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Johannes Oerding im Interview Womit er Freundin Ina Müller am meisten nervt

Ina Müller und Johannes Oerding
© BrauerPhotos/Dominik_Beckmann
"Sing meinen Song"-Gastgeber Johannes Oerding verrät im GALA-Interview, was ihn und Lebensgefährtin Ina Müller aneinander nervt und welches Hobby er für sich in der Coronakrise entdeckt hat.

Vor zwei Jahren war er noch als Gast dabei, heute heißt Johannes Oerding, 39, die Gäste bei "Sing meinen Song – Das Tauschkonzert" willkommen. Doch nicht nur die Funktion bei der beliebten Musik-Show hat sich für den Sänger geändert, auch die Drehbedingungen mussten nach vielen Jahren in Südafrika wegen der Coronakrise angepasst werden. Im Interview mit GALA erzählt Johannes nicht nur über seine neue Aufgabe als Gastgeber, sondern plaudert auch ein bisschen aus dem privaten Nähkästchen und über Lebensgefährtin Ina Müller, 55.

GALA: Johannes, du warst 2019 als Kandidat bei "Sing meinen Song – Das Tauschkonzert" dabei, jetzt bist du Gastgeber. Was ist das für ein Gefühl?

Johannes Oerding: Ich glaube, das klingt wichtiger, als es ist. (lacht) Ich war erstmal froh, dass ich überhaupt wieder dabei sein darf. Es handelt sich um eine großartige Sendung, die für mich sehr inspirierend ist. Aber ich muss auch sagen: Das waren die härtesten Arbeitswochen meines Lebens. Nicht nur vom zeitlichen Pensum her, sondern auch wegen dem, was das mit einem macht. Man sitzt da nicht mehr als Gast, kann sich genüsslich ein Bier öffnen und sich berieseln lassen, sondern muss konzentriert bleiben und das Geschehen lenken. Das war eine ganz schöne Herausforderung.

Inwiefern?

Johannes Oerding, Ian Hooper, DJ BoBo, Stefanie Heinzmann, Nura, Joris und Gentleman bei "Sing meinen Song" (auf Vox und TVNow)
Johannes Oerding, Ian Hooper, DJ BoBo, Stefanie Heinzmann, Nura, Joris und Gentleman bei "Sing meinen Song" (auf Vox und TVNow)
© TVNOW / Markus Hertrich

Ich bin so ein Typ, wenn ich so etwas annehme, will ich mich immer ganz strebermäßig vorbereiten. Ich habe mir immer eine Woche vorher schon die Infos über den jeweiligen Künstler des Abends reingezogen und die Basics draufgehabt. Ich habe sogar Nuras Buch gelesen, mir Interviews angeguckt, mich durch alle musikalischen Werke gehört. Einfach, um ein Gefühl für die Künstler zu bekommen und um herauszufinden, was mich an Geschichten über sie interessiert und welche der Zuschauer auch noch nicht kennt.

Hast du dir Ratschläge von den vorherigen Gastgebern geholt?

Ja, klar. Ich habe Paddy Kelly angerufen und ihn gefragt, ob er mir noch irgendwelche Tipps geben kann. Aber dann meinte er nur "Nee, kann ich nicht". (lacht) Aber er hat mir gut zugesprochen und gemeint. "Johnny, mach dir keine Sorgen! Du wirst das schon machen. Das ist doch genau dein Format." Und da hat er auch recht. Es gibt eigentlich nichts, was ich lieber mache, als Musik zu machen, mich mit Leuten über Musik zu unterhalten und sich gegenseitig die Bälle hin- und herzuwerfen.

Ihr habt in diesem Jahr wegen Corona leider nicht in Südafrika drehen können, sondern in Wangels in Schleswig-Holstein. Wie war das?

Am Anfang hatte ich schon etwas Wehmut und fand es schade, dass wir nicht in Südafrika drehen. Afrika ist immer eine Reise wert und ein richtiges Abenteuer – eine tolle Vegetation, besseres Wetter, blauer Himmel. Aber: Ich glaube, das haben wir auch gut an der Ostsee hinbekommen. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter, es gab auch blauen Himmel und weißen Sandstrand. Optisch wird das meiner Meinung nach fast keinen Unterschied zu Südafrika machen. Der einzige Unterschied ist, dass man uns bei den Außendrehs immer mit dicken Jacken sieht. (lacht)

Also war es schon kalt an der Ostsee?

Draußen natürlich schon. Aber ansonsten haben wir in einem riesigen Zirkuszelt gedreht, in dem es sogar eine Fußbodenheizung gab.

