Jörg Kachelmann: Vom Gericht auf den Bildschirm

Monatelang beherrschte der Kachelmann-Prozess die Medien. Nun soll der umstrittene Fall verfilmt werden. Jörg Kachelmanns Ex-Geliebte hat ihre Geschichte an eine Produktionsfirma verkauft

Nachdem der langwierige Prozess um Jörg Kachelmann Anfang Oktober ein Ende fand, kehrte langsam etwas Ruhe um den Wettermoderator ein. Doch damit hat er die Anklage wegen Vergewaltigung noch lange nicht hinter sich gelassen. Nun sollen die Ereignisse sogar verfilmt werden. Kachelmanns Ex-Geliebte Claudia D. hat ihre Version der Geschichte bereits an die Produktionsfirma "Story House Productions" verkauft. Das berichtet die "B.Z.". In einem Jahr sollen die Dreharbeiten starten, die Rollenbesetzung ist noch offen.

"Es geht darum, wie die Gesellschaft im 21. Jahrhundert mit Vergewaltigungsvorwürfen umgeht", beschreibt der Geschäftsführer der Produktionsfirma das geplante Filmprojekt gegenüber der Zeitung. "Für mich ist sie ein Opfer, weil sie unterschätzt hat, in welche Grabenkämpfe sie sich begibt, wenn sie zu Gericht und in die Öffentlichkeit geht."

Um die kniffelige Schuldfrage, die auch das Gericht letztlich nicht vollständig klären konnte, solle es in dem Film aber nicht gehen. Vielmehr stünden die Menschen und die Auswirkungen eines solchen Prozesses auf ihr Leben im Fokus.

Auch Jörg Kachelmann soll das Drehbuch zu lesen bekommen – allerdings erst, wenn dieses bereits fertig gestellt ist. Bisher haben sich weder er noch sein Anwalt zu dem Filmprojekt geäußert.

Dass der umstrittene Prozess filmtechnisch noch einmal aufgerollt wird, dürfte ihm aber so gar nicht gefallen. Schließlich versucht Kachelmann, sein schwer angeschlagenes Image zu verbessern. Momentan scheint ihm das jedoch nicht zu gelingen: Ab nächstem Jahr wird Kachelmanns Firma "Meteomedia" nicht mehr das Wetter für die "Tagesthemen" produzieren. Die ARD entzog ihm vergangene Woche den Auftrag.

Kachelmann selbst legt damit jedoch nicht die Hände in den Schoß - viele vermuten sogar, dass er gegen die Verfilmung vorgehen will. Unter die konstanten Wetterberichte postete er auf die Frage nach seinen Plänen für das Wochenende auf seine Twitter-Seite: "Working. Das Buch. Und die Dokumentierung/Vorbereitung Strafanzeige." Gegen wen die Anzeige sich richten wird, bleibt offen. Im Nachgang konnte er sich jedoch einen Hieb nicht verkneifen: "Aufpassen, es mag nicht nur in Mannheim duchgeknallte Staatsanwälte geben."

Scheint ganz so, als wäre das Kapitel um Jörg Kachelmanns Gerichtserfahrungen noch lange nicht abgeschlossen.

kse

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