Jachturlauber: Ganz große Welle

Am Mittelmeer geht ein ganz besonderer Wettkampf in die nächste Runde: Hollywoods Jacht-Urlauber messen sich mit den spektakulärsten Booten. Damit konkurrieren sie um die schönsten Ankerplätze an den wichtigsten Hotspots. Ein Who's who der Freizeitkapitäne

Eva Mendes, Porfofino

Bei den sehr Berühmten und extrem Vermögenden herrscht dieser Tage Einigkeit: Vom Wasser aus betrachtet finden sie Südeuropa am erquicklichsten. Ein erster Sprung ins Mittelmeer, eine zweite Flasche Provence-Rosé wird auf Eis gelegt, die Jetskis dümpeln im Wasser, und der Koch ist gerade im Beiboot in den nächstgelegenen Hafen zum Einkaufen gefahren. Das Leben an Bord einer Luxusjacht kennt einfach kein Limit, um das eine große Ziel zu erreichen: Erholung. Und zwar genau so, wie es den Jachtbewohnern gefällt. Und zwar genau so, wie es den Jachtbewohnern gefällt.

Während Strände und Autobahnen gut überfüllt sind mit Normalurlaubern, sind Anne Hathaway, George Clooney, Rod Stewart & Co. lieber auf Wasserstraßen unterwegs. Die einen - zum Beispiel Fußballstars wie Mario Götze und Cristiano Ronaldo - schätzen dabei eher den Sprint, also die schnelle Fahrt in einem kleineren Sportboot von Ibiza kurz rüber an den Playa de ses Illetes von Formentera. Die anderen - Leonardo DiCaprio, Owen Wilson und Cindy Crawford - bevorzugen die große Tour, sie wollen möglichst viel Europa in ein, zwei Wochen. Ein Klassiker ist die Route an der südfranzösischen Küste entlang, von Saint-Tropez über Nizza weiter nach Norditalien. Portofino, La Spezia, vielleicht auch noch ein Abstecher nach Sardinien.

"Das Sommerhaus der Stars"

Wie schockiert die Promis von Michael Wendler sind

Jana Ina Zarrella
Jana Ina Zarrella ist Mutter von zwei Kindern und zeigt sich im Video überrascht, dass sich Michael Wendler und seine Laura so sexualisiert präsentieren.
©Gala

Schön ist das, und vor allem: sehr teuer. Hunderttausende Euro kann so eine Megajacht kosten - für eine einzige Woche. Inklusive Crew, exklusive Spritkosten und vieler, vieler Extras. So kostet zum Beispiel ein Liegeplatz in der Bucht vor dem sardischen Luxushotel "Cala di Volpe" schnell 500 Euro täglich. Noch teurer wird es auf Capri, der Insel der Liebenden. Deren Hafen gilt als teuerste Marina der Welt, im Schnitt müssen dort laut einer Untersuchung Liegegebühren von 2900 Euro pro Tag gezahlt werden!

Anne Hathaway küsst ihren Mann Adam Shulman nach einem Bad im Meer.

Gesegnet, wer einen großzügigen Jachtbesitzer kennt: Kate Moss beispielsweise bekommt regelmäßig die 63-Meter-Jacht "Lionheart" von Modemilliardär Sir Philip Green zur Verfügung gestellt. Gwyneth Paltrow urlaubt mit Steven Spielberg, und Adrien Brody, Goldie Hawn und Milla Jovovich feiern gern mit Microsoft-Milliardär Paul Allen. Einladungen auf dessen 126 Meter lange "Octopus" sind heiß begehrt!

Urlaubsbilder

Stars am Strand

Liebesurlaub an der Côte d'Azur: Sienna Miller und der Galerist Lucas Zwirner sind schon einige Monate ein glückliches Paar, und was könnte noch glücklicher machen, als die Sonne und ein gemeinsames Bad am Strand von St. Tropez zu genießen?
Am Bondi Beach entsteigt Hugh Jackman den Fluten: Auch wenn er vielleicht nicht mehr so viele Muskeln wie zu seinen "Wolverine"-Zeiten hat, kann sich der Schauspieler dennoch sehen lassen.
Stand Up Paddling scheint eine Menge Spaß zu machen. Michelle Hunziker, die gerade eine Runde gedreht hat, sieht zumindest ganz so aus.
Schatz, nun komm doch endlich ins Wasser, scheint Hollywoodstar Mark Wahlberg seiner Frau Rhea Durham zu sagen. Der Muskelberg urlaubt mit seiner Familie auf der sonnigen Karibik-Insel Barbados.

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Ganz klar, Jachtbesitzer sind die Alpha- Tiere, die Leitwölfe der Riviera-Society. Es ist ein Status, der größten finanziellen Einsatz erfordert, welcher dann mit viel Bewunderung und Ruhm belohnt wird. So hat Steven Spielberg rund 200 Millionen Euro in die "Seven Seas" investiert, auf der er bei den Filmfestspielen von Cannes standesgemäß Hof halten kann. Oder Roberto Cavalli: Der hat seine 41-Meter-Jacht ganz unbescheiden nach sich selbst benannt und nutzt diese sowohl als Showbühne für seinen Stil wie auch als Spaßmobil für seine ureigensten Bedürfnisse: Auf der "Cavalli" tauchen neben Stars wie Sharon Stone im Wechsel Ehefrau Eva und Freundin Lina auf!

