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Janine Kunze Nach Rassismus-Vorwürfen: Sie entschuldigt sich

Janine Kunze
© imago images
In der Talkrunde "Die letzte Instanz" diskutierten Weiße Prominente über diskriminierende Sprache, die Empörung danach war groß. Janine Kunze und Micky Beisenherz haben sich nun entschuldigt. 

Wer am Wochenende auf Twitter, Instagram und Co. unterwegs war, wird bemerkt haben, dass die Hashtags "'#WDR und "#DieletzteInstanz" ganz oben in den Trends waren. Doch was ist eigentlich passiert?

Steffen Halaschka, 49, begrüßte in der WDR-Fernsehsendung "Die letzte Instanz" vom 30. November 2020 Micky Beisenherz, 43, Thomas Gottschalk, 70, Janine Kunze, 46, und Jürgen Milski, 57. Sie diskutierten aktuelle gesellschaftliche Themen, darunter auch die Frage: "Das Ende der Zigeunersauce: Ist das ein notwendiger Schritt?“ Die durchweg Weiße Besetzung konnte mit einer grünen Karte zustimmen und mit einer roten Karte ihr Veto einlegen. Alle vier Gäste hielten die rote Karte hoch. Die Sendung wurde am Freitagabend (29. Januar) als Wiederholung ausgestrahlt. 

WDR-Show "Die letzte Instanz" löst Empörungswelle aus

Die Empörung danach war groß. Und zwar zurecht. Denn abgesehen davon, dass in "Die letzte Instanz" Weiße Menschen ohne jegliche Rassismuserfahrung darüber urteilen, welche Begriffe denn nun rassistisch sind, gaben die Gäste Aussagen von sich, die offensichtlich diskriminierend waren. Besonders im Fokus stand Janine Kunze, die Schauspielerin sagte, sie habe sich "über viele Worte nie Gedanken gemacht". "Haltet mich für naiv, nein, sie gehören dazu", hieß es weiter. Scharfe Kritik gab es auch für Thomas Gottschalk. Der Moderator erzählte fast schon stolz, bei einer Kostümparty in Los Angeles mit Jimi-Hendrix-Verkleidung das erste Mal erfahren zu haben, "wie sich ein Schwarzer fühlt". 

"Hab’s gerade erstmals gehört. Das ist noch abstoßender als ich dachte. Mir geht’s nicht darum, dass Weiße Menschen über Rassismus sprechen, es gibt viele, die Ahnung haben, sondern darum, was sie sagen und wie! Das ist arrogant, ignorant, selbstgefällig", kritisiert SPD-Politikerin Sawsan Chebli, 42, anschließend auf Twitter. Und auch SPD-Vorsitzende Saskia Esken, 59, verurteilt die Talk-Show mit einem eindeutigen Statement: "Mir fehlen die Worte. Das ist wirklich nur noch zum Schämen."

Der Sender entschuldigt sich

Nach der massiven Kritik an der Show meldete sich der WDR am Sonntag zu Wort und entschuldigte sich via Twitter. "Bei so einem sensiblen Thema hätten unbedingt auch Menschen mitdiskutieren sollen, die andere Perspektiven mitbringen und/oder direkt betroffen sind. Wir lernen daraus und werden es besser machen", heißt es in dem Statement des Senders. 

Janine Kunze: "Ich werde zukünftig meine Wortwahl überdenken"

Und auch Janine Kunze reagierte am Sonntagabend auf die heftigen Vorwürfe. "Es tut mir unendlich leid und ich habe festgestellt, dass ich nicht ausreichend aufgeklärt bin", schreibt die Schauspielerin auf ihrem Instagram-Account. "Ich werde zukünftig meine Wortwahl überdenken, denn es war falsch, dass ich mir angemasst habe, als privilegierte weiße Frau über ein Thema zu sprechen, welches ich in seiner Konsequenz und in seinen Ausmaßen nicht beurteilen kann!" [sic] 

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Micky Beisenherz stellt klar: "Ganz klar mein Fehler. Sorry."

Micky Beisenherz wendet sich ebenfalls an die Öffentlichkeit: "Eine Sendung, in der vier Kartoffeln sitzen und mittels Karten über Rassismus abstimmen hat ein Problem." 

Der Moderator ergänzt: "Und auch meine Rolle in der Show war keine gute. Ich habe die Kritik aufmerksam gelesen und finde sie auch berechtigt. Ganz klar mein Fehler. Sorry."

Ob es mit diesen Statements getan ist? Unwahrscheinlich. Denn neben den oben genannten Hashtags trendet seit Montagvormittag auch "#Entschuldigung" auf Twitter. Die Reaktionen: Weiterhin negativ. Denn mit einer öffentlichen Entschuldigung ist das Problem des Alltagsrassismus noch lange nicht behoben. Das Problem liegt in den Strukturen unserer Gesellschaft. Und die gilt es zu ändern.

Verwendete Quellen: instagram.com, twitter.com

aen Gala


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