Joachim Herrmann Er erklärt seine "Neger"-Aussage

Bayerns Innenminister Herrmann nannte Roberto Blanco in einer Talkshow einen "wunderbaren Neger". Nach heftiger Kritik versucht der Politiker zu erklären, warum er sich so äußerte

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat in der ARD-Talkshow "Hart aber fair" für einen Eklat gesorgt: Während der Sendung zum Thema Integration von Flüchtlingen in Deutschland kam es zu einer Szene, die einen heftigen Shitstorm für den Politiker nach sich zog.

"Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger"

Als "Focus"-Chefredakteur Ulrich Reitz gerade über die Erfolgsgeschichten von Einwanderern berichtete, fiel ihm Herrmann plötzlich ins Wort - und machte eine spontane, wohl etwas unüberlegte Äußerung.

"Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat", sagte der CSU-Minister. "Und beim FC Bayern spielen auch eine ganze Menge mit schwarzer Hautfarbe mit. Und das finden die Fans vom FC Bayern auch gut."

Große Aufregung in sozialen Netzwerken

Damit wollte er vermutlich sagen, dass die meisten Deutschen kein Problem mit Migranten haben. Doch diese Aussage ging trotzdem voll daneben. "Neger" ist schließlich eine rassistische Bezeichnung für Schwarze.

Moderator Frank Plasberg reagierte mit einem verblüfften "Holla", insgesamt hielt sich der Widerspruch aus der Talkrunde jedoch in Grenzen. In sozialen Netzwerken hingegen sorgte seine Aussage für große Entrüstung.

Herrmann versucht seine Äußerung zu erklären

Im ZDF-"Morgenmagazin" versuchte Innenminister Herrmann nun seine Äußerung zu erklären. Demnach habe er damit lediglich auf die Aussage eines Mannes reagiert, der zuvor in einem Einspieler Folgendes gesagt hatte, "Neger" wolle er überhaupt nicht haben.

"Ich verwende das Wort sonst nie"

"Ich halte die Aussage für absolut inakzeptabel", sagte Herrmann im ZDF-Morgenmagazin. Er habe den Begriff "Neger" nur als Reaktion auf diese abwertende Äußerung des Mannes benutzt. "Ich verwende das Wort sonst nie", betonte der Politiker im ZDF.

Roberto Blanco fühlt sich nicht beleidigt

Roberto Blanco selbst nimmt Joachim Herrmann die Äußerung auch gar nicht übel: "Ich fühle mich nicht von Innenminister Herrmann beleidigt, ich bin ein stolzer Farbiger und ich wünsche mir auch, dass alle Farbigen, die das jetzt lesen, das auch so sehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das böse gemeint hat", sagte Blanco zu "FOCUS Online".

jkr Gala


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