Kaiser Akihito: Japans Kaiser spricht zum Volk

Das gab es vorher noch nie: Japans Kaiser Akihito wandte sich Mittwoch per Videoansprache an sein Volk und machte Mut nach Erdbeben und Tsunami

Am Mittwoch (16. März) tat Japans greiser Kaiser Akihito etwas bis dahin Unbekanntes: Er wandte sich mit einer Videobotschaft, die im japanischen Fernsehen ausgestrahlt wurde und Menschentrauben um öffentlich zugängliche Bildschirme versammelte, ans Volk. Er brachte in der Ansprache nach Angaben der "The Japan Times" seine Verzweiflung über die Folgen des Tsunami und des starken Erdbebens zum Ausdruck. Er sei tief erschüttert. "Täglich erhöht sich die Zahl der Getöteten und wir wissen immer noch nicht, wieviele Opfer insgesamt zu beklagen sind", sagte der 77-Jährige. "Ich hoffe sehr, das wir diese schwierige Situation meistern werden, mit viel Mitgefühl für unsere Mitmenschen. (...) Ich hoffe, dass die vom Erdbeben Betroffenen nicht aufgeben werden, sondern ums Überleben kämpfen werden und sich um ihre Gesundheit kümmern."

Der Kaiserpalast will als symbolischen Beitrag in der Situation zwei Stunden pro Tag seinen Stromverbrauch auf ein Minimum drosseln, der kaiser spendete außerdem Geld an die fünf am meisten betroffenen Präfekturen.

Ihren Kaiser so zu sehen, ist für Japaner ein ungewohnter Anblick. Der Monarch will seinem Volk Trost spenden, Erschütterung ausdrücken.

Das alles trägt er mit ruhiger Stimme und einer asiatischen Ruhe im Gesicht vor. Doch seine Landsleute verstehen sein leises Lächeln nicht falsch. Noch während der ungefähr fünfminütigen Rede des Kaisers reagieren die Japaner in den sozialen Netzwerken, freuen sich über diesen unerwarteten Trost des Monarchen.

Die Produktion des Videos durch die Pressestelle des Kaiserhofes soll ein ausdrücklicher Wunsch des Kaisers und seiner Frau, der Kaiserin Michiko, gewesen sein, um Solidarität mit den Menschen zu zeigen. Akihito kündigte an, er bete weiterhin für die Nation. Es ist bisher nicht die Rede davon, die Kaiserfamilie aus Tokio zu evakuieren.

cfu

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