Ursula Karven: "Offen sein für alles Gute"

Für die ARD stand sie in Malaysia vor der Kamera, abseits ihres Berufs als Schauspielerin praktiziert Ursula Karven intensiv Yoga. Mit Gala.de sprach sie über Asien, die "Göttin der Barmherzigkeit" in ihrem Schlafzimmer, über schwarzen Tee mit Milch und Schuhe zum Eingraben

Ihr neuer Film heißt "Mein Herz in Malaysia" und wurde, wie der Titel schon vermuten lässt, vor der exotischen Kulisse Malaysias gedreht. Wie hat es Ihnen in Asien gefallen?

Das war sehr spannend, weil es viel widersprüchlicher ist, als das, was man sieht. Es gibt krasse Gegensätze zwischen Kuala Lumpur, dieser hochmoderne Stadt, die nur aus Glas, Metall und Shopping-Malls besteht und in der es Restaurants gibt, die auf gefühlte minus 20 Grad heruntergekühlt werden – und dann eben dem Hinterland. Wir waren nicht an den touristischen Plätzen. Malakka ist zwar auch ein bisschen touristisch, aber dort sind eben keine Traumstädte in der Umgebung. Fährt man weiter raus, ist das Bild schon ein ganz anderes: Dort entsorgen und verbrennen Leute ihren Abfall im Garten. Es gibt keinerlei Kanalisation oder Infrastrukturen in weiten Teilen des Landes. Und trotzdem hat jeder ein Handy oder trägt ein Michael-Ballack-Trikot.

Michael Ballack ist dort noch präsent?

Vor zwei Jahren war er das zumindest. Jetzt haben Sie wahrscheinlich Thomas Müller oder so jemanden auf ihren Trikots stehen. Aber das sind auf jeden Fall alles extreme Gegensätze und das sind die Zeichen, woran man sieht, dass Malaysia ein Schwellenland ist. Ein Land, das auf der Stufe zur kompletten Struktur steht. Was mich bereichert hat, ist die Tatsache, dass zum Beispiel in Malakka drei Religionen nebeneinander friedlich existieren können. Es gibt eine Straße, wo es eine Kirche gibt, einen Zen-Tempel, einen Hindu-Tempel und eine Moschee. Jeder macht, was er will. Die Gläubigen tragen traditionelle Gewänder und alle sind fröhlich. Das fand ich wirklich toll. Dort haben der Fanatismus und die Manipulation noch nicht stattgefunden. Es ist schön zu sehen, dass das geht.

Andrea Berg

Dieses Ritual pflegt sie vor jedem Auftritt

Andrea Berg
Andrea Berg gehört zu den ganz Großen des deutschen Schlagers. Jetzt verrät die Schlagerkönigin ihr skurriles Ritual mit ihren Musikern vor jedem Auftritt.
©Gala

Wie sah es in Malaysia mit Yoga aus? Haben Sie ihre Sitzungen nach draußen verlegt?

Ich bin kein Mensch, der gerne in der Natur Yoga macht. Ich muss meinen Atem hören und das geht in einem geschlossenen Raum einfach besser. Wenn ich draußen bin, dann höre ich viel zu viel und kann mich nicht so gut auf mich konzentrieren. Aber ich hatte einen sehr schönen Platz in meinem Hotel. Und ich habe sehr viel praktiziert, sogar ungewöhnlich viel.

Wenn Sie heute an den Aufenthalt in Asien zurückdenken, an was denken Sie dann vor allem? Gibt es besondere Erinnerungen?

Was mir am meisten gefallen hat, ist morgens der Tee. Dort machen sie einen ganz süßen schwarzen Tee, der mit Milch vermengt ist. Es gibt ihn heiß oder kalt und er wird mit einem Strohhalm in einer Plastiktüte serviert. Am Anfang war ich noch etwas skeptisch, weil er von den Straßen-Garküchen kam, aber am Ende habe ich nur noch denn Tee getrunken und ich habe es geliebt. Das ist eine Erinnerung, die zu Malaysia gehört. Und dann denke ich auch an die Garküchen. Wir hatten Vertrauen dazu gefasst und einfach überall gegessen. Es war insgesamt einfach eine sehr schöne Zeit.

Ursula Karven trifft Marie-Christin Thielitz von Gala.de

Sie sind eine Genießerin und haben das "Kochbuch für Kochmuffel" geschrieben.

Die Rezepte aus meinem "Kochbuch für Kochmuffel" kann ich sogar und die liebe ich auch, aber das reicht dann auch schon, mehr muss ich nicht kochen können. (lacht)

Wie war das Essen in Malaysia?

Das Essen in Malaysia ist deshalb so toll, weil es dort einfach alles gibt. Du kannst indisch essen oder malaiisch, was übrigens noch schärfer ist, als das indische Essen. Und dann kannst du auch italienisch essen, zumindest auf eine absurde Art. Aber ich liebe asiatisches Essen! Mit Gemüse und Currys kann man mich so glücklich machen. Es war schon wild, aber auch spannend, was dort alles gegessen wird. Es gab extra eine europäische Küche für die Crew, weil das Essen so scharf war, dass es die meisten Europäer nicht essen konnte. Aber ich liebe scharfes Essen, daher war das für mich genau das Richtige.

Wenn Sie Gewürze so mögen, haben Sie garantiert auch welche mit nach Deutschland gebracht.

