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Juliane Seyfarth Wie Hacker aus der Skispringerin eine arabische Prinzessin machten

Juliane Seyfarth
Juliane Seyfarth
© imago images
Die Skispringerin Juliane Seyfarth wurde Opfer eines Hacker-Angriffs. In GALA erzählt sie, wie sie sich ihren Namen zurückholte.

Es ist schon spät am Abend, als bei Juliane Seyfarth, 30, eine seltsame Mail aufpoppt. In der Türkei würde gerade jemand versuchen, sich in ihren Instagram-Account einzuloggen, heißt es darin. Bei der Skisprung- Weltmeisterin, der allein auf dieser Plattform über 20 000 Fans folgen, schrillen sämtliche Alarmglocken. Umgehend versucht sie, ihre Passwörter zu ändern - doch es ist schon zu spät. Überall auf ihrem Profil prangen jetzt Bilder einer verschleierten Frau, arabische Schriftzeichen sind zu lesen. Von Julianes Fotos und Videos dagegen fehlt jede Spur. Aus der Spitzensportlerin ist plötzlich die saudische Prinzessin Haifa bint Abdullah Al Saud geworden.

Juliane Seyfarth im GALA-Interview

"Es war wie im Film", sagt die Wintersportlerin im GALA-Interview. "Ich hatte Angst und habe auch geweint." Denn nicht nur ihr Instagram-Profil ist betroffen. Auch ihr E-Mail-Konto mit Infos zu Online-Überweisungen wurde angegriffen. Julianes große Sorge: Die wollen an mein Geld! Vorsorglich lässt sie ihr Konto sperren. Die Nacht verbringt sie bis vier Uhr morgens vor ihrem Laptop, in der Hand das Handy. Ihr Freund Luke, 30, mit dem sie erst wenige Monate zusammen ist, baut sie auf. Juliane zu GALA: "Ich nehme sonst immer alles selber in die Hand. Da aber war ich so unfassbar hilflos."

Unterstützung erfährt sie in den nächsten Tagen auch vom Deutschen Olympischen Sportbund. Dem DOSB- Mitarbeiter Jens Behler gelingt es, einen Großteil ihrer Instagram-Inhalte wiederherzustellen. Der Name der Prinzessin jedoch steht weiter auf ihrer Seite. Verwirrend für jeden, der ihr Profil besucht. Was die Hacker mit dieser Aktion bezwecken? Neben Zugriff auf persönliche Daten sind es wohl die vielen Kontakte des Sport-Stars.

Solche Fragen beschäftigen Juliane Seyfarth tagelang, plus Termine mit der Bank, neues E-Mail-Konto, neue Telefonnummer, Vorbereitung der Strafanzeige. Und all das in der Woche, in der es für die Olympia-Zehnte von 2018 nach der Corona-Pause endlich wieder auf die Schanze ging. Ende August stehen die ersten Sommer-Wettkämpfe an. Freut sie sich?

Nun bereitet sie sich auf Olympia vor

"Ich bin seit 20 Jahren Skispringerin und würde ohne Wettkämpfe überhaupt nicht klarkommen. Ein Leben ohne meinen Sport kann ich mir nicht vorstellen. Ich bin heiß darauf, wieder zu starten", so Seyfarth. Ihre Karriere möchte Juliane bei den Olympischen Winterspielen 2022 krönen. In Peking will sie um eine Medaille mitspringen: „Ich habe noch ganz viele Reserven und bin motivierter denn je“, so ihre Kampfansage.

Wenn es um die Ermittlungen gegen ihre Daten-Diebe geht, ist sie hingegen zurückhaltender: "Die werden wohl nicht gefasst." Hat sie etwas aus den nervenzehrenden Tagen gelernt? "Vielleicht muss man sich jeden Monat hinsetzen und seine Passwörter erneuern.“ Ein guter Tipp. Mit Sicherheit.

Gala

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