Karl Lagerfeld: Er wäscht seine Hände in Unschuld

Moi – ein Betrüger, ein Steuersünder? Solche Begriffe sind Karl Lagerfeld fremd. Denn der so kreative wie großzügige Designer lebt in seiner ganz eigenen Welt

Ein Luxusapartment in Paris, Immobilien rund um die Welt, Nobelautos, ein verwöhntes Kätzchen samt eigenem Koch, eine Privatbibliothek mit angeblich 300000 Werken: Modezar Karl Lagerfeld hegt und pflegt seinen Lifestyle. "Man muss das Geld zum Fenster rauswerfen, damit es zur Tür wieder reinkommt", lautet die Devise des Mannes, der sich, reicher Eltern sei Dank, von Kind an nie Sorgen über Geld machen musste. Bis jetzt.

Im Fokus der Steuerfahnung

Typ-Veränderung bei Adel Tawil

Er verrät den Grund für seine blonden Haare

Adel Tawil
Adel Tawil veröffentlichte auf Instagram ein Foto, auf dem er sich mit wasserstoffblonden Haaren zeigt. Jetzt verrät er den Grund für diese krasse Typveränderung.
©RTL / Gala

Wie das französische Magazin "L’Express" berichtet, hat ihn die Steuerfahndung ins Visier genommen. Angeblich schleuste er in den vergangenen sechs Jahren etwa 20 Millionen Euro am Fiskus vorbei. Weil die Buchhandlung, die er in der Pariser Rue de Lille betreibt, ein Defizit von mehr als sechs Millionen Euro gemacht habe, wurden von hier aus keine Steuern überwiesen. Brisant: Im selben Haus befindet sich auch Lagerfelds Fotostudio, mit dem er gutes Geld verdient. Der offizielle Sitz des Ateliers ist London. Von dort wurden riesige Beträge in die Steuerparadiese Irland und Virgin Islands verschoben. Ist Lagerfeld schuldig oder nicht? Eine Sprecherin bestätigt, dass ein Verfahren im Gange sei. Lagerfeld selbst äußerte sich in der Tageszeitung "Die Welt" so: "Ich habe nichts zu befürchten und bin nicht mal auf dem Laufenden."

Modezar Karl Lagerfeld

Seine 10 besten Sprüche

"Sehe ich aus wie jemand, der kochen kann? Ich kann eine Dose Cola Light aufmachen und damit hat sich das."
Über Heidi Klum: "Die kenne ich nicht, die war nie in Paris."
"Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren."
"Man muss das Geld zum Fenster rauswerfen, damit es zur Tür wieder reinkommt."

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Lagerfelds Luxuswelt

Der kreative Kopf von Chanel lebt in seiner eigenen, extravaganten Welt. Sein Vermögen wird auf 350 Millionen Euro geschätzt. Einen Arbeitsvertrag hat er nicht und braucht er nicht. Es mangele ihm einfach am "Respekt" vorm Geld, meinte er mal. "Wenn man das Glück hat, etwas zu haben, muss man es auch ausgeben." Als sich "Vogue"-Chefin Anna Wintour mal bei ihm in Biarritz ankündigte, ließ er für die Tennis-Freundin auf seinem Anwesen an der Atlantikküste schnell noch einen Court anlegen. "Er wollte einfach, dass ich mich bei ihm zu Hause fühle", erklärt sie. Bei sich selbst knausert er ebenso wenig wie bei seinen Freunden. Wenn Lagerfeld reist, dann luxuriös: "Falls ich jemandem keinen Privatjet wert bin, muss ich auch nicht hin zu dem." Im Bett geht es edel zu, er trägt ausschließlich weiße Nachthemden der Manufaktur Hilditch & Key. Vormittags zeichnet er manchmal noch in diesem Outfit, dann kommen Nachthemd und Bettlaken in die Wäsche. Die getragene Unterwäsche landet abends im Müll. Um stets mobil zu sein, leistet sich Lagerfeld zwei Fahrer. Einen für Besorgungen am Morgen, den anderen, Sebastien Jondeau, für nachmittags und abends. Ein Anflug von Sparsamkeit ist hier aber doch zu erkennen: Jondeau dient Lagerfeld auch als Bodyguard.

Einer möglichen Steuernachzahlung sieht King Karl nun gelassen entgegen: "Sollte es aus irgendeinem Grund etwas nachzuzahlen geben, dann wird es geschehen." Er zahle ja "ohnehin jedes Jahr Millionen Steuern". Das kommt hin bei einem Steuersatz von 70 Prozent. Frankreichs sozialistischer Präsident François Hollande – Lagerfeld mag ihn nicht – will den Staat sanieren, indem er die Reichen – die wiederum Hollande nicht mag – drastisch zur Kasse bittet. Schlimmstenfalls droht Lagerfeld sogar eine Haftstrafe. Denn wenn es um so hohe Beträge wie in seinem Fall geht, ist das auch in unserem Nachbarland nicht unüblich. Vor zwei Jahren noch hatte Karl Lagerfeld in einem Interview betont, dass es sein größter Luxus sei, sich vor nichts und niemandem rechtfertigen zu müssen. Mit diesem Luxus ist jetzt Schluss.

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