Johnny Depp: So long, Johnny!

Johnny Depp wirkt gerade so glücklich wie lange nicht mehr, will sein Leben aber trotzdem radikal ändern. Offenbar müssen seine Fans sich langsam von ihm verabschieden

Der Mann, dem man in Hollywood eine gewaltige Midlife-Crisis nachsagt, weist alle Probleme entschieden zurück. "Es gibt doch keine Alternative zum Altern!", sagt Johnny Depp, 50 Jahre jung, zu "Gala". "Außerdem kannte ich schon viele Leute, die sich bis ins hohe Alter ihr kindliches Gemüt erhalten haben. Sie hatten die Energie von Kindern, deren Neugier und Begeisterungsfähigkeit. Ich glaube, dass es Spaß macht, alt zu werden." Selbst auf Falten freut sich der stilbewusste Beau, wie er lächelnd versichert. "Hässlich zu sein ist besser als schön zu sein, denn es hält länger. Am Ende holt die Macht der Schwerkraft auch den Schönsten ein. Wenn man außer gutem Aussehen nichts zu bieten hat, dann hat man ein Problem."

Depp wirkt aufgeräumt, nach vorne blickend. Der Mann, der in Hollywood alles erreicht hat, zu dessen Fans Cineasten wie Popcorn-Kino-Teenies gehören, macht neue Pläne. "Es wird schön sein, dem Film eines Tages den Rücken zu kehren. Dann kann ich ein Buch schreiben, malen oder das Leben einfach nur genießen." Den Fans bereitet diese Vorfreude Sorge, denn "eines Tages" könnte schon bald sein. Johnny Depp vor wenigen Tagen in der BBC: "Ich habe zwar nicht vor, sofort aufzuhören. Aber es ist auch nicht mehr in allzu weiter Ferne."

Jetzt im Kino: In dem Western "Lone Ranger" spielt Depp den Indianer Tonto. Zusammen mit seinem Freund (die Titelfigur wird dargestellt von Arnie Hammer) kämpft er gegen Korruption und für Gerechtigkeit.

Eine Trotzhaltung? Die Kritik an seinem jüngsten Werk hat den Superstar verstört. Der 200-Millionen-Dollar-Western "Lone Ranger", ab diese Woche bei uns zu sehen, floppte an den US-Kinokassen. Viele Kritiker, die schon Depps "Fluch der Karibik"-Auftritte skeptisch beäugten, sprechen bei "Lone Ranger" von einer wenig nachhaltigen, gar "klamaukigen" Performance. Ein schwerer Schlag für Depp, der jede Rolle sorgsam auswählt. Der Gegenwind könnte nun noch ein Grund mehr dafür sein, dass er seinen Traum von einem neuen Leben schnell in die Wirklichkeit umsetzt.

Filmlooks

Johnnys verrückte Kostüm-Show

Als exzentrischer Fabrikbesitzer "Willy Wonka" in "Charlie und die Schokoladenfabrik" (2005) spielte sich Johnny auch aufgrund seiner schrägen Kostüme in die Herzen vieler Kinder.
Hie müssen wir schon zweimal hinschauen, um Johnny Depp zu erkennen. Für "Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen" (2018) hat sich der wandlungsfähige Schauspieler wieder einmal einer Komplettverwandlung unterzogen. 
Johnny Depp als Whitey Bulger
In "Mortdecai – Der Teilzeitgauner" (2015) zeigt sich Johnny Depp erblondet. Mit Zwirbelbart spielt er einen schrulligen englischen Kunsthändler. 

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Schließlich läuft es privat gerade richtig rund. Beim Treffen mit "Gala" sagt Depp zum Thema Liebe, fast ein wenig schüchtern, nur so viel: "Ich spreche nicht über frühere Beziehungen. Es waren alles tolle Frauen. Wir haben uns jeweils geholfen, durch bestimmte Phasen unseres Lebens zu kommen." Was er damit andeutet: Vor einem Jahr verließ er Vanessa Paradis, 40 - nach 13 Jahren Beziehung und zwei gemeinsamen Kindern. Die neue Frau an seiner Seite ist Amber Heard, Schauspielerin und 23 Jahre jünger als Johnny Depp. Er lernte sie am Set des Abenteuer-Dramas "The Rum Diary" kennen.

Amber gilt als fast so unvorhersehbar wie Johnny. Bevor sie ihn traf, hatte sie eine lesbische Liaison. Und auch sie will keine öffentliche Beziehung: Sie erklärte kürzlich, dass sie nie wie Brad Pitt und Angelina Jolie leben könnte. Gleichzeitig wird es zwischen ihr und Johnny immer ernster. So begleitete Amber ihn bereits zu Premieren rund um die Welt, wirkt sehr vertraut mit seinen beiden Kindern.

Es gäbe also viele gute Gründe für Johnny Depp, ein neues Leben in der Anonymität bald zu starten. Mit Bedauern in der Stimme sagt er, dass er heute mit seinen Kindern nicht mehr durch einen öffentlichen Park gehen kann, weil es "sehr schnell sehr merkwürdig" würde. Andererseits: Er hat noch einige Filme in Arbeit. Der Sci-Fi-Thriller "Transcendence" ist abgedreht, es folgen das FBI-Drama "Black Mass", das Musical "Into The Woods" und der fünfte Teil der "Fluch der Karibik"-Reihe. Vorerst wird das Kind im Manne auch auf der Leinwand weiterspielen.

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