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Jan Böhmermann Moderator wirft YouTuber Fynn Kliemann Maskenbetrug vor

Jan Böhmermann
Jan Böhmerman wirft Influencer Fynn Kliemann in seiner Sendung "ZDF Magazin Royale" Maskenbetrug vor. 
© ZDF/ Jens Koch
Fynn Kliemann ist ins Visier von Jan Böhmermanns Redaktion geraten. Dem YouTuber und Künstler wird in der aktuellen Sendung des "ZDF Magazin Royale" vom 6. Mai Betrug vorgeworfen. Es geht um sein Geschäft mit Masken während der Coronakrise.

Fynn Kliemann, 34, gilt als Tausendsassa mit großer Fangemeinde. Mit Heimwerkervideos auf YouTube ist der gelernte Webdesigner bekannt geworden. Inzwischen hat er sich auch als Musiker, Autor und kreativer Unternehmer einen Namen gemacht, der jetzt allerdings Schaden zu nehmen droht.

Jan Böhmermann: Schwere Vorwürfe gegen Flynn Kliemann

In Fynns "Kliemannsland", einem von ihm umgebauten Reiterhof in Niedersachsen, werden Workshops und Kurse angeboten oder regelmäßig verrückte Events veranstaltet. Kliemann gilt als sympathischer "Hansdampf in allen Gassen", doch aktuelle Recherchen von Jan Böhmermann, 41, und seinem ZDF Magazin Royale"-Team werfen kein glänzendes Licht auf Kliemanns Geschäftspraktiken.

Seine angeblich fair und nachhaltig in Portugal während der Coronakrise hergestellten Schutzmasken habe er in Wahrheit angeblich in Bangladesch und Vietnam nähen lassen, behauptet Böhmermann in seiner Sendung vom Freitag, 6. Mai 2022, die bereits in der Nacht zum Donnerstag auf YouTube online gestellt wurde. 

2020 war Kliemann durch sein beherztes Handeln aufgefallen: Er hatte zu Beginn der Pandemie innerhalb kürzester Zeit dringend benötigte Schutzmasken produzieren lassen. Für sein vermeintlich umweltfreundliches und soziales Handeln wurde er sogar mit dem Next Economy Award des Deutschen Nachhaltigkeitspreises ausgezeichnet.

Herstellung der Masken wirft Fragen auf

Mit seinem Bekannten Tom Illbruck hatte er bislang unter anderem Kleidung für sein Label "Oder So" über die Textilfirma Global Tactics hergestellt und vertrieben. 2021 erklärte Kliemann in einem Video, er habe in nachhaltiger und fairer Produktion nun Schutzmasken in Portugal in Auftrag gegeben.

Im März des Vorjahres hatte der Influencer über Instagram bekannt gegeben, die eigene Textilproduktion von nun an auf "fair produzierte, wiederverwendbare Mundbedeckungen aus Europa" umstellen zu wollen. Die Masken wurden über Kliemanns Onlineshop und über das Modeversandhaus About You vertrieben, angeblich mit dem Hinweis: "Ursprungsland: Portugal".

Laut Recherchen des "ZDF Magazin Royale" jedoch seien die Teile jedoch in Bangladesh oder Vietnam zu Dumping-Löhnen produziert und danach umettikettiert worden. Das sollen Mails, WhatsApp-Nachrichten und Fotos beweisen. 

Kliemann hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert

Doch ein Vorwurf wirft ein besonders schlechtes Bild auf Kliemann und seinen Geschäftspartner: Das Duo soll 100.000 fehlerhafte Masken aus Bangladesch nicht ordnungsgemäß entsorgt, sondern laut "ZDF Magazin Royale"-Recherche an Flüchtlingsunterkünfte nach Bosnien und Griechenland als Spende weitergegeben haben. 

Fynn Kliemann hat sich bislang (Stand: 6. Mai 2022, 16:00 Uhr) noch nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. Allerdings könnte er vermutlich schon geahnt haben, was auf ihn zukommen würde. In einem Video hatte er am 1. Mai 2022 einen Fragenkatalog des Redaktionsteams von Böhmermann beantwortet und auf Instagram online gestellt. Doch auf einige Punkte reagierte er teils mit Ahnungslosigkeit. Nun sollte er vermutlich schnell mit tiefergehenden Erklärungen nachlegen. 

Verwendete Quellen: zdf.de, youtube.com, instagram.com

ama Gala


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