Karl Lagerfeld: "Selbstgefälligkeit ist furchtbar"

Totlachen könnte sich Karl Lagerfeld über sein Patenkind. Kein Verständnis hat er für Facebook und Urlaub. Auch sonst überraschte der Meister im "Gala"-Gespräch

Alle sind nervös. Visagisten, Fotoassistenten, Stylisten und jede Menge PR-Leute warten auf Karl Lagerfeld, 80. Als der Meister dann in seinem Pariser Fotostudio Einzug hält, um mit einem Shooting für Schwarzkopf zu beginnen, können alle aufatmen. Lagerfeld präsentiert sich in bester Laune - und empfängt erst mal "Gala" zum Interview.

Ist Ihnen bewusst, dass die Menschen Ihnen mit Ehrfurcht begegnen?

Lena Meyer-Landrut

Ihr Körper zwingt sie zur Pause

Lena Meyer-Landrut
Lena Meyer-Landrut richtet sich auf Instagram an ihre Fans und ruft zur Achtsamkeit auf
©Gala

Ich hoffe nicht, dass das so ist! Dann würde ich ja jede Leichtigkeit verlieren. Nein, ich bin wahnsinnig nett. Ich brauche ja alle. Ich selbst kann nix. Ich kann zeichnen, reden und habe ein paar Ideen. Aber ich kann nicht kochen, weiß nicht, wie man ein Bett macht, nichts. Ich brauche meine Leute.

Die Einstellung sollten mehr Chefs haben.

Ja, genau, ich habe nie das Gefühl, dass ich Angestellte habe, ich habe Mitarbeiter. Ich will niemals Chef sein und niemanden rausschmeißen. Mein Team ist immer das gleiche, einige sind seit 30 Jahren bei mir.

Ein gutes Zeichen …

Ja, denke ich mir auch. Ich bin auf meine Leute angewiesen. Meine Kochkünste hören mit dem Öffnen des Eisschrankes auf.

Ist es nicht toll, sich nicht darum kümmern zu müssen?

Das ist der Höhepunkt des Luxus. Ich bin wahnsinnig gern alleine, aber trotzdem muss alles vorbereitet sein.

Wie kann man Sie verärgern?

Taktlosigkeit, solche Dinge. Das Schlimmste ist, wenn man Stylisten oder Visagisten hat, die kein Talent haben, die könnte ich umbringen.

Wonach suchen Sie Ihre Projekte aus?

Wenn die Leute mir nicht gefallen, mache ich das nicht, ich brauche das nicht. Ich habe ja ein dezentes Einkommen mit Fendi, Chanel und Lagerfeld. Mode, Fotos, Bücher, das tue ich nur, weil ich es für gesund halte, viele verschiedene Sachen zu machen und sich nicht zu isolieren.

Was hat Sie an diesem Projekt für Schwarzkopf gereizt?

Die Leute, mit denen ich bei Schwarzkopf zusammenarbeite, sind wahnsinnig sympathisch und professionell. Das war immer sehr angenehm. Es war mir möglich, mich kreativ auszuleben.

Wollen Sie nicht einfach mal Urlaub machen?

Urlaub machen ist was für Angestellte, die jeden Tag ins Büro gehen. Ich habe jeden Tag Urlaub und nie Urlaub. Das ist doch eine tolle Lösung. Ich stehe ja nicht am Fließband.

Darf man Sie sich faulenzend vorstellen?

Ich tue nichts anderes als Faulenzen, nur kann ich mein Faulenzen gut ausschlachten.

Das Wort Ruhestand existiert in Ihrem Vokabular wahrscheinlich nicht.

Alles, was mit Stehenbleiben und Ruhe zu tun hat, ist nichts für mich.

Wir erleben Sie hier als Fotografen, stehen Sie lieber vor oder hinter der Kamera?

Ich hasse es, vor der Kamera zu stehen. Glaubt mir kein Mensch, ich mache es nur, weil ich es muss. Klappern gehört zum Handwerk.

Sind Sie kritisch sich selbst gegenüber?

Ach, man sieht doch auf den Fotos viel besser aus, diese ganze Technik.

