Jean Reno: Profikiller, Zeitritter, Echsenjäger

Jean Reno feiert seinen 70. Geburtstag. Nach Feiern war es ihm einst aber wohl nicht zumute, als er eine besondere Rolle ausgeschlagen hat.

Bei wem sich das berühmte Geburtstagskind vom 30. Juli namens Jean Reno (70) für seine internationale Schauspiel-Karriere bedanken darf, liegt auf der Hand. Als erstes erkannte Landsmann und Regisseur Luc Besson (59) das Talent des in Casablanca geborenen Charaktermimen und besetzte ihn eine Zeit lang in fast all seinen Filmen. Auf ein Genre wollte sich Reno in der Folgezeit aber nie reduzieren lassen - von knallharten Action-Filmen über Dramen zählen auch alberne Klamauk-Filme zu seinem langen Repertoire. Eine erinnerungswürdige Rolle der Filmgeschichte soll der inzwischen 70 Jahre alte Darsteller aber einst ausgeschlagen haben. Merde!

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Noch lange bevor ihn seine Karriere rund um den Globus schickte, sah der junge Juan Moreno y Herrera-Jiménez, wie Jean Reno mit Geburtsnamen heißt, einiges von der Welt. Seine spanischen Eltern flüchteten vor der Franco-Diktatur in den Nordwesten Afrikas, genauer gesagt nach Marokko, wo Reno in der filmisch so klangvollen Stadt Casablanca geboren wurde. Erst mit 17 zog es ihn in seine französische Wahlheimat. Dort nahm er die Staatsbürgerschaft an, ging an eine Schauspielschule und diente kurz darauf auch in der Armee.

In der Filmbranche fasste er nicht so schnell Fuß. Erst mit 30 (im Jahr 1978) ergatterte Reno seine erste Rolle, und zwar in dem französischen Experimentalfilm "L'Hypothèse du tableau volé". Drei Jahre später sollte es zu einer kreativ fruchtbaren Begegnung kommen: Reno lernte den Regisseur Luc Besson kennen, der ihm 1983 beziehungsweise 1985 jeweils eine kleine Rolle in seinen Filmen "Le Dernier Combat" und "Subway" gab - in Letzterem an der Seite von Christopher Lambert (61).

Taucher und Cleaner

Kritikerlob und die ersten Auszeichnungs-Nominierungen flatterten schließlich mit Renos Rolle in Bessons "Im Rausch der Tiefe" ein. Als Enzo Molinari liefert er sich in dem Drama einen verhängnisvollen Wettbewerb im Apnoetauchen, also dem Tauchen ohne Sauerstoffausrüstung. Der anschließende Streifen "Nikita" (ebenfalls von Besson) lieferte schließlich die Vorlage zu Renos wohl wichtigster Rolle: als Auftragskiller mit Herz in "Léon - Der Profi". Im Verbund mit einer damals blutjungen Natalie Portman (37) sowie eines diabolischen Gary Oldmans (60) wuchsen sämtliche Schauspieler über sich hinaus. Angesichts seiner lolitahaften Thematik gilt der Film aber bis heute auch als Bessons gewagtestes Werk.

Hollywood klopft an

Die Zusammenarbeit mit Besson hatte Reno die internationale Bühne eröffnet, auf der er sich in Komödien wie "French Kiss", dem ersten Teil der "Mission: Impossible"-Reihe, Roland Emmerichs (62) "Godzilla" oder "Ronin" an der Seite von Stars wie Meg Ryan (56), Tom Cruise (56) und Robert De Niro (74) wiederfand. Im heimischen französischen Kino machte er sich derweil als zeitreisender Ritter in "Die Besucher" auch als Comedy-Talent einen Namen. Für die französische Vertonung von "Der König der Löwen" lieh Reno zudem Simbas Vater Mufasa die Stimme, im Original von James Earl Jones (87) gesprochen. Weitere große Filme seiner Karriere sind unter anderem die beiden Teile von "Die purpurnen Flüsse" sowie von "Der rosarote Panther", "Der Da Vinci Code - Sakrileg" mit Tom Hanks (62) und "Wasabi", der Reno auch in Japan zu einer Größe auf der Leinwand machte.

Die verpasste Mega-Chance und ein berühmter Trauzeuge

In der Tat hätte Jean Renos Stern noch weitaus höher aufgehen können. Berichten zufolge wurde ihm einst die Rolle als Agent Smith in der Sci-Fi-Trilogie "Matrix" angeboten, was er jedoch aufgrund des Drehorts in Australien ablehnte. Stattdessen durfte der australische Schauspieler Hugo Weaving (58) als einer der bekanntesten Schurken der jüngeren Filmhistorie Keanu Reeves (53) vermöbeln.

Privat fand Reno bislang dreimal sein Glück. Bei seiner jüngsten Eheschließung im Jahr 2006 mit dem wesentlich jüngeren Model Zofia Borucka (46) fungierte übrigens der spätere französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy (63) als Trauzeuge. Neben Glückwünschen aus der Traumfabrik wird Herr Reno also auch mit einem gar staatsmännischen "Bonne Anniversaire" zu seinem Ehrentag rechnen können.

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