Ja, ich habe viele Gewürze mitgebracht. Alle möglichen Curry-Sachen und Kurkuma. Aber ich habe auch Öle, zum Beispiel Rosen- und Lavendelöle, gekauft. Ansonsten habe ich noch eine Statue mitgebracht, die ganz aufwändig nach Deutschland gesendet wurde. Heute steht sie in meinem Schlafzimmer. Es ist die Göttin der Barmherzigkeit.

Hinter der Statue steckt auch eine Geschichte?

Genau, es geht um eine Königstochter, deren Vater sie sehr schlecht behandelt hat. Der Vater verlor am Ende sein Augenlicht, aber die Tochter gab ihm ihre Sehkraft, obwohl er sie so übel behandelte. Sie wird in Malaysia als Göttin der Barmherzigkeit verehrt, die nie nachtragend ist. Die Statue ist aus weißem Porzellan und hat hunderte kleine Porzellan-Hände.

Wie weit geht ihr Faible für asiatische Kultur? Beschäftigen Sie sich auch mit Buddhismus?

Sich mit Buddhismus zu beschäftigen ist gar nicht so einfach. Ich beschäftige mich gern mit Kultur, sei es in Australien oder auch in Europa. Wenn es natürlich unterschiedliche Religionen sind, wird es interessant, weil man lernt, dass es schwierig ist, an einen Gott allein zu glauben. Für mich persönlich ist es eher eine Mischform. Ich begreife Gott als universale Energie. Letztens fragte mich mein achtjähriger Sohn, ob Gott denn auch eine Frau sein kann. Und ich habe geantwortet: "Klar, warum nicht?" Ich finde, man sollte - ohne zu urteilen - offen sein für alles Gute in dieser Welt. Gott kann in jeder Form existieren.

Ihr neues Projekt "miacosa.de" ist eine Social-Shopping-Plattform, sie werden dort als Expertin und Botschafterin für den Bereich Healthstyle tätig sein. Was kann man sich darunter vorstellen?

Es ist ein spannendes Projekt. Dadurch, dass ich sehr viel reise, berufsbedingt auch sehr viel sehe und mit vielen kreativen Menschen zusammen sein darf, erzählt mir der ein oder andere von schönen Sachen oder ich finde selbst etwas, das ich toll finde.

Haben Sie ein Lieblingsprodukt, das Sie besonders empfehlen würden?

Vor allem diese Turnschuhe, für die ich mich dort entschieden habe. Diese Sneakers sind nach dem Tragen zu 100% recyclebar! Ausgelatscht eingebuddelt wachsen tatsächlich Bäume heraus! Ich selbst habe mich jetzt für welche in blau und gelb entschieden. Ich hoffe, dass ich sie schnell durchlaufe, damit ich den Baum endlich eingraben kann. Außerdem wird der Schuh komplett recycelt und geht komplett in die Erde zurück. Ich teile auf der Plattform einfach die Dinge, die mich selbst begeistern und die ich liebe. Ständig fragen mich die Leute, wo ich etwas her habe und so ist es natürlich die schlauste Lösung. Ich wähle nur Produkte aus, von denen ich hundertprozentig überzeugt bin und die ich auch selbst benutze.

Gibt es schon Ideen für weitere Produkte?

Bald kommen noch Müslis dazu, zum Beispiel mit weißer Schokolade. Außerdem denke ich an Kerzen aus Los Angeles, die so gut duften. Es wird alle möglichen Düfte geben. Und natürlich schreibe ich bei den Kerzen dann auch dazu, dass ich die Kerzen bei Barbra Streisand entdeckt habe – da habe ich sie ja schließlich zum ersten Mal gesehen.

Schauen Sie dann auch, welche Produkte ihre Botschafter-Kollegen ausgewählt haben?

Natürlich, ich schaue auch bei Bonnie Strange, was gerade in Berlin-Mitte cool ist. Ich habe gar keine Zeit, um durch die Boutiquen in Berlin zu streunen. Und ich gucke auch oft bei Bettina Zimmermann. Sie ist immer so super angezogen! Und ich finde die ganze Idee der Social-Shopping-Plattform einfach toll – auf so etwas habe ich nur gewartet. Ich bleibe auf diese Weise offen für alles, es ist so spannend und macht mir große Freude. Noch ist das Projekt aber in den Kinderschuhen.

Im Film "Ein Herz in Malaysia" spielen Sie eine Kunsthändlerin. Wie ist ihre private Beziehung zu Kunst und Antiquitäten?

Setbilder

Stars bei den Dreharbeiten 2012

20. Dezember 2012: Zac Efron und Imogen Poots stehen gemeinsam für den Film "Are We Officially Dating" in New York vor der Kamer
12. Dezember 2012: Erschreckend authentisch verkörpert Matthew McConaughey in dem Film "The Dallas Buyers Club" den Aids-Kranken
11. Dezember 2012: Emmy Rossum steht für "You're Not You" vor der Kamera.
6. Dezember 2012: Während wir in Deutschland vor Kälte bibbern, drehen Courtney Cox und Josh Hopkins am Strand von Malibu eine F

89

Kunst mag ich sehr, aber Antiquitäten sind weniger mein Fall. Ich bin eher der kontemporäre Kunstsammler, zwar sammle ich auch, allerdings habe ich erst damit angefangen und bin kein besonders großer Sammler. Ich bin sehr zögerlich, bevor ich etwas kaufe.

"Mein Herz in Malaysia" läuft am 29. September 2012 um 20:15 Uhr in der ARD.

Marie-Christin Thielitz

Themen

Erfahren Sie mehr:

Star-News der Woche