Jenny Elvers: "Irgendwann war ich die Queen Mom der Luder"

Jenny Elvers hat ein Buch über ihr Leben geschrieben. Gegenüber GALA verrät sie, was sie dazugelernt hat 

Jenny Elvers

Jenny Elvers, 46, hat ein Buch über ihr Leben geschrieben. Die 46-Jährige blickt dabei auf ihre wilde Vergangenheit zurück, die von Partys geprägt war. Nach ihrem Alkoholentzug hat die Schauspielerin ihr Leben nun wieder im Griff und aus ihren Fehlern gelernt, wie sie im Interview mit GALA verrät.

GALA: Warum haben Sie Ihre Autobiografie "Wackeljahre – Mein Leben zwischen Glamour und Absturz" geschrieben?
Jenny Elvers:
Weil meine Seele jetzt gesund ist. Nach meinem Alkoholentzug kamen Verlage auf mich zu. Hätte ich gleich etwas geschrieben, wäre es ein Suchtbuch geworden. Heute kann ich reflektierter über mein Leben berichten. Ich bin seit 28 Jahren in der Showbranche. Das hat viel mit mir gemacht.

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©Gala

Von der Heidekönigin zum Star, der schon dunkle Zeiten erleben musste: "Wackeljahre -Mein Leben zwischen Glamour und Absturz" (mvg Verlag, 176 Seiten, 17,99 Euro) 

GALA: Wie ging es Ihnen während des Schreibens?
Elvers: I
ch habe gelacht. Ich habe geweint. Und manchmal mit mir geschimpft: "Mensch, Jenny! Warum hast du nicht zu diesem Zeitpunkt bereits die Kurve bekommen." Es gab da einige Momente, die mir wirklich sehr an die Nieren gegangen sind. Im Zuge des Aufarbeitens meiner Geschichte, erfuhr ich von meiner Familie, dass meine Großmutter ein sehr trauriges Leben hatte. Sie war manisch depressiv, litt unter Schlaflosigkeit – so wie ich. Sie war tablettenabhängig und hat sich nach mehreren Suizidversuchen in meinem Kinderzimmer das Leben genommen. Wenn ich all das über meine Großmutter viel früher gewusst hätte – der ich zudem auch noch sehr ähnlich sehe –, dann hätte ich besser auf mich aufgepasst. 

GALA: Sie blicken sehr selbstkritisch auf Ihre eigene Karriere. Sie schreiben: "Ich nahm nicht den steilen, anstrengenden Weg über unzählige Theaterbühnen und Filmsets, um berühmt zu werden – sondern die Abkürzung über den roten Teppich."
Elvers:
Ja. Ich wusste es damals nicht besser. Mein sehr weibliches Aussehen war mein Türöffner. Dass ich mich selbst in eine Schublade packe, hatte ich nicht überrissen. Ich gehörte fortan zur Clique der Spaßgesellschaft. Es gab dauernd Fotos von mir auf Partys. Irgendwann war ich die Queen Mom der Luder.

GALA: Diesen Stempel wird man nicht leicht los.
Elvers:
Die Leute haben es auch nicht zugelassen. Ich wollte mich weiterentwickeln, aber von den Produzenten und den Fotografen hieß es meist: "Jenny, du hast jetzt sexy zu sein." 

GALA: Hätten Sie die Chance, würde Sie heute also alles anders machen?
Elvers:
Ja. Durch mein Image habe ich es mir so schwer gemacht. Irgendwann habe ich angefangen, mir massiven Druck zu machen. Wenn ich eine Rolle hatte, dann habe ich gelernt wie eine Wahnsinnige. Ich konnte quasi meinen Text rückwärts aufsagen, weil ich immer dachte, ich genüge nicht. Dieser Druck übte sich später in allen anderen Lebensbereichen aus, der auch zu meiner Alkoholkrankheit führte. 

GALA: Nehmen wir mal an, Sie wären nicht Heidekönigin geworden, hätten Sie dann einen anderen Berufsweg eingeschlagen?

Jenny Elvers und ihr Sohn Paul

Elvers: Ich wollte schon davor wahnsinnig gerne Schauspielerin werden. Von der Heidekönigin zur Schauspielerin – das war natürlich ein großer Schritt. Aber dieser Titel hat mir damals den Mut gegeben, mein Ziel zu verfolgen. Das war zu einer Zeit, als es noch keine Castingshows oder Instagram gab. Das war also eine große Sache für ein Mädchen wie mich, das vom Dorf kam.

GALA: Hätten Sie überhaupt einen Plan B gehabt?
Elvers:
Man denkt es vielleicht nicht, aber ich bin sehr gläubig und ich hätte gerne evangelische Theologie studiert.

GALA: Sie widmen Ihrem Sohn Paul das Buch. Hat er es gelesen?
Elvers:
Das hat er. Vieles aus meiner frühen Zeit wusste er noch nicht von mir. Er hat dann viel nachgefragt und konnte manchmal gar nicht glauben, wie wild seine Mutti war und wie sie dabei aussah. (lacht) Ich bin sehr dankbar, einen Sohn wie Paul zu haben. Er hat mich auf meiner schwere Reise begleitet. Es gab den Punkt, wo sich plötzlich unsere Rollen verschoben haben, wo er dachte,  er müsse auf mich aufpassen. Doch jetzt sind wir wieder im Gleichgewicht.

Mehr Informationen zu Jenny Elvers Autobiographie "Wackeljahre - Mein Leben zwischen Glamour und Absturz" sind ab dem 06. September in der aktuellen Ausgabe der GALA zu finden.

Jenny Elvers

Ihre Body-Transformation

Weihnachten 2000  Jenny Elvers ist mit Sohnemann Paul schwanger und zeigt stolz ihren Babybauch. Ihr Umstands-Look ist möglichst natürlich - Wellen inklusive.
Weihnachtszeit 2017  Das ganze Jahr über haben sich Fans um Jenny gesorgt. Sie ist äußerst schmal, wirkt fast schon zerbrechlich. So auch im Dezember, als sie als modischer Weihnachtsengel zu einem Event kommt. Außerdem trägt sie ihr Haar längst nicht mehr in Locken sondern geglättet. Zwischen den Fotos scheinen Welten zu liegen.    Ihren kompletten Wandel sehen Sie hier:
1993: Mit 18 Jahren wurde Jenny Elvers Heidekönigin des "Heideblütenfestes" in ihrem Heimatort Amelinghausen.  Es war der Startschuss ihrer Karriere als Schauspielerin, Moderatorin und It-Girl. Damals wurde sie als echtes "Vollweib", mit weiblichen Kurven, bekannt. 
1996: Den meisten Filmliebhabern dürfte Jenny Elvers durch ihren kurzen aber legendären Auftritt in "Männerpension" im Gedächtnis geblieben sein. Außerdem als Physiotherapeutin Elke Pflüger in der RTL-Serie "Nikola". 

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