Jenson Button: "Ich würde gerne schauspielern"

Gala.de traf Jenson Button kurz vor dem Rennen am Nürburgring zum Interview im Fahrerlager. Der Formel-1-Pilot plauderte über seinen Lieblingsfilm, die englische Adelshochzeit und seine Zukunftspläne

Jenson Button lacht laut auf,

lässig rauft der Formel-1-Pilot einem Teamkollegen durch das Haar und setzt sich zu ihm an den Tisch. Es ist der Donnerstag vor dem Rennen am Nürburgring und an der Rennstrecke haben die Teams ihr Fahrerlager aufgebaut. Wie aus dem Nichts sind große mehrstöckige Containergebäude entstanden, die einen Weg entlang der Rückseite der Boxengasse bilden.

Im Fahrerlager von "Vodafone McLaren" ist die Stimmung entspannt: Button wartet auf seine Interview-Partner, auf großen Breitbildschirmen wird die "Tour de France" übertragen. Aus der Küche klappert Geschirr, die "Pussycat Dolls" laufen im Hintergrund. Lewis Hamilton sitzt mit zwei Kollegen am Tresen und spielt mit seinem Handy. Zwischendurch schreibt der Freund von Nicole Scherzinger gewissenhaft Autogramme auf Mützen und Fotos, die ihm einer der zahlreichen Mitarbeiter reicht.

Letzte Handgriffe vor dem großen Rennen am Sonntag: Das Team macht die Rennwagen von Lewis Hamilton und Jenson Button fit.

Die "Vodafone Speed Challenge"-Gewinner Nadine Warnsing und Christian Linssen durften sich unter die Formel1-Profis mischen.

Unter den Leuten im Fahrerlager sind auch die Gewinner der "Vodafone Speed Challenge", die drei Tage lang hinter die Kulissen des Rennzirkus' blicken dürfen: Nadine Warnsing und Christian Linssen sind die Glücklichen, die jetzt gerade ihr Mittagessen serviert bekommen: Salat mit Avocado, Tomaten und Walnüssen, Hähnchen und Salamischeiben. Gegenüber von ihnen lässt es sich der Formel-1-Veteran David Coulthard gerade schmecken.

Draußen an der Rennstrecke warten trotz des steten Regens bereits die ersten Fans: Sie beobachten die Mechaniker bei der Feinarbeit an den Rennwagen in der Boxengasse. Am Sonntag (22. Juli) wird Jenson Button damit wieder antreten, von Aufregung zeigt er beim Interview mit Gala.de jedoch keine Spur. Entspannt plaudert er über seinen Lieblingsfilm, die englische Adelshochzeit und seine Zukunftspläne.

Die Stimmung hier im Fahrerlager ist sehr locker, aber auch geschäftig. Wie schaffen Sie es, sich trotzdem zu konzentrieren?

Wir machen das jetzt schon seit zwölf Jahren, wir sind also daran gewöhnt. Klar, es wird immer mehr Trubel bis zum Rennen und wir müssen ja auch noch üben und an der Technik arbeiten. Aber eigentlich habe ich immer die gleiche Routine. Egal ob Interviews, Essen, Reaktionstraining oder Massage mit meinem Physiotherapeuten - wir machen das immer zur gleichen Zeit. Dadurch kann ich mich gut konzentrieren.

Hinzu kommen andere Verpflichtungen wie etwa die Kooperation mit "Hugo Boss". Wie wichtig ist Ihnen Mode?

Ich trage auf jeden Fall gerne Klamotten, die mir gefallen. Meistens ziehe ich aber weiße T-Shirts zu Jeans und Turnschuhen an, ich mag es bequem. Aber bei besonderen Anlässen habe ich auch gern einen schicken Anzug und eine schöne Uhr an.

Frisch aus der Küche für das Team von "Vodafone McLaren": So sieht ein Formel-1-Mittagessen aus.

Welches Luxusgut, das Sie besitzen, schätzen Sie am meisten?

Mein Wohnmobil - ich habe so ein richtig großes, amerikanisches. Es ist eigentlich eher ein Haus auf vier Rädern. Es ist ziemlich cool und vermutlich mein größter Luxus. Es hat alles, was ich an einem Rennwochenende brauche. Ich kann einfach ankommen und mein Zeug hinschmeißen. Dann ist da mein eigenes Bett mit meinen Kissen, ein Kühlschrank mit meinen Sachen, meine DVD-Sammlung - es fühlt sich einfach an wie zuhause und das brauche ich.

Haben Sie als Brite eigentlich die Hochzeit von William und Kate verfolgt?

Ja, ich hab sie sogar aufgenommen! Meine Freundin (das japanische Model Jessica Michibata, Anm. d. Redaktion) konnte nämlich erst nach der Hochzeit kommen und sie wollte es gerne mit mir zusammen sehen. Die Japaner lieben den Adel. Wow, war die Zeremonie vielleicht lang! Aber ich fand es toll, dass sich so viele Leute dafür interessiert haben.

Wie stellen Sie sich Ihre eigene Hochzeit eines Tages vor?

Sie wäre auf jeden Fall intimer! Aber Kate und William hatten keine andere Wahl.

Jenson Button beim entspannten Gespräch mit Gala.de.

Wenn ihr Leben verfilmt werden würde, wer sollte Sie dann spielen?

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Ich würde gerne selbst schauspielern, das wäre lustig! Oder sonst würde ich mir den blonden Typen aus "Fast & Furious" (Paul Walker, Anm. d. Redaktion) wünschen. Ich liebe diese Filme. Sie haben überhaupt keine Handlung aber ich liebe nun einmal schnelle Autos. Und die Musik ist gut.

Was würden Sie machen, wenn Sie kein Rennfahrer wären?

Ich weiß es wirklich nicht. Seit ich acht Jahre alt bin, war alles nur auf Rennen ausgelegt. Ich hätte aber Lust, andere Fahrer managen. Ich habe nach all den Jahren viel zu bieten. Ich könnte Tipps zu Ernährung, Fitness und wie man ein gutes Team um sich herum aufbaut, geben. Und ich denke, dass junge Rennfahrer auch auf mich hören würden, weil ich selbst die Erfahrung habe. Das ist bestimmt nützlich.

Haben Sie schon einmal Angst im Wagen verspürt?

Ja in Kanada, als es so stark regnete. Ich konnte während des Rennens irgendwann nichts mehr sehen, weil es so geschüttet hat. Man war komplett blind und das ist natürlich immer etwas unheimlich in einem Rennauto. Aber den größten Schrecken hatte ich vermutlich bei meinem Unfall 2003 in Monaco. Trotzdem habe ich danach gemerkt, wie stark das Auto und auch der eigene Körper eigentlich sind. Ich war hinterher mental stärker und konnte es kaum abwarten, mich wieder in das Auto zu setzen. Irgendwann erwischt es schließlich jeden einmal in diesem Beruf.

Sarah Stendel

Blick auf das Fahrerlager am Nürburgring.

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