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Johnny Depp Schadensersatzerlass möglich! Wird er Amber Heard vor Schuldenlast retten?

Johnny Depp
© Steve Helber / Getty Images
Heldentat oder Kalkül? Die Anwälte von Johnny Depp deuten bei einem Interview im US-Fernsehen einen Schadensersatzerlass für Amber Heard an. Diese vermeintlich großzügige Geste des Schauspielers ist allerdings an eine Bedingung geknüpft.

Für Johnny Depp, 59, war es ein Triumph, als die Jury im Prozess gegen seine Ex-Frau Amber Heard, 36, fast in vollem Umfang zu seinen Gunsten entschied. Seiner Forderung von 50 Millionen Dollar (rund 46 Millionen Euro) in dem Verleumdungsprozess wurde von den Geschworenen vor Gericht in Texas zwar keine Folge geleistet. Aber immerhin wurden ihm insgesamt 15 Millionen Dollar zugesprochen. Doch um Geld ging es ihm offenbar nicht. Das erklärten nun seine Anwälte vor der Kamera eines US-Senders und sendeten damit vielleicht ein subtiles Signal an Heard.

Johnny Depp vs. Amber Heard: So endete der Prozess

Die Geschworenen im Prozess zwischen den beiden Ex-Eheleuten hatten Depp Schadensersatz und Strafschadenersatz zugesprochen, nachdem sie festgestellt hatten, dass Heard ihn in einem Artikel aus dem Jahr 2018 über ihre Erfahrungen mit häuslicher Gewalt diffamiert habe. Der "Fluch der Karibik"-Star reichte zunächst die Klage ein mit einer Schadensersatzforderung von 50 Millionen Dollar. Im Gegenzug verklagte ihn seine Ex-Frau  auf 100 Millionen Dollar (circa 93 Millionen Euro).  

Informationen zu Hilfsangeboten

Wenn Sie von häuslicher Gewalt betroffen sind, finden Sie deutschlandweit und rund um die Uhr unter der kostenlosen anonymen Nummer des "Hilfetelefons Gewalt gegen Frauen" Hilfe: 08000/116 016 . Oder Sie nutzen die Website der Bundesinitiative "Stärker als Gewalt". Wenn Sie sich akut bedroht fühlen, rufen Sie die Polizei unter der kostenlosen Notrufnummer 110.

Mit dem Urteil zu Depps Gunsten stimmte die Jury zu, dem Schauspieler 10 Millionen Dollar (rund 9 Millionen Euro) Schadensersatz und weitere 5 Millionen Dollar (circa 4,6 Millionen Euro) Strafschadensersatz zuzusprechen. Der Strafschadenersatz wurde jedoch gemäß dem Gesetz des Bundesstaates Virginia auf 350.000 Dollar (325.000 Euro) begrenzt.

Allerdings entschieden die Geschworenen auch in einigen Punkten zugunsten von Heard. Deshalb wurde der Schauspielerin ebenfalls Schadensersatz zugesprochen – und zwar in Höhe von 2 Millionen Dollar (rund 1,8 Millionen Euro). Aus diesem Grund reduzierte sich die Gesamtsumme für ihren Ex auf 8,35 Millionen Dollar (7,7 Millionen Euro). So viel zum Stand der Dinge.

Amber Heard kann „definitiv nicht“ zahlen

Vor wenigen Tagen erklärte ihre Anwältin Elaine Bredehoft in der Show "Today", Heard sei nicht in der Lage, die Schadensersatzforderungen von Depp zu erfüllen. "Oh nein, definitiv nicht", antwortete die Juristin auf Nachfrage der Journalisten. Aber dazu solle es auch überhaupt nicht kommen, denn ihre Mandantin plane, in Berufung zu gehen.

Depps Anwälte deuten Angebot zu einer Einigung an

Doch nun könnte sich das Blatt wenden. Johnny Depps Anwälte Camille Vasquez und Ben Chew waren am 8. Juni 2022 zu Gast im US-Morgenfernsehen. George Stephanopoulos, Gastgeber von "Good Morning America“, fragte die beiden, wie man Heards Berufungspläne vielleicht noch abwenden könne. 

Camille Vasquez, Johnny Depp und Ben Chew
Johnny Depps Anwälte Camille Vasquez and Ben Chew betonten in einer US-Morningshow, dass es ihrem Mandanten im Prozess gegen Amber Heard nie um Geld ging.
© Kevin Lamarque / Picture Alliance

"Wir können die Kommunikation zwischen Anwalt und Mandant nicht offenlegen, aber wie Herr Depp aussagte und wie wir beide in unseren jeweiligen Abschlüssen klarstellten, ging es Herrn Depp nie um Geld", erklärte Chew. "Hier ging es darum, seinen Ruf wiederherzustellen, und das hat er getan." Auf weiteres Nachhaken antwortete der Jurist kryptisch: "Wir müssen vorsichtig sein, was wir sagen, aber es ging um Herrn Depps Ruf, darum ging es ihm."

Aussagen, bei denen man leicht zwischen den Zeilen lesen könnte, dass Depp sich im Gegenzug zu einem Berufungsverzicht von Heard einen Erlass ihrer Schadensersatzleistungen vorstellen könnte. Wenn dieses Angebot Heards Anwälten tatsächlich vorliegen sollte, darf man mit Spannung die Entscheidung der Schauspielerin erwarten.

Verwendete Quelle: goodmorningamerica.com, today.com

ama Gala


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