Jahrelanger Missbrauch im Netz Stalker klaut Verena Wriedts Identität

Verena Wriedt
Verena Wriedt
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Verena Wriedt hatte zwei Jahre lang einen Stalker, der sich für sie ausgab und prominente Kollegen im Netz beleidigte

Verena Wriedt musste eine wirklich unschöne Erfahrung im Internet machen. Ein User, ob männlich oder weiblich, gab sich mit Hilfe von Fotos der Moderatorin als Verena Wriedt aus und schrieb in ihrem Namen beleidigende Nachrichten an prominente Kollegen. Eine ziemlich schwere Zeit für die Moderatorin, über die sie jetzt mit Gala.de sprach.

Beleidigungen prominenter Kollegen

"Ich war wirklich schockiert. Man hört ja immer wieder von solchen Sachen, aber man denkt immer, einen selbst betrifft das nicht. Das Krasse ist, dass diese Person das zwei Jahre lang durchgezogen hat, man kann das bis September 2013 zurückverfolgen und niemand hat es scheinbar bemerkt", so die 40-Jährige verwundert. Doch nicht nur, dass sich Verena im Nachhinein in ihrer Identität beraubt fühlt, auch ihr Ruf bei den Kollegen hat Schaden genommen. Eine prominente Dame aus der Motorsportwelt, dessen Namen Verena nicht nennen will, soll von diesen Beleidigungen betroffen gewesen sein. "Sobald ich das erfahren habe, habe ich ihr geschrieben und das klargestellt. Sie war mir zum Glück nicht böse."

Sexuelle Belästigungen

Außerdem wurde Verena von Männern belästigt, die dachten, die Moderatorin habe mit ihnen im Netz Nachrichten ausgetauscht. "Die haben mir geschrieben: 'Bleibt‘s denn nur bei dem… im Internet oder wollen wir nicht mal einen Kaffee trinken.' Die dachten natürlich, ich wäre das." Doch Verena machte niemandem verlockende Angebote übers Internet, sie ist glücklich verheiratet und hat ein Kind. Und so ergriff sie sofort die Initiative. "Ich habe den bei Facebook sofort sperren lassen, die haben auch zum Glück ganz schnell reagiert. Aber im Nachhinein dachte ich mir, ich hätte den eigentlich verklagen sollen, denn solche Leute machen das vielleicht auch wieder. Aber ich bin halt ein gutgläubiger Mensch und denke mir, die ändern sich vielleicht und haben ihre Lektion gelernt. Ich will das einfach nur vergessen und hoffen, dass solch ein Missbrauch nie wieder stattfindet." Klar, dass Verena nach so einer Erfahrung erstmal Zeit braucht, um das zu verdauen: "Man fühlt sich, als wäre man überfallen worden, als würde sich jemand in deine Privatsphäre drängen."

jno Gala

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