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Katja Riemann "Die Alternative wäre gewesen, dass ich nicht mehr aufgestanden wäre"

Katja Riemann
Katja Riemann
© Picture Alliance
Katja Riemann gibt im Podcast "Hotel Matze" private Einblicke in ihr Leben mit Panikattacken und wie sie einen Weg gefunden hat, um diese besser kontrollieren zu können.

Katja Riemann, 56, kennt viele Sichten auf das Leben. Als UNICEF-Botschafterin kennt sie Armut und Leid. Als Schauspielerin kennt sie Anerkennung und Ruhm. Als Mutter kennt sie Liebe, Sorge und Glück. Und jede Sicht hat die 56-Jährige beeinflusst. Besonders ihre wohltätige Arbeit hat ihr geholfen. Dabei, ihre Panikattacken und Ängste besser zu kontrollieren. Das verrät die Schauspielerin im Podcast "Hotel Matze". 

Katja Riemann gibt intimen Einblick in ihre Ängste

Die "Rosenstraße"-Darstellerin beschreibt ihre Panikattacken und Angst als wildes Tier, das sie hinterrücks überfällt. Man rudert, schlägt um sich und fällt nur noch weiter in diesen Strudel aus Beklemmung. Ihre Reisen mit UNICEF und die Menschen, die sie dort kennenlernte, halfen ihr, dieses Gefühl etwas zu bändigen. "Durchs Schreiben, durchs Denken, durchs Älterwerden, durch eine andere Art der Anerkennung. Weil ich mich in etwas anderem geschult habe als der Schauspielerei", so Katja Riemann im Gespräch mit Podcast-Moderator Matze Hielscher, 40. 

Katja Riemann: "Dieses schnelle Panikkriegen, das ist ein bisschen besser geworden"

Vollends ist die Schauspielerin nicht von ihren Ängsten befreit. Dieser Zustand sei besonders für ihre verstorbene Mutter schwer mit anzusehen gewesen. "Sie konnte es nicht ertragen, wenn ihre Tochter so verzweifelt war und weinte. Sie wollte nicht, dass ich leide", erinnert sich Riemann und kann sich als Mutter gut in diese Gefühlswelt hineinversetzen. Für viele mag Katja Riemanns Offenheit über ihre Panikattacken irritieren, steht sie doch als Schauspielerin in der Öffentlichkeit. Für die 56-Jährige ist genau dies aber oftmals die Sicherheit. 

Schauspielerei als Fluch aus ihrer Realität

"Die Schauspielerei ist für mich der reine Eskapismus. Ich fühle mich am allersichersten, wenn ich spiele. Denn wenn ich spiele, bin ich nicht ich", so die Schauspielerin. Heute kann Katja Riemann aus den einzelnen Strängen ihres Lebens - sei es als Darstellerin, Mutter oder Charity-Arbeiterin - eine Stabilität flechten, die ihr hilft, die Ängste zu besänftigen. "Ich habe das Gefühl, ich habe heute mehr Raum in meinem Leben", so Riemann. Und weiter: "Die Alternative wäre gewesen, dass ich nicht mehr aus dem Bett aufgestanden wäre. Ohne Angst entsteht ja auch kein Mut. Und Mut ist ein tolles Gefühl."

Verwendete Quellen: Podcast "Hotel Matze", Bunte

jna Gala

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