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Taylor Kitsch "Ich liebe die Stille"


In seinen Filmen lässt Taylor Kitsch es richtig krachen, privat geht der Shooting-Star die Dinge lieber ruhig an. Gerade baut er sich ein Haus, fernab vom Trubel Hollywoods

Er kennt das Gefühl, nirgends wirklich zu Hause zu sein.

Denn Taylor Kitsch, 30, seit Monaten weltweit in Sachen großes Kino unterwegs, war früher einmal obdachlos. Das war, bevor der Erfolg sich einstellte, er für Multi-Millionen-Dollar-Spektakel wie "Wