VG-Wort Pixel

Kai Schumann "Diese Hausmannrolle ist irre anstrengend"

Kai Schumann
Kai Schumann
© Geisler-Fotopress / Picture Alliance
Kai Schumann schlüpft normalerweise ständig in neue Rollen. Aktuell spielt er die Rolle des Hausmannes – allerdings ohne Drehbuch und Kamera. Denn wegen der Coronapandemie muss der Schauspieler auf Dreharbeiten verzichten.

In der Rolle des Oberarztes Dr. Mehdi Kann eroberte Kai Schumann, 43, in der Serie "Doctor’s Diary" reihenweise Frauenherzen – in Zeiten der Coronapandemie genießt der Schauspieler hingegen zuhause die Rolle des Hausmannes.

Kai Schumann: "Ich habe mich bewusst dazu entschieden, keine Angst zu haben"

Wegen des neuartigen Virus wurden zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen verschoben: Die Gesundheit aller hat oberste Priorität. Eine Situation, die beängstigend ist. Oder? Nein, findet Kai Schumann. "Ich kenne dieses Gefühl, als Schauspieler lebt man jeden Tag mit einer Prise Ungewissheit", erklärt Schumann im Interview mit GALA. Zu Beginn der Krise hatte er mit Existenzängsten zu kämpfen, doch irgendwann hat er sich "bewusst dazu entschieden, keine Angst mehr zu haben und einfach zu akzeptieren, dass wir in unsicheren Zeiten leben." 

GALA: Sie wirken extrem gut gelaunt. Wie gehen Sie mit der aktuellen Situation um?
Kai Schumann: Immer unterschiedlich. Ich versuche, jeden Augenblick bestmöglich zu nutzen und möglichst wenig Angst zu haben – Angst ist in einer Krise nicht wirklich hilfreich.

Stehen Sie im Moment vor der Kamera?
Nein, aber ich mache ganz viel Hausarbeit, wasche Wäsche und bringe den Garten auf Vordermann. Diese Hausmannrolle ist irre anstrengend, auch wenn sie mir Freude bereitet. Und macht mir einmal mehr bewusst, wie sehr diese Form der Arbeit oft unterschätzt wird. 

"Ich hoffe, dass ich bald wieder am Set stehen darf"

Wurden Projekte, für die Sie eigentlich jetzt vor der Kamera stehen würden, gecancelt?
Nicht gecancelt, aber verschoben. Im Moment finden Dreharbeiten ja nur unter extrem strengen Sicherheitsmaßnahmen statt. Ich hoffe aber, dass ich bald wieder am Set stehen darf.

Wie kommen Sie mit dieser Ungewissheit zurecht?
Ich kenne dieses Gefühl, als Schauspieler lebt man jeden Tag mit einer Prise Ungewissheit. Ich weiß nie, was als nächstes kommt und ob ich in drei Monaten noch genug Geld für alles habe. Vielleicht bin ich deswegen auch noch so entspannt. (lacht) Momentan bin ich einfach gerne Hausmann.

An dieser Stelle hat unsere Redaktion Inhalte aus Instagram integriert.
Aufgrund Ihrer Datenschutz-Einstellungen wurden diese Inhalte nicht geladen, um Ihre Privatsphäre zu schützen.
DATENSCHUTZ-EINSTELLUNGEN
Hier können Sie die Einstellungen für die Anbieter ändern, deren Inhalte sie anzeigen möchten. Diese Anbieter setzen möglicherweise Cookies und sammeln Informationen zu Ihrem Browser und weiteren, vom jeweiligen Anbieter bestimmten Kriterien. Weitere Informationen finden Sie in den Datenschutzhinweisen.

Haben Sie nie mit Existenzängsten zu kämpfen?
Doch, am Anfang der Krise auf jeden Fall! Ist das nicht normal, wenn so etwas passiert? Aber irgendwann habe ich mich bewusst dazu entschieden, keine Angst mehr zu haben und einfach zu akzeptieren, dass wir in unsicheren Zeiten leben.

Ich könnte von heute auf morgen meine Familie oder mein Heim verlieren, aber helfe mir die Angst davor, das zu verhindern?

Spüren Sie mittlerweile eine Art Bestätigungsentzug?
Ich habe versucht, auf Instagram live zu gehen und meine Fans zu unterhalten, aber das ist nichts für mich.

Wieso?
Ich lebe einfach gerne in der realen Welt.

Vermissen Sie das Set nicht?
Nein. Aber ich genieße die Vorfreude, wenn bald hoffentlich wieder alles möglich ist. Aber eben nicht um jeden Preis.

Unter dem Motto "Entertainment in der Krise" spricht GALA während der Coronakrise mit Künstlerinnen und Künstlern über all das, was sie beruflich und privat bewegt.

Verwendete Quellen: eigenes Interview

Gala

Mehr zum Thema


Gala entdecken