Til Schweiger: Tils besondere Tage

Kaum zu glauben, aber wahr: Til Schweiger, die Nummer eins des deutschen Films, ist 50! "Gala" hat den Schauspieler zum Geburtstagsinterview getroffen

Es war ein bewegtes Jahr für Til Schweiger: Umzug nach Hamburg, Premiere als "Tatort"-Kommissar, Auszeit auf Mallorca, Trennung von seiner Freundin Svenja. Wir treffen den Filmstar zum "Gala"-Gespräch in seiner Villa im Hamburger Westen: im Landhausstil eingerichtet, hell, gemütlich, mit Kamin und Kuschelecken. Erstes Thema: Geburtstagsfeiern. Am 19. Dezember ist Schweiger 50 geworden - auf die riesige Party mit Freunden und Familie hatte er sich schon seit Wochen gefreut.

Feiern Sie Ihren Geburtstag immer mit einer ordentlichen Party?

Alexander Skarsgård

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Alexander Skarsgård: Video zu Artikel - Einfach zum Anbeißen

Mein letzter Geburtstag, den ich groß gefeiert habe, war der 29. - ich hatte 200 Leute in eine Kölner Disco eingeladen, wo ich damals als DJ gearbeitet habe. Morgens um sechs war ich aber total frustriert, weil ich mich um keinen richtig kümmern konnte.

Sat.1 widmet Ihnen am 27. Dezember eine eigene Show. Bestimmt eine Ehre, aber fühlt man sich da nicht gleich so …

… alt? (lacht) Nö, 50 geht ja noch. Aber dann macht’s plötzlich "pling" und man ist 60, und wieder "pling" und man ist 70. Aber man kann ja nichts dagegen machen!

Haben Sie manchmal Lust, sich zurückzubeamen in jüngere Zeiten?

Würde ich sofort machen! Wenn ich zwei Knöpfe hätte, 50 oder 30 - ich würde sofort die 30 nehmen! Es müsste eine Zeitmaschine geben, für die man 100 Freitickets hat, mit denen man in seinem eigenen Leben zurückgehen und bestimmte Tage noch mal ganz bewusst erleben kann. Besondere Tage.

Welche wären das bei Ihnen?

Als ich mich zum ersten Mal verliebt habe, ohne zu wissen, was das überhaupt ist - mit Gänseblümchen im Bauch. Die Geburt meiner Kinder natürlich oder der erste Tag, als wir die Zahlen von "Knockin' On Heaven's Door" bekommen haben. Und wir Tom Cruise mit seinem Film "Jerry Maguire" als einziges Land der Welt die Nummer eins weggenommen haben. Das war ein geiles Ding.

Ihr Leben ist ja bisher ziemlich gut gelaufen. Sind Sie demütig?

Ich würde eher sagen dankbar. Ich habe einen Beruf, der mir wahnsinnig viel Spaß macht und von dem ich gut leben kann. Und mit dem ich auch etwas für andere tun kann - ich habe viele Leute mitgenommen auf meiner Reise.

Im Herbst erschien die Schweiger-Biografie "Der Mann, der bewegt", verfasst von Uwe Killing (19,99 Euro, Hannibal-Verlag).

Dabei wollten Sie eigentlich Lehrer werden …

Ja, aber damals gab es eine Lehrerschwemme, und es war klar, dass man mit seinem Staatsexamen keinen Job kriegt. Ich wäre sicher ein sehr guter Lehrer geworden. Meine Kinder haben schon oft zu mir gesagt: "Papa, warum bist du nicht Lehrer geworden? Dann könnten wir jetzt auch mal in Ruhe auf den Hamburger Dom gehen!"

