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Karl-Theodor zu Guttenberg Der neue zu Guttenberg

Karl Theodor zu Guttenberg
Karl Theodor zu Guttenberg
© Reuters
Erstmals seit er in sein selbstgewähltes Exil nach Nordamerika geflüchtet war, zeigte sich Karl-Theodor zu Guttenberg nun in der Öffentlichkeit - und war kaum wieder zu erkennen

Fast drei Monate ist es jetzt her, seit Karl-Theodor zu Guttenberg samt Familie Deutschland den Rücken gekehrt hat. Nun trat er erstmals wieder öffentlich auf - und war kaum wieder zu erkennen.

Bei einer Sicherheitskonferenz im kanadischen Halifax zählte zu Guttenberg zu einem der geladenen Diskussionsgäste. Seit "Spiegel Online" in der vergangenen Woche vom Besuch zu Guttenbergs berichtet hatte, warteten alle auf den Auftritt des gefallenen Politstars, der einst der größte Hoffnungsträger der deutschen Politik war.

Hatte sich zu Guttenberg bisher von seinem selbstgewählten Exil in der Nähe von New York aus sehr bedeckt gehalten, ließ er sich nun zu Kritik an der deutschen Bundesregierung niederreißen.

Noch überraschender als seine Äußerungen war für die Besucher und die angereisten Journalisten jedoch wohl vor allem sein Äußeres: Die Brille ist ebenso weg wie die Gel-Frisur. Stattdessen trägt der ehemalige Verteidigungsminister nun Kurzhaarschnitt und offensichtlich Kontaktlinsen. Auch ein paar Kilo mehr auf den Rippen wollen Beobachter bei ihm entdeckt haben.

Wie "Spiegel Online" berichtet, hat zu Guttenberg neben der Haarpracht wohl auch einiges an Selbstüberzeugung eingebüst. Geradezu medienscheu habe zu Guttenberg gewirkt, die Fragen der Journalisten und die Kameras vermeidend soll er sich zurückhaltend, aber in exzellentem Englisch in Halifax präsentiert haben. Etwas eingeschüchtert dürfte zu Guttenberg jedoch auch von seinem Umfeld gewesen sein. Denn mit ihm diskutierten ehemalige Mitglieder US-Regierung und mehrere Präsidentschaftskandidaten.

Guttenberg nahm als Vertreter des Zentrums für Strategische und Internationale Studien CSIS teil, bei dem er vor kurzem angeheuert hatte und dort die Beziehungen zwischen den USA und Europa voranbringen soll.

Im Programm war Guttenberg als "distinguished statesman", angesehenen Politiker, angekündigt worden - und völlig korrekt auch ohne Doktortitel. Laut Informationen der "Mitteldeutschen Zeitung" arbeitet der CSU-Politiker derzeit an einer neuen, eigenen Doktorarbeit, ein guter Weg sich selbst zu rehabilitieren - und in Position zu bringen.

Noch gibt es keinerlei Zeichen, dass die Guttenbergs in naher Zukunft wieder nach Deutschland zurückkommen werden. Mit seinem Auftritt meldet sich der über die Plagiatsaffäre gestolperte Adlige wohl jedoch wieder als politische Größe zurück. Dabei hilft ihm auch sein neuer Haarschnitt - vielleicht.

gala.de

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