Keith Flint (†): "Nicht genug Beweise" – War es doch kein Selbstmord?

Keith Flint verstarb am 4. März auf tragische Art und Weise. Schnell wurde Suizid als Todesursache gehandelt. Das wird jetzt von einer Gerichtsmedizinerin angezweifelt

Keith Flint (†)

Der überraschende Tod des Prodigy-Sängers Keith Flint (†49) war laut eines Bandkollegen selbst gewählt. Gründungsmitglied Liam Howlett, 47, hatte auf Instagram den Tod des Frontmanns mit folgenden Worten bestätigt: "Die Nachrichten sind wahr, ich kann nicht glauben, dass ich das sagen muss, aber unser Bruder Keith hat sich am Wochenende das Leben genommen. Ich bin zutiefst schockiert, verdammt sauer, durcheinander, und mein Herz ist gebrochen. R.I.P. Bruder". 

Keith Flint tot aufgefunden

Zuvor hatten britische Medien gemeldet, dass Flint im Alter von 49 Jahren in seinem Zuhause in Essex tot aufgefunden worden sei. Über die Todesursache war da noch nichts bekannt. Im Laufe der nächsten Tage wurden die Spekulationen, der Musiker hätte sich das Leben genommen, immer konkreter. "Tod durch Erhängen" bestätigte die Gerichtsmedizin am 11. März. Eine toxikologische Untersuchung hat jetzt ergeben, dass Flint Kokain, Alkohol und Kodein im Blut hatte, als er starb. Aber war es wirklich Selbstmord?

Pietro Lombardi

Überraschungs-Auftritt ohne Käppi und im vornehmen Anzug

Pietro Lombardi ohne Käppi
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Gerichtsmedizin zweifelt an Todesursache 

In einer Anhörung am heutigen Mittwoch, 8. Mai, sagte Caroline Beasley-Murray, leitende Gerichtsmedizinerin von Essex, dass man zunächst von Selbstmord ausgegangen war. Mittlerweile hätte sie daran aber ihre Zweifel. "Um Selbstmord als Todesursache auszumachen, hätte ich in der Untersuchung feststellen müssen, dass Mr. Flint Absichten in diese Richtung formuliert hat und bewusst vorgegangen ist, weil er wusste, dass dies zu seinem Tod führen würde", erklärt die Medizinerin. Zusammenfassend stellt sie fest, dass dem nicht so ist: "Unter Berücksichtigung aller Umstände finde ich nicht, dass es dafür genügend Beweise gibt." Unter welchen Umständen Keith Flint ums Leben kam, bleibt also weiter ungeklärt. Beasley-Murray mutmaßt, dass der Prodigy-Star durchaus "herumexperimentiert" haben könnte. Dabei könnte ihm dann ein tödlicher Fehler unterlaufen sein. "Wir werden nie genau wissen, was an diesem Tag in seinem Kopf vorging, und deshalb werde ich den Abschluss offen lassen", resümiert die Medizinerin. 

Sie haben suizidale Gedanken? Die Telefonseelsorge bietet Hilfe an. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0800/1110111 und 0800/1110222 erreichbar. Eine Beratung über E-Mail ist ebenfalls möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

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