Til Schweiger + Jasmin Gerat "Plötzlich brannte die Bluse"

Til Schweiger, Jasmin Gerat
© PR/Warner Bros.
Mit den "Kokowääh"-Filmpartnern Til Schweiger und Jasmin Gerat sprach Gala über Kinder, Streiche, Kochen, krasse Frisuren - und den Tod von Bernd Eichinger

Es war ein heftiger Tag für Til Schweiger.

Während er in Berlin Interviews zu "Kokowääh" gab und die letzten Vorbereitungen für die Premierenfeier des Films am Potsdamer Platz traf, sickerte die Meldung vom Tod Bernd Eichingers - seinem Entdecker, Förderer und Freund - in Los Angeles durch. Danach war natürlich weder Schweiger noch den anderen Gästen nach Feiern zumute. Aber die Premiere abzusagen, war nun schlicht und ergreifend auch nicht mehr machbar. Gala traf den Schauspieler und seine "Kokowääh"-Partnerin Jasmin Gerat vor dem Gang über den roten Teppich zum Interview im "Regent"-Hotel.

Herr Schweiger, in "Kokowääh" gibt es eine Szene, in der Ihre Tochter Emma zuschaut, wie Sie eine Frau küssen. Versteht die Kleine, dass das nur inszeniert ist?


Til Schweiger Ja. Sie war ja schon in jungen Jahren mit am Filmset und hat so etwas häufig erlebt. Sie weiß, dass Schauspieler spielen, dass der Kuss nur inszeniert ist. Ich meine, es ist sowieso der Wahnsinn, wie sie den ganzen Film hinbekommen hat. Das macht mich schon stolz.

Sind Sie ein strenger Vaters?

Schweiger Nee. Den strengen Part macht eher Dana, weil die Kinder halt mehr bei ihr sind. Aber es ist auch nicht so, dass ich alles durchgehen lasse. Das ist ja auch wichtig. Kinder brauchen schon Strenge.
Jasmin Gerat Nennen dich deine Kinder eigentlich Papa oder Til? Bei Emma ist mir am Set aufgefallen, dass sie beides sagt.
Schweiger Sie sagen eher Til und Dana. "Duuuu, Papa" kommt meistens, wenn sie was von mir wollen. "Til" geht ja leicht von der Zunge. Mein Vater heißt Herbert. Das bietet sich das nicht so an.

Frau Gerat, Sie haben eine kleine Tochter, sind alleinerziehende Mutter. Wie kriegen Sie Job und Kind unter einen Hut?

Gerat Ich habe Glück, weil ich viel Hilfe bekomme. Meine ganze Familie, alle Omas und Opas und Freunde packen mit an. Es heißt ja, dass es ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind großzuziehen, das sehe ich auch so. Ich bin keine Glucke. Ich lasse mein Kind gern von der Hand.

Herr Schweiger, Ihr ältester Sohn Valentin, 15, lebt bei Ihnen in Berlin. wie kommen Sie zurecht?

Schweiger Gut. Er ist schon seit dem Beginn des Schuljahres hier. Aber mittlerweile spielt er mit dem Gedanken, wieder zurück nach Hamburg zu gehen. Er vermisst seine Freunde, sein gewohntes Umfeld und seine Freundin.

Drei Ihrer Kinder kommen jetzt ins Teenager-Alter. Wie ist das, wenn eine Tochter den ersten Freund mit nach Hause bringt?

Schweiger Tja, klingt komisch, aber das habe ich ausgerechnet Bernd Eichinger in Bezug auf seine Tochter Nina auch mal gefragt, als sie noch kleiner war. Ob er denn keine Angst habe, dass seine Tochter mit einem Arschloch nach Hause kommt. So einen Typen, bei dem du mit deiner Erfahrung sofort siehst, dass er nicht ganz sauber ist.
Gerat Und was hat er gesagt?
Schweiger Er meinte: "Meine Tochter hat einen guten Geschmack, die wird sich schon den Richtigen aussuchen." Und so sehe ich das auch. Ich habe da ein gutes Gefühl. Ein offizieller Freund ist mir bis jetzt jedoch noch nicht vorgestellt worden. Die Mädchen reden zwar immer davon, aber richtig ernst ist es noch nicht.

Sie denken an Eichinger. Wie haben Sie die Nachricht seines Todes aufgenommen?

Schweiger Ich war geschockt! Bernd war ein guter Freund und ein Mann, dem ich unendlich viel zu verdanken habe. Ich habe viel geweint und werde ihn nie, und ich meine nie, vergessen. Ich habe ihn geliebt.

