Jörg Kachelmann: Plädoyer der Verteidigung

Im Prozess gegen Wettermoderator Jörg Kachelmann kämpft die Verteidigung für einen Freispruch und stellt das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer als frustrierte Ex-Geliebte dar

Im Vergewaltigungsprozess gegen Jörg Kachelmann begann Pflichtverteidigern Andrea Combé am Dienstag (24. Mai) mit ihrem Plädoyer. Aus "Rache und Hass" habe die Ex-Freundin den Wettermoderator bewusst zu Unrecht belastet, sagte sie. Zudem würden auch die Gutachten über Spuren an der angeblichen Tatwaffe keine eindeutige Interpretation zulassen. "Es gibt keine Spuren an dem Messer, die die Version der Nebenklägerin bestätigen", sagte sie vor dem Landgericht Mannheim.

In sämtlichen Fällen gebe es keine "objektiv tatbezogenen Beweismittel, welche die Angaben der Nebenklägerin stützen", so die Verteidigerin weiter. Daher könnten die von der Staatsanwaltschaft benannten Beweise aus Sicht der Verteidigung "auch nicht die Aussage-gegen-Aussage-Konstellation zu Fall bringen".

Die Verteidigung geht auch davon aus, dass sich die 38-Jährige die Hämatome an ihren Oberschenkeln selbst zugefügt haben könnte. "Wer dazu bereit ist, eine Belastung wie im vorliegenden Verfahren über sich ergehen zu lassen, ist mit Sicherheit auch dazu bereit, sich physisch erhebliche Schmerzen beizufügen", sagte Combé.

In ihren weiteren Ausführungen versuchte die Verteidigerin dann, die Nebenklägerin als betrogene und frustrierte Ex-Geliebte von Jörg Kachelmann darzustellen. Sie habe sogar ihre Eltern manipuliert, um ihrem Vorwurf, von dem Wettermoderator vergewaltigt worden zu sein, größere Glaubwürdigkeit zu verleihen, sagte Combé. Die Tatsache, dass sie hinsichtlich der Vorgeschichte der angeblichen Tat in ihren ersten Vernehmungen gelogen hatte, zeige laut Combé die "Kaltschnäuzigkeit" und das "schauspielerische Talent" der Frau.

Verteidiger Johann Schwenn forderte in seinem anschließenden Plädoyer einen Freispruch für seinen Mandaten. Außerdem solle Kachelmann für die Untersuchungshaft sowie Durchsuchungen und Beschlagnahmen entschädigt werden. Kachelmann selbst bleibt schweigsam. Auf die Frage des Richters, ob er das letzte Wort wünsche, sagte er nur: "Nein, danke."

Die Staatsanwaltschaft hatte in der vergangenen Woche eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten gefordert. Sie wirft Jörg Kachelmann besonders schwere Vergewaltigung und Körperverletzung vor. Das Urteil soll am 31. Mai verkündet werden.

aze

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