadt, wo er ein Waisenhaus besucht, das er finanziell unterstützt. "Kein Kommentar" heißt es, als er auf die Vorwürfe angesprochen wird. Aus seinem Bekanntenkreis ist jedoch zu hören, dass er alles andere als erfreut darüber ist, dass Kelly Rutherford ihn in aller Öffentlichkeit denunziert. "Dennoch versucht Daniel weiterhin, sich zu diesen unseriösen Aussagen nicht zu äußern, um so weiter seine Kinder zu schützen. Am wichtigsten ist, dass die Kinder ein ruhiges, stabiles Leben haben", so ein enger Freund von Giersch.

Genau das sollte eigentlich auch im Interesse von Kelly Rutherford sein. "Mein sehnlichster Wunsch ist, dass Daniel und ich eines Tages einfach nur gute Freunde werden und unsere Kinder in Harmonie aufwachsen können", sagt sie. Im Moment ist sie meilenweit davon entfernt.

Annette Utermark, Mitarbeit: Sabine Anton, Hauke Herffs


Mehr zum Thema


Gala entdecken