Bar Refaeli klettert vorsichtig von ihrer Segeljacht ins Wasser. Die Meernixe hat es gut: Bei Portofino gibt es keine schönen Strände, nur spektakuläre Küstenlandschaft.

Torsten Sieckmann, Vorstand von Sunseeker Germany, einem der renommiertesten und bekanntesten Jachtbauer, erklärt, warum selbst Milliardäre wie Roman Abramowitsch ihre Jachten verchartern: "Eine eigene Jacht ist ein Hobby, etwas, das man sich leistet. Aber durchs Verchartern kriegt man vielleicht einiges an Unterhaltskosten wieder rein." Sunseeker - hier wurden auch die Boote für die Formel-1-Fahrer Jenson Button und Kimi Räikkönen gebaut - habe deshalb eine eigene Abteilung, die Eignern beim Verchartern und Interessierten beim Mieten hilft. Doch bevor es allzu technisch wird, schiebt Sieckmann eine Liebeserklärung an das Leben auf dem Wasser hinterher. Schwärmt, wie glücklich so eine Anschaffung seine Besitzer macht. Weil die ein Leben im glitzernden Mittelmeer-Licht führen können. Genau das sei seinen Kunden sehr wichtig: "In Europa wollen die Kunden eine schwimmende Villa. Sie wollen möglichst helle Innenräume und viel Glas, große Fenster im Salon und in der Eignerkabine. Außerdem ist der Außenbereich sehr wichtig, man verbringt gern viel Zeit in der Sonne und legt Wert auf das dazugehörige Spielzeug - eine absenkbare Badeplattform und eine schöne Badeinsel, aufblasbare Wasserrutsche, Jetski, Tauchgeräte, ausklappbare Balkone …" Anders sei da die Kundschaft im asiatischen Raum: "Gerade in China meidet man die Sonne eher - um sich seine vornehme Blässe zu erhalten. Chinesen legen dafür besonderen Wert auf einen Whirlpool an Bord. Viele wollen auch einen eigenen Karaokeraum. Für einen finnischen Kunden wiederum mussten wir einmal eine Sauna einbauen."

Die "Eclipse" von Roman Abramowitsch galt mit 162,5 Metern mal als größte Jacht der Welt – bis sich Prinz Walid Ibn Talal bei der Lürssen-Werft in Bremen die 180 Meter lange "Azzam" bestellte. Beeindruckend ist sie aber immer noch.

Grundsätzlich versuche man alle Wünsche möglich zu machen. Richtig verrückt aber wird es erst dort, wo Sunseeker das Geschäft anderen überlässt: Bei Megajachten ab 60,70 Meter aufwärts. Sieckmann berichtet: "Paul Allen zum Beispiel hat einen Basketball-Platz an Bord. Und wenn man sich Bilder der ,Grand Bleu‘ von Roman Abramowitsch anschaut, sieht man dort ein 72 Fuß langes Segelboot und eine 68 Fuß lange Sunseeker Predator, die er sich als Beiboote zu seiner Megayacht angeschafft hat."

Eine ganze Industrie ist um diese Riesenjachten entstanden, sie widmet sich dem Wohl der schwerreichen Hobbykapitäne. Das fängt bei Werften wie Lürssen an, die in Norddeutschland Megaschiffe für Scheichs und Milliardäre bauen, und es hört bei Jachtbrokern auf, die für ihre Kundschaft noch viel mehr tun, als nur das Schiff zu organisieren. Ausflüge müssen koordiniert und Reservierungen in den besten Restaurants beschafft werden. Und irgendetwas fehlt sowieso immer, sei es eine Dose Kaviar, sei es ein Brillantcollier. Extrawünsche sind in diesem Gewerbe die Regel. Eiserne Diskretion ist dabei selbstverständlich. Insider berichten aber: Allein mit der Reiseorganisation von Freundinnen und Gespielinnen mancher Bootsbesitzer sei man gut beschäftigt. Und je nachdem, ob die Damen Business, erster Klasse oder gar im Privatjet eingeflogen werden, könne man deren Bedeutung für den Eigner einordnen.

Gala

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Doch nun zu etwas weniger Chauvinistischem, etwas Schönerem: den Reisezielen. Nach wie vor gelten Südfrankreich und Italien als Traumdestinationen. Am Strand von Pampelonne und im Hafen von Porto Cervo gehört zum Sehen auch das Gesehenwerden. All jene, die mehr Abgeschiedenheit suchen, zieht es hingegen häufig nach Griechenland oder Kroatien. Vor allem Letzteres gilt als neues Traumziel für Wellenreisende: der "Carpe Diem"-Beach auf Hvar, die Marina "Martinis Marghi" auf der Insel Solta, die Altstadt von Dubrovnik …

Auch Beyoncé hat hier schon den Anker werfen lassen. Weil es am Ende des Tages eben doch nicht nur um die beste Party, das größte Boot, die verrücktesten Gimmicks geht. Sondern um das einzigartige Gefühl, mit seiner Jacht die Welt zu erkunden, Neues zu entdecken, ein Leben in Schönheit zu führen - und dabei komplett unabhängig zu sein. Zumindest solange die Crew mitmacht.

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