Judith Rakers: Moderatorin sagt SemperOpernball ab

Ärger um den SemperOpernball. Judith Rakers sagt ihren Moderationsjob kurzerhand ab. Auch Roland Kaiser äußerte sich jetzt dazu, wie es für ihn beim Opernball weitergeht.

Schon wieder Riesen-Aufregung um den SemperOpernball: Moderatorin Judith Rakers, 44, sagt ihren Job beim legendären Tanzball am 7. Februar ab. Roland Kaiser, 67, wird in gut einer Woche voraussichtlich mit einer anderen Dame moderieren.

Opernchef bekommt massive Gegenwehr

Im Zentrum des Skandals steht wieder einmal der Künstlerische Gesamtleiter des SemperOpernballs Hans-Joachim Frey, 54. Bereits im September 2019 sorgte der Kulturmanager für Aufsehen, weil er Sylvie Meis, 41, nach zwei Jahren Moderationsjob beim Opernball wegen ihrer zu freizügigen Outfits kündigte.

Nun der nächste Ärger: Ballchef Frey hatte am Sonntag den ägyptischen Machthaber Abdel Fattah al-Sisi, 65, in Kairo mit dem goldenen St.-Georgs-Orden des Dresdner SemperOpernballs bedacht. Diese Auszeichnung, die ein Symbol für den Sieg des Guten über das Böse sein soll, stößt hierzulande auf massive Gegenwehr. So ist al-Sisi für seine harte Hand gegenüber Kritikern sowie die Einschränkung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit bekannt.

Judith Rakers zieht Konsequenzen

Eine Situation, die besonders für die potenziellen Opernball-Moderatoren ein Problem darstellt: "Aus dem kulturellen Ereignis ist durch die Verleihung des St.-Georg-Ordens an al-Sisi ein politisches geworden", schreibt Judith Rakers auf Instagram. Sie sei von der Verleihung sehr irritiert und befinde sich "seitdem in Gesprächen über die Konsequenzen, die ich als Moderatorin des Balls ziehen möchte", macht sie klar.

Und genau diese Konsequenzen hat Judith nun gezogen. "Ich habe den Semperopernball e.V. in den vergangenen Tagen um Auflösung des Vertrages gebeten und habe angeboten, auf jegliches Honorar - auch für bereits geleistete Arbeit - zu verzichten, wenn der Ballverein mich im Gegenzug aus dem noch bindenden Vertrag entlässt", informiert sie ihre Follower.

Roland Kaiser bleibt

Auch Co-Moderator Roland Kaiser ist natürlich "irritiert" und kündigte mögliche Konsequenzen an. Anders als Judith Rakers will der Schlagersänger aber seinen Vertrag einhalten. "Ich habe mit dem MDR, aber auch mit Freunden und Partnern darüber gesprochen und mir die Entscheidung nicht leichtgemacht. [...] Letztendlich habe ich mich dafür entschieden, den SemperOpernball zu moderieren – und zwar nicht trotz, sondern vielleicht gerade wegen dieses Vorfalls. Gemeinsam mit den Gästen auf der Bühne und im Publikum werde ich beweisen, dass das Herz des SemperOpernballs für Pluralismus, Meinungs- und Pressefreiheit, Toleranz, Freiheit und Demokratie schlägt", schreibt Kaiser auf Facebook. 

Die Vergabe des St. Georg Ordens des Dresdner SemperOpernballs an den ägyptischen Machthaber Abdel Fattah al-Sisi...

Gepostet von Roland Kaiser am Mittwoch, 29. Januar 2020

Ersatz für Judith Rakers

Was machen die Verantwortlichen, um die Situation zu retten? Sowohl die Semperoper Dresden als auch der "Mitteldeutsche Rundfunk" (MDR), der den Ball überträgt, sollen sich von der Entscheidung der Verleihung distanzieren , heißt es. Auch Ballchef Frey zeigt sich mittlerweile einsichtig. Am Dienstag erklärte er in Dresden, dass die Verleihung des Ordens an al-Sisi "ein Fehler" gewesen sei. "Wir möchten uns für diese Preisverleihung entschuldigen und davon distanzieren. [...] Uns sind die entstandenen Irritationen bewusst und wir bedauern sie von Herzen", zitiert unter anderem der MDR den 54-Jährigen.

Auf Facebook kündigte der SemperOpernball an, eine Ersatzmoderatorin für Judith Rakers zu suchen, die zusammen mit Roland Kaiser moderiert. Ob das in der einen Woche gelingt?

Verwendete Quellen: MDR, Bild, Facebook, Instagram

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