Jörg Kachelmann: Kachelmann über seine Pläne

Jörg Kachelmann spricht in einem Interview mit der "Zeit" zum ersten Mal ausführlich über den Prozess und seinen juristischen Gegenschlag, den er für die Zukunft plant

Vor mehr als einer Woche wurde Jörg Kachelmann vom Mannheimer Landgericht freigesprochen, das Urteil ist noch nicht rechtskrätig, Staatsanwaltschaft und Nebenklage gehen in die Revision. Bislang hat der prominente Wettermann zu dem Vergewaltigungs-Prozess geschwiegen. In einem Interview mit der "Zeit" sprach er nun ausführlich über die Gerichtsverhandlungen, die Tage im Gefängnis und seine juristischen Rachepläne für die Zukunft.

Nach dem langwierigen Gerichtsprozess und den 132 Tagen in Untersuchungshaft war er bis zum Ende nicht sicher, ob er tatsächlich einen Freispruch erhalten würde. "Ich hatte im Gerichtssaal so viel Irrationalität kennengelernt, vor allem auch von den Mannheimer Staatsanwälten, dass ich bis zum Schluss mit der menschlichen Irrationalität rechnen musste", erzählt der 51-Jährige im Interview.

Vor Gericht hielt er sich bedeckt, wollte seine Fassung bewahren. "Was sollte ich auch mehr sagen als die kurze Wahrheit: 'Ich war es nicht!' und: 'Ich habe keinem Menschen Gewalt angetan!' Wieso hätte ich mich beteiligen sollen an diesem Schwachsinn, der über mich erzählt wurde?" Doch zurückhalten wird er sich ab jetzt nicht mehr, wie er im Gespräch deutlich machte: "Was geht es die sabbernden Fotografen an, wie's mir geht?"

Besonders seine Familie habe ihm während der schweren Zeit leid getan. "Wenn man über 80 Jahre alt ist und plötzlich von der Mutter eines Prominenten zur Vergewaltigermutter wird, dann ist das, glaube ich, scheiße", schildert Kachelmann. Seine Frau, mit der er seit März verheiratet ist, habe ihn unterstützt und motiviert weiterzumachen. "Ich war in manchen Phasen des Prozesses in einer kompletten Lähmung."

Mit der Lähmung ist es nach dem Freispruch vorbei: Jörg Kachelmann schreibt an einem Buch mit dem Titel "Mannheim". Darüber hinaus plant er einen juristischen Rachefeldzug gegen jene Ex-Freundinnen, die vor Gericht und in den Medien behaupteten, er hätte sie angegriffen: "Ich werde die Behauptung nicht auf mir sitzen lassen, dass ich gewalttätig gewesen sein soll." Seine Kampfansage formuliert er im Interview: "Zivil- und strafrechtlich werde ich versuchen, alle Leute zu belangen, die das behauptet haben. Alles, was deutschen, schweizerischen und amerikanischen Anwälten einfällt, möchte ich in die Schlacht werfen."

Trotz des geplanten juristischen Feldzugs gibt Kachelmann in dem Interview auch Fehler zu: "Ich habe Frauen belogen und ihnen Räubergeschichten erzählt. Ich weiß, ich habe mich mies benommen. Ich habe Menschen verarscht."

kse

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