Was ich aber für mich erkannt habe: Es ist eigentlich egal, wo man dreht. Es braucht einfach nur sieben Leute, die sich verstehen und wissen, dass es ein Privileg ist, dort zu sitzen und diesen Job mit Demut und Respekt angehen. Diese Künstler hätte man auch auf einer Bank am Hauptbahnhof in Hamburg setzen und eine Kamera draufhalten können, es wäre unterhaltsam geworden.

Welcher der anderen Künstler hat musikalisch für dich die größte Herausforderung bedeutet? Nura als Rapperin?

Johannes Oerding auf der Bühne bei "Sing meinen Song"
Johannes Oerding auf der Bühne bei "Sing meinen Song"
© TVNOW / Markus Hertrich

Mit Nura hatte ich kein Problem, weil ich einen Song hatte, in dem nicht gerappt wird. Die größere Herausforderung war der Song von DJ BoBo. Ich habe mir einen Song ausgesucht, in dem sehr viel gerappt wird und dann seine 90er-Jahre-Eurodance-Art dazu ... Das auf die Oerding-Art in ein Lagerfeuer-Lied zu verwandeln, war nicht ganz leicht.

Erleben wir sonst musikalische Überraschungen von dir?

Ich habe so hoch gesungen, wie noch nie zuvor. Ich sage nur so viel: Ich habe mein großes Vorbild Prince noch mal auferstehen lassen. (lacht)

Ein weiteres Vorhaben für 2021 war deine "Konturen"-Tour. Nun musste die aber wegen Corona leider auf 2022 verschoben werden ...

Es ist traurig, denn ich hatte noch Hoffnung. Aber so ist das nun mal in diesen turbulenten Zeiten. Es stehen auch noch 35 Open-Airs an, aber auch das wird schwierig. Wir arbeiten an Konzepten und Lösungen, wie wir es schaffen, dass ich doch noch irgendwie auf die Bühne komme. Ich glaube, irgendwas werden wir den Leuten schon anbieten können.

Gibt es denn etwas, das du im Lockdown als Beschäftigung für dich entdeckt hast?

Eigentlich habe ich mir für solche Momente immer vorgenommen, viel zu reisen und andere Länder kennenzulernen. Das klappt nun auch nicht. Aber ich habe mir drei Pflanzen gekauft, zum ersten Mal in meinem Leben kümmere ich mich zu Hause um Pflanzen. Eine ist schon verreckt ... Ich glaube, ich habe sie mit meiner Liebe erdrückt. (lacht) Ich habe sie wirklich jeden Tag mit Wasser besprüht, also vielleicht ist sie auch einfach ertrunken. Ansonsten habe ich meinen Balkon auf Vordermann gebracht. Ich wusste gar nicht, dass ich einen habe, weil der immer mit Pfandflaschen zugestellt war. (lacht) Jetzt habe ich einen blühenden Frühjahrsbalkon. Also, man merkt, diese Zwangspause hat mich ein bisschen spießiger werden lassen. Mit Rock ’n’ Roll ist da gerade nicht viel.

Apropos spießig: Deine Lebensgefährtin Ina Müller hat im Podcast von Barbara Schöneberger erzählt, dass es dich nervt, wenn sie über ihre Schwitzattacken spricht. Was nervt sie denn an dir?

Oh ... Da ist eine lange Liste. Eine Sache ist sicherlich die, dass ich in solchen Sachen eben etwas zurückhaltender bin und nicht so offensiv damit umgehe. Ich wurde so erzogen, dass einem gewisse Dinge peinlich sind. Meine Hemmschwelle ist etwas größer als ihre. Da bin ich einfach zu spießig. (lacht)

Eine weitere Sache ist sicherlich mein Navigationssyndrom, also meine Art und Weise, zu sagen, wo es langgeht – im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn wir unterwegs sind, gebe ich gerne den Ton an und sage dann "wir müssen jetzt links, dann rechts". Aber sie ist genauso. Sie sagt immer. "Du bist Chef, ich bin auch Chef, ist halt doof, da müssen wir uns jetzt irgendwo in der Mitte treffen."

Aber es klappt seit elf Jahren sehr gut. Und das ist auch der Grund, warum wir nicht zusammenwohnen. Da kann man vielen Konflikten aus dem Weg gehen. Das ist reiner Selbstschutz, ich hänge an meinem Leben. (lacht)

Die neue Staffel "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" startet am 20. April um 20:15 Uhr auf Vox.

Verwendete Quellen: eigenes Interview

Gala


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