Harter Schnitt, zurück zum Film: In einer Szene in "Kokowääh" setzt ihre Tochter die Küche in Brand. Was waren die schlimmsten Streiche, die Sie beide als Kinder verzapft haben?

Gerat Als ich klein war, habe ich im Kosmetikladen meiner Tante das Telefonkabel mit der Schere durchgeschnitten. Ich hatte ein Blatt Papier über das Kabel gelegt und mich gefragt, ob ich - wenn ich das Papier durchschneide - auch das Kabel zerteile. (lacht) Und ich war dann ganz erstaunt, als das Kabel wirklich durch war.
Schweiger Wir haben das Feuerzeug an die Jeans gehalten und das Gas rausströmen lassen. Wenn man dann den Feuerstein betätigt, gibt es eine kleine Stichflamme. Das habe ich bei einem Mädchen gemacht. Am Hintern natürlich. Puff! Und plötzlich brannte ihre dünne Leinenbluse.
Gerat So richtig?
Schweiger Na ja, ich hab das schnell ausgeklopft. Aber es hat ziemlichen Ärger mit den Eltern und der Schule gegeben. Ich musste die Bluse ersetzen. Meine Kumpels meinten dann: 40 Mark für einmal auf den Hintern klopfen - ziemlich teurer Spaß.

Emma Tiger Schweiger, 8, spielt neben ihrem Vater Til Schweiger und Jasmin Gerat eine der Hauptrollen in "Kokowääh". Sie war auc
Emma Tiger Schweiger, 8, spielt neben ihrem Vater Til Schweiger und Jasmin Gerat eine der Hauptrollen in "Kokowääh". Sie war auch schon in "Keinohrhasen", "Zweiohrküken" und "Männerherzen" dabei.
© PR/Warner Bros.

Frau Gerat, Sie haben sich für "Kokowääh" von ihrem Lockenkopf getrennt. Wie schwer ist ihnen das gefallen?

Gerat Gar nicht. Ich hatte schon mal mit 19 eine Glatze für einen Film, das war ja viel radikaler. Aber was macht der Til, als die Haare runter waren? Sagt glatt: Oh, lang war's doch besser. Vielen Dank. Dabei ist die Idee mit den Haaren auf seinem Mist gewachsen.
Schweiger Das war ein Scherz! Sieht doch gut aus. Für "King Arthur" hatte ich ebenfalls eine Glatze. Glatze ist unterschätzt. Mit der hast du nie einen Bad-Hair-Day.
Gerat Ich bin Til total dankbar, mir hat die Veränderung gutgetan. Irgendwann lasse ich sie wieder wachsen, aber momentan fühle ich mich sehr wohl.

GALA-Chefreporter Hauke Herffs beim Interview mit Til Schweiger und Jasmin Gerat in Berlin
Gala-Chefreporter Hauke Herffs beim Interview mit Til Schweiger und Jasmin Gerat in Berlin
© Gala

Was war denn die schlimmste Frisur, die Sie je hatten?

Gerat Ach, ich sah immer toll aus. (lacht)
Schweiger Bei der Premiere von "Driven" 2001 in L. A. ist mir ein richtiges Desaster passiert. Ich schneide mir meine Haare oft selber, und damals wollte ich mit einem Barttrimmer den Nacken nachrasieren. Beim Abklopfen der Haare vom Gerät hatte ich aus Versehen die Einstellung verstellt. Zack, hatte ich eine Autobahn. Ich habe fast geheult, und Dana hat sich totgelacht. Wir haben's dann ausgeglichen, aber ich sah aus wie ein Hooligan.

In "Kokowääh" beherrscht ihre Figur nur ein Gericht: Coq au Vin. Welches Gericht können Sie wirklich gut hinbekommen?

Schweiger Ich kann mittlerweile Coq au Vin, weil mein Casting Director mir als Dankeschön für die gute Zusammenarbeit einen Kochkurs mit einem französischen Zwei-Sterne-Koch geschenkt hat. Der kam vergangenen Samstag nach Hamburg, und ich habe mit den Kindern zusammen Kokowääh gemacht. Große Sache. Na ja, ansonsten kann ich gut Salate machen.
Gerat Salate? Zählt das als kochen?
Schweiger Ja, klar. Und Nudelsoßen! Da bin ich richtig gut.
Gerat Ich auch! Wir können ja mal einen Nudelsoßen-Battle machen.
Schweiger Werden wir. Zieh dich warm an!

Hauke Herffs

gala.de

Mehr zum Thema


Gala entdecken