Til Schweiger

Der bewegte Til

Dezember 2013: Am 19. Dezember wird Til Schweiger 50 Jahre alt. Mit Mütze macht er jedoch einen geradezu jugendlichen Eindruck. "Mein seelisches Alter liegt bei Ende 20", erzählt er im Interview mit dem Magazin "Stern".
Til Schweiger, Svenja Holtmann
März 2013: Schock für Til Schweiger und seine Familie: Unbekannte verüben einen Farbanschlag auf seine Hamburger Villa, das Auto seiner Freundin Svenja Holtmann wird sogar angezündet. Zur Tatzeit waren Schweigers Kinder Luna und Valentin im Haus. In einem Bekennerbrief kritisieren die Kriminellen Schweigers Film "Schutzengel". Dieser verherrliche den Bundeswehreinsatz in Afghanistan.
Februar 2013: Bei der Berlinale posiert Til Schweiger mit den Hollywoodstars Shia LaBoeuf und Rupert Grint. Gemeinsam standen sie für die Actionkomödie "The Necessary Death of Charlie Countryman" vor der Kamera.

30

Was macht Ihnen Angst?

Die einzige Angst, die ich habe, ist Flugangst. Flugangst in Verbindung mit Höhenangst. Wobei beides miteinander zu tun hat. Eingesperrt zu sein, nicht die Kontrolle zu haben in dieser schwindelerregenden Höhe. Ich bin mal Fallschirm gesprungen, um diese Angst zu besiegen. Das hat leider auch nichts gebracht. Und ich habe ein Seminar gemacht. Dann ist irgendwo auf der Welt der nächste Flieger abgestürzt, und alles ging wieder von vorne los.

Sie haben sich 2013 eine längere Auszeit genommen. Wie war das für einen rastlosen Menschen wie Sie?

So rein gar nichts machen geht für einen Filmproduzenten nicht, man arbeitet immer an neuen Stoffen. Trotzdem habe ich das sehr genossen. Aber jetzt freue ich mich auch auf meinen neuen Film.

Verraten Sie uns, worum es geht?

Es wird eine Mischung aus "Knockin’ On Heaven’s Door" und "Barfuss". Eine Geschichte von einem Mädchen und ihrem dementen Großvater. Es ist ein sehr schönes Drehbuch geworden. Übrigens mein erster Film, den ich in Hamburg drehen werde. Mit einem kleinen Abstecher nach Venedig. Wir wollen im April anfangen.

Und wie geht es mit dem "Tatort" weiter?

Der zweite ist noch besser geworden als der erste. Und es könnte sein, dass es noch ein paar mehr Tote werden … (grinst)

Gala: Inhaltsverzeichnis

Gala

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Eigentlich sind Sie ja auf die Nummer-eins-Filmhits in Deutschland abonniert. Nun gibt es das "Fack ju Göhte"-Phänomen.

Ich freue mich sehr für die! Ich habe sofort Martin, Elyas und Bora (den Produzenten, den Hauptdarsteller und den Regisseur; Anm. d. Red.) angerufen und gratuliert. Und allen den Tipp gegeben, den mir Bernd Eichinger damals nach "Knockin’ On Heaven’s Door" gab: "Lass die Sau raus und feier! Du willst eigentlich gleich den nächsten Film machen und denkst, er wird genauso gut. Aber auch wenn du ihn mit derselben Liebe und Energie machst, wird es nicht immer so funktionieren." Ich habe mir das damals angehört und nicht gefeiert, sondern sofort nach neuen Stoffen gesucht. Im Rückblick bereue ich das.

Kein mulmiges Gefühl, dass sich Elyas anschickt, die neue Nummer eins zu werden?

Ich war ganz lange die Nummer eins, und jetzt kommen endlich neue Leute! Das ist auch gut fürs deutsche Kino. Da sind ja nur Elyas, Matthias und Florian (Matthias Schweighöfer und Florian David Fitz; Anm. d. Red). Aber wir haben ganz viele junge Schauspieler, die das Zeug haben, Moviestars zu werden. Alexander Fehling zum Beispiel, der ist unglaublich gut.

Welche Fähigkeit hätten Sie gerne?

Ich würde wahnsinnig gerne ein Musikinstrument spielen können. Meine Eltern wollten das zwar, aber das war mir damals zu mädchenmäßig. Es gab für mich nur Fußball und Kickboxen - das habe ich echt bereut.

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