Wladimir Klitschko im Interview: Lebens-Tipps vom Star-Boxer

Wladimir Klitschko gibt seine Erfolgstipps jetzt an Studenten weiter. In GALA verrät er, was man von einem Champion lernen kann

Er ist ein Mann der Tat. Wladimir Klitschko stellt sich jeder Herausforderung – als Boxer, Geschäftsmann, öffentliche Person und Vater.

Wie wichtig es ist, sich auf Veränderungen einzustellen – das hat ihn gerade seine Karriere als Profisportler gelehrt. "Wir stehen ständig in Konkurrenz zu anderen", weiß der 40-Jährige. Nun möchte der gebürtige Ukrainer seine Erfahrungen und die daraus entstandenen Strategien an andere weitergeben. Gemeinsam mit der Universität St. Gallen hat er Anfang 2016 den Weiterbildungsstudiengang "CAS Change & Innovation Management" ins Leben gerufen, der jetzt mit einem Kompetenzzentrum weiter ausgebaut wird.

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©Gala

Warum ist das Thema Challenge Management heutzutage so wichtig?

Wir leben in einer immer schnelleren, komplexeren Welt. Wer seine Herausforderungen nicht erkennt und meistert, wird von seinen Mitbewerbern überrollt. In diesen Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung wird jeder von einem Sturm weggerissen, der kein Challenge Management beherrscht. Das zeigen viele Beispiele von Unternehmen oder Marken, die sich nicht rechtzeitig orientiert haben und heute vom Markt verschwunden sind.

Welcher Herausforderung würden Sie sich gern noch stellen?

Es gibt eine, die bei mir aktuell oberste Priorität hat, und das ist der Rückkampf gegen Tyson Fury.

Promovierter Profi: Wladimir Klitschko schrieb seine Doktorarbeit über "pädagogische Kontrolle im Sport"

Wie bewältigen Sie denn Anforderungen, die zunächst gigantisch erscheinen?

Ein Teil meiner Philosophie ist Optimismus. Deswegen schaue ich immer nach vorn und bewege mich weiter, selbst wenn ich hinfalle. Es ist wichtig zu erkennen, dass das eine Art Sinuskurve darstellt: Es geht auf und ab. Ich bekomme vielleicht nicht immer alles hin, aber am Ende des Tages bin ich der Sieger.

Und wie motivieren Sie sich?

Ich erhalte ständig Motivation von Menschen, die ich treffe, die um mich herum sind. Beispielsweise motiviert mich meine Mutter sehr. Sie ist ein großes Vorbild für mich, in vielen Bereichen meines Lebens, und hat mir sehr viel beigebracht. Genauso wie mein Bruder. Mich motivieren jedoch auch große Unternehmer und etablierte Geschäftsleute wie Richard Branson oder Evan Spiegel mit Snapchat und Mark Zuckerberg. Letztere haben gezeigt, dass man auch in jungen Jahren viel schaffen und Erfolg haben kann.

Was war in Ihrem Leben der wichtigste Veränderungsprozess?

Beruflich ist es der Aufbau meiner Karriere nach der sportlichen – und diese mindestens genauso erfolgreich zu gestalten. Privat ist die größte Challenge, unserer Tochter unser Wissen und unsere Werte weiterzugeben, sodass sie diese in sich trägt. Genauso wie meine Eltern alles an mich weitergegeben haben. Nur so wird die neue Generation noch besser als wir.

Sie machen mit den Studenten auch körperliche Übungen wie Liegestütze. Warum?

Challenges können auch in einfachen Dingen liegen. Wir haben die Liegestütz-Challenge bei einem unserer Teamabende gemacht, denn uns ist neben der theoretischen und praktischen Lehre auch wichtig, dass die Teilnehmer Spaß haben und ein Netzwerk untereinander aufbauen.

Können Sie sich vorstellen, dies weiter auszubauen, auch in anderen Ländern zu dozieren?

Ich schließe das nicht aus. Ich habe meine Erfahrungen schon zuvor an Studenten in Deutschland, in der Ukraine oder auch an der Pepperdine Universität in Los Angeles weitergegeben und Vorträge gehalten. Aktuell bin ich eng mit der Universität St. Gallen verbunden, worüber ich mich sehr freue. Doch wenn man es genau nimmt, doziere ich ja irgendwie auch hier in diesem Interview.

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