Chanel-Show

Pariser Flair in Texas

Kristen Stewart ist das Gesicht der neuen "Métiers d'Art"-Kollektion von Chanel. Karl Lagerfeld hat fotografiert, und die Kampagne wird ab Mai 2014 zu sehen sein.
Chanel "Métiers d'Art"-Kollektion

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Patenonkel mit Leidenschaft: Karl Lagerfeld, kümmert sich liebevoll um den fünfjährigen Hudson, Sohn des Models Brad Kroenig. Bei den Schauen des Designers sitzt der Kleine in der ersten Reihe.

Surfen Sie im Internet?

Nichts, kein Facebook, kein Twitter. Alles, was Sie im Internet sehen, ist nicht von mir. Ich habe keine Zeit, damit rumzuspielen. Alle, die bei Facebook sind, die tun mir leid, das ist ein Armutszeugnis, diese angeblichen vielen Freunde. Ich habe es nicht nötig, mit Unbekannten zu sprechen. Nein, nein, das geht nicht.

Pflegen Sie Freundschaften?

Ich weiß nicht, was Sie darunter verstehen. Das muss gegenseitig sein, ohne analysiert zu werden, wer was wann bevor und nachher getan hat. Das ist ja kein Wettbewerb.

Ihr kleiner Patensohn scheint Ihnen sehr wichtig zu sein.

Der Hudson, das ist 'ne Nummer! Wissen Sie, was er letztens gesagt hat? "Vielen Dank für das Geld, dass du mir schickst, ich will mir eine große Schaukel kaufen. Aber ich hoffe, da ist auch noch genug Geld über, damit ich bei Ralph Lauren shoppen kann." Er brauche einen Kammerdiener, sagt er. Und im Restaurant steht er auf und ruft "Bedienung, schneller, schneller!" Zum Heulen, aber er sieht so niedlich aus, da nimmt ihm keiner übel, wenn er sich so aufführt.

Diese direkte Art hat er mit Ihnen gemeinsam.

So benehme ich mich nicht!

Sie finden das erfrischend?

Ich lache mich tot, aber deshalb ist es besser, dass Leute wie ich keine Kinder haben, die würden alle so erzogen …

Irgendwann ist es nicht mehr niedlich.

Ja, das kann auch schiefgehen, wenn Kinder zu viel Geld haben.

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Können Sie auch streng sein?

Das ist nicht meine Verantwortung, nein. Ich bin auch mit Choupette (Lagerfelds Katze, Anm. d. Red.) nicht streng, die kann machen, was sie will.

Sie haben vor Jahren viel abgenommen und halten Ihre Figur. Haben Sie Angst, wieder zuzunehmen?

Nein, mein Doktor überwacht das alles. Zwei, drei Kilo habe ich zugenommen, damit das Gesicht nicht so mager ist.

Gala: Inhaltsverzeichnis

Gala

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Sind Sie als schlanker Mensch glücklicher als früher?

Mir gefällt es immer im Moment besser, aber damals war es nicht schlecht. Ich habe keine nostalgischen Gefühle, weder im Guten noch im Schlechten. Over is over.

Haben Sie eigentlich noch Lust, auf Partys zu gehen?

Social Life ist Zeitverlust, ich bin lieber zu Hause und lese. Es gibt so vieles, was ich noch lesen möchte. Ich bin für 48-Stunden- Tage. Dann könnte ich auch mehr einkaufen. Ich halte es für eine gesunde Aktion, Geld aus dem Fenster zu schmeißen, das belebt die Ökonomie.

Sie können sich theoretisch alles leisten.

Ich kriege jeden Tag so viel geschickt, Karikaturen, sogar Diamanten. Neulich hat mir eine 95-jährige Dame Schmuck von Fabergé geschickt. Sie hatte gesehen, dass ich immer wunderbaren Schmuck trage, und möchte, dass ich mir diese Brosche anstecke. Ihre dummen Kinder sollten das nicht kriegen.

Dabei könnten Sie doch zufrieden sein mit dem, was Sie haben.

Ich bin nie zufrieden, und das halte ich für sehr gesund. Selbstgefälligkeit ist furchtbar.

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