Jackie Chan: Er ruft zu Frieden in Hongkong auf

Jackie Chan hat sich zu den Unruhen in seinem Geburtsort Hongkong geäußert. Doch statt Zuspruch erntet sein Friedens-Appell massive Kritik.

Viele Bewohner Hongkongs sind nicht gut auf Schauspieler Jackie Chan zu sprechen

Die Unruhen in der sogenannten Sonderverwaltungszone Hongkong nehmen kein Ende. Im Gegenteil, immer massiver geht die Polizei gegen die abertausenden Demonstranten vor, die dort gegen die pekingtreue Regierung protestieren. Der in Hongkong geborene Weltstar Jackie Chan (65, "Rush Hour") hat sich inzwischen zu dem Chaos in seiner Heimat zu Wort gemeldet. Er wünsche sich, dass "Hongkong bald wieder Frieden findet", wird Chan in einem Video zitiert, das via Twitter verbreitet wurde. Doch statt Zuspruch erntet er für diesen Appell Kritik und Hass im Netz.

Zum einen gab er dieses Statement dem größten Fernsehsender von China, CCTV, der Teil des Ministeriums für Radio, Fernsehen und Film der Volksrepublik ist. Und so fragt ein User unter dem Video spöttisch: "Guter, alter Jackie Chan. Wie schmecken die CCP-Pillen?" CCP ist die Abkürzung für die kommunistische Partei Chinas (Chinese Communist Party), die mit dem Demokratie-Gedanken der Bewegung in Hongkong nicht vereinbar anmutet.

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Steht militärischer Konflikt kurz bevor?

Chans Haltung pro China ist nicht neu. In der Vergangenheit betonte er immer wieder, ein Patriot zu sein. Seine Kritiker unterstellen ihm dagegen Peking-Hörigkeit und gefährliche Linientreue. Besonders ein Zitat aus dem aktuellen Interview sehen viele Menschen als höchst kontrovers an: "Ich bin der tiefen Überzeugung, dass Sicherheit, Stabilität und Frieden wie frische Luft sind", so Chan. "Man weiß nie, wie wertvoll sie ist, bis man sie verliert."

Eine Aussage, die einigen wie eine Drohung vorkommt. Erst recht, seit China in Shenzhen, nahe der Stadt Hongkong, sein Militär in Stellung bringt - von gepanzerten Fahrzeugen bis hin zu bewaffneten Soldaten. Und so befindet ein User: "Diktatur bedeutet Sicherheit, Stabilität und Frieden."

Unter der Begrifflichkeit "Ein Land, zwei Systeme" stellt Hongkong eine eigene, zumindest auf dem Papier abseits des sozialistischen Systems der Volksrepublik fungierende Regierung. Deren militärische Drohgebärde spricht dagegen eine andere Sprache - und so wird in Chans Statement in erster Linie Kritik an der chinesischen Regierung schmerzlich vermisst.

Demonstranten rufen zum Boykott von "Mulan" auf

Noch ein anderer Star steht massiv in der Kritik. Die chinesisch-US-amerikanische Schauspielerin Crystal Liu (31) soll laut der US-Seite "The Hollywood Reporter" das brutale Vorgehen der Polizei in Hongkong befürwortet haben. So habe sie laut des Berichts auf der chinesischen Social-Media-Plattform Weibo geschrieben: "Ich unterstütze die Polizei von Hongkong. Ihr könnt mich jetzt fertigmachen."

Eine Aussage, die neben den Sympathisanten für die Protestbewegung auch Filmstudio Disney sauer aufstoßen dürfte. Denn Liu ist die Titelfigur der anstehenden Realverfilmung des Zeichentricks "Mulan", die 2020 in die Kinos kommen soll. Erste Boykottaufrufe gebe es laut "The Hollywood Reporter" schon mit der Begründung, Liu würde "Polizeibrutalität und die Unterdrückung Hongkongs unterstützen" und "sich nicht um die Menschen scheren, die für die Demokratie kämpfen" - während sie als US-Bürgerin deren Vorzüge genießen könne.

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