Jennifer Morgan: So tickt die erste Frau an der Spitze eines Dax-Konzerns

Jennifer Morgan ist die neue Co-Chefin von SAP und die erste Frau an der Spitze eines Dax-Konzerns

Jennifer Morgan

Anzüge, Hemden, Krawatten. Wenn sich die Chefs der im Aktienindex Dax notierten größten deutschen Unternehmen treffen, wird nicht nur in modischer Hinsicht oft Einheitsbrei serviert. Doch damit ist ab sofort Schluss. Jennifer Morgan wird künftig aus dem Hose-Sakko-Einerlei herausstechen: Die US-Amerikanerin ist seit vergangener Woche Co-Chefin des deutschen Software-Riesen SAP. Als erste Frau an der Spitze eines Dax-Konzerns hat die 48-Jährige Geschichte geschrieben.

Jennifer Morgan: Eine der einflussreichsten Frauen der Welt

Sie ist eine Frau der Superlative. Vom "Fortune Magazine" wurde Jennifer Morgan zu einer der einflussreichsten Frauen in der Wirtschaft gekürt, "Forbes" wählte sie auf die Liste der 100 einflussreichsten Frauen der Welt sowie in die Top 20 der wichtigsten Frauen in der Technologiebranche. 2004 fing sie in den USA bei SAP an, seit 2014 leitete sie die Amerika-Dependance der Firma, 2017 wurde sie in den Vorstand berufen. Morgan gilt als Expertin für das Geschäft mit Cloud-Servern. In Amerika ist sie das Gesicht von SAP, in Deutschland war sie bisher kaum bekannt. Nun tritt sie an die Stelle des bisherigen Vorstandschefs Bill McDermott, 58, der vorige Woche zurücktrat. Ihren Job teilt sich Jennifer Morgan mit einem Deutschen: Christian Klein, 39, startete bereits als Student bei SAP im badischen Walldorf.

Knallharte Businessfrau und glückliche Mutter

Der neue Posten sei für sie eine "unbeschreibliche Ehre" sagte die Top-Managerin in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Auf die Frage nach ihren Hobbys antwortete sie dann scherzend, ab sofort habe sie wohl keine Freizeit mehr. Als knallharte Businessfrau gibt sich die studierte Betriebswirtin jedoch nicht. Auf ihrem Twitter-Profil beschreibt sie sich hinter einem roten Herz als "glückliche Ehefrau und Mutter". Um ihre Söhne Ned und Eric kümmert sich Ehemann Michael zu Hause in Newtown, Pennsylvania. Das Paar lernte sich bei der Arbeit in einer Consulting-Firma kennen. Nach der Geburt ihres ersten Sohnes war schnell klar, dass sich Papa Michael hauptsächlich um den Nachwuchs kümmern würde: "Ich wusste, Jen hat Potenzial und kann es in der Business-Welt zu etwas bringen", so Michael Morgan im Interview mit einem regionalen US-Online-Dienst.

Starke Vorbilder

Das sind die größten Powerfrauen

Könnte Emma Watson zaubern wie Hermine Granger, sähe die Welt sicherlich schon ein Stück besser - vor allem aber gerechter - aus. Erst am 5. März 2019 hat die Schauspielerin am "Gender Equality Council" in Frankreich teilgenommen und mit starken Frauen wie Nadia Murad an einem Tisch gesessen. Das Thema: die Rechte der Frauen stärken und für Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern sorgen.
Bei den Golden Globes 2019 hält Glenn Close eine Rede, die ihr sowohl im Saal als auch vor den Fernsehern viel Applaus einbringt. "Wir Frauen sind Erzieher, wir haben unsere Kind und unsere Partner, wenn wir Glück haben. Aber wir müssen auch unsere persönliche Erfüllung finden. Wir müssen unsere Träume verwirklichen, wir müssen sagen 'Ich kann das' und ich denke, wir sollten das Recht haben, es dann auch zu tun“, sagt sie, als sie ihren Award entgegennimmt. Damit richtet sie sich mit einer äußerst starken Message an alle Frauen, die sich selbstverwirklichen wollen und sollen.
Schon lange bevor Amal den Hollywood-Größe George Clooney heiratet, ist sie der wahre Star der beiden. In 2000 schließt sie ihr Studium in Oxford ab, hängt einen Master in New York an und arbeitet von dort an als erfolgreiche Rechtsanwältin und Menschenrechtlerin. Bei der "Pennsylvania Conference for Women" Ende 2018 tritt sie als eine der Hauptsprecherinnen auf und fordert, dass jedem gleichermaßen zugehört wird - ganz unabhängig von seinem Geschlecht.
Sara Nuru gewann 2009 die vierte Staffel von "Germany's Next Topmodel", doch mittlerweile ist sie so viel mehr: Mit ihrem Unternehmen "nuruCoffee" verkauft sie fair gehandelten Kaffee aus Äthiopien und unterstütz so Hilfsprojekte und vor allem Frauen in ihrer Heimat, sie ist Botschafterin der deutschen NGO "Menschen für Menschen" und nutzt ihre Bekanntheit, um sich für einen bewussteren Umgang mit der Umwelt stark zu machen. 

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"Ich war schon immer ehrgeizig"

Ihre Arbeitsmoral stammt aus dem Elternhaus. "Ich war schon immer ehrgeizig", erzählte Jennifer Morgan US-Medien. "Seit ich 13 war, habe ich im Sommer in der kieferorthopädischen Praxis meines Vaters gejobbt. Er hat uns immer daran erinnert, dass es uns nur deshalb gut geht, weil wir hart arbeiten. Das habe ich mir eingeprägt." Während sie bisher meist in Amerika tätig war, wird man Morgan zukünftig wohl häufiger in der SAP-Zentrale in Deutschland treffen. Mit ihrer Work-Life-Balance will die Erfolgsfrau, die sich mit Yoga und Spinning fit hält, es dann halten wie bisher: "Es kann nicht immer alles perfekt sein, und man muss auch mal ein Ungleichgewicht akzeptieren. Es geht nicht darum, wie viel Zeit man mit der Familie verbringt, sondern wie man diese Zeit verbringt."

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