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Justin Bieber Bad Boy Bieber!


Drogenfotos, Autodelikte, Peinlichkeiten: Teenie-Idol Justin Bieber katapultiert sich mit seinen Skandalen immer mehr ins Karriere-Aus. Droht ihm das gleiche Schicksal wie Britney Spears?

Was ist nur mit Justin Bieber los? Der erfolgreiche Teenie-Star aus Kanada (mehr als 14 Millionen verkaufte Alben) entwickelt sich gerade vom beliebtesten Mädchenschwarm der Welt zum unsympathischen Bad Boy. Kaum ein Tag vergeht, an dem der 18-Jährige nicht negativ von sich reden macht. Mit ausschweifenden Drogen-und Alkoholpartys in Hotelsuiten, Pöbelattacken auf seine Fans, Verkehrsdelikten in Serie und zwielichtigen Freunden wie den Rüpelrappern Lil Twist und Lil Za bastelt "Jus" auf Biegen und Brechen an seinem neuen Image. Er möchte nicht mehr der Pop-Softie sein, sondern ein cooler Hiphopper, der sich von niemandem mehr etwas sagen lässt. Ein gefährlicher Schritt, der, wenn Justin Bieber so weitermacht, ihn seine Karriere kosten könnte.

Jüngster Vorfall: Ein Bieber-Fan machte einige Fotos von seinem Idol beim Shoppen in Los Angeles und wurde deshalb aggressiv von Lil Twist, 20, angeraunzt. Als der knipsende Fan aus Angst flüchtete, rannte der Rapper hinter ihm her und bedrohte ihn. Erst Biebers Bodyguard konnte die Situation beruhigen. Lil Twist war es auch, der einen Tag nach einer rauschenden Silvesterparty mit dem weißen Ferrari seines berühmten Freundes bei einer Spritztour durch Los Angeles von der Polizei gestoppt wurde. Ein Paparazzo war - auf der Jagd nach einem guten Schnappschuss - beim Überqueren der Straße ums Leben gekommen.

Bieber versucht sich in Image-Demontage: Bieber beim Feiern mit Alkohol, Joints, Aufputsch-Drinks. Sein weißer Ferrari war an Neujahr in einen Unfall verwickelt
Justin Biebers weißer Ferrari war an Neujahr in einen Unfall verwickelt.
© Splashnews.com

Auch wenn Justin Bieber selbst nicht dabei war und kurz danach öffentlich sein Bedauern über diesen tragischen Unfall bekundete, bringen ihn solche Schlagzeilen mächtig in Verruf. Den Sänger stört das nicht. Im Gegenteil: Er legt es geradezu darauf an, sich als Enfant terrible zu präsentieren. Und deshalb verbringt er inzwischen fast jede freie Sekunde mit seinen Hiphop-Kumpels. Auf seine Berater und echten Freunde hört er offensichtlich nicht mehr. Nachdem er sich jahrelang sagen lassen musste, was er zu tun hat, zieht er nun einfach sein eigenes Ding durch.

Gerät Justin Bieber auf die schiefe Bahn? Er wäre nicht der erste Teenie-Star. Auch bei Lindsay Lohan und Britney Spears begann der Karriereabsturz ähnlich. Auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs haben sie sich mit Drogen, Alkohol und Ausrastern sukzessive selbst zerstört und nie wieder richtig davon erholt. Ein Comeback? Nur schwer vorstellbar. Es ist psychologisch erwiesen, dass viele Stars bei dem emotionalen Reifegrad hängenbleiben, mit dem sie berühmt geworden sind. "Kinderstars wie Justin Bieber stehen ihr halbes Leben lang non-stop unter Beobachtung", so der renommierte New Yorker Psychologe Dr. Jeff Gardere zu "Gala". "Irgendwann wollen sie ausbrechen und über sich selbst bestimmen. So etwas ist meist selbstzerstörerisch. Justin muss aufpassen, dass er nicht abstürzt und seiner Gesundheit, Karriere und Reputation schadet."

Seinen 33 Millionen Twitter-Followern postete er kürzlich sein jüngstes Tattoo.
Seinen 33 Millionen Twitter-Followern postete er sein jüngstes Tattoo.
© Splashnews.com

Im Moment ist er auf dem besten Weg dorthin. So kursieren immer mehr Fotos im Netz, auf denen er mit seinen Rapper-Kumpels Lil Twist und Lil Za einen Joint raucht. Als die Bilder von einer wilden Silvestersause für Empörung sorgten, kam Bieber dann doch in Erklärungsnot. Er twitterte: "Ich wachse und lerne jeden Tag und versuche, besser zu werden. Man fällt hin und steht wieder auf." Das klingt nicht wirklich nach Einsicht, zumal kurz danach wieder neue Kifferfotos auftauchten.

Im Moment scheint niemand mehr an den Teenager heranzukommen. Selbst Manager Scooter Braun gibt in einem Interview zu, dass er das unreife Verhalten seines Schützlings nicht im Griff hat. "Er hat zwei Seiten. Auf der einen ist er vermutlich der reifste und bekannteste Teenager der Welt. Aber auf der anderen ist er einfach noch ein Kind", so Braun gegenüber dem Magazin "Rolling Stone".

Auch Selena Gomez, lange wichtigster Anker im Leben des Popstars, hat Bieber durch sein rüpelhaftes Verhalten verloren. Die erfolgreiche Schauspielerin und der Sänger waren gut zwei Jahre zusammen, sie galten als Teenietraumpaar. Mit dem abrupten Imagewandel von Bieber begann es zwischen den beiden zu kriseln. Nach mehrmaligem On and Off erklärte Selena Gomez, 20, Anfang Januar die Beziehung für "endgültig" beendet. Schuld sei der volle Terminkalender der beiden Superstars, hieß es offiziell. Der wahre Grund könnte ein anderer sein: Bieber soll sich bei einem One-Night-Stand im Drogenrausch mit der 22-jährigen Krankenschwesternschülerin Milyn Jenson im "Four Seasons" in Los Angeles vergnügt haben.

Dabei war Selena Gomez eine der wenigen, die Justin Bieber die Grenzen aufzeigten. Wacht er nun endlich auf? Sein Song "Nothing Like Us" vom neuen Album "Believe Acoustic" handelt zumindest von seiner Trauer über die zerbrochene Beziehung: "Nichts wird dich jemals ersetzen können", heißt es darin. Oder auch: "Es geht nichts über dich und mich. Zusammen durch den Sturm ..." Klingt das wie Reue? In einem Interview mit dem "Billboard"-Magazin gab er gerade zu: "Ich bin nicht gerade in der glücklichsten Phase meines Lebens." Vielleicht schafft es ja die zerbrochene Liebe, den Superstar zur Vernunft zu bringen. Vor einigen Tagen wurde er jedenfalls wieder mit Selena gesichtet …

Den Jobs hat sein Imagewandel bisher nicht geschadet. Am 17. Februar ist Bieber sogar wieder als Gaststar in der Krimiserie "CSI" im US-Fernsehen zu sehen. In der Episode "Target Of Obsession" spielt er den Teenager Jason McCann, mit dem es - wir nehmen es vorweg - kein gutes Ende nimmt. Man kann nur hoffen, dass Justin Bieber im wahren Leben nicht ein ähnlich trauriges Schicksal ereilt.

Annette Utermark Mitarbeit: Caroline Schleppegrell, Anna-Barbara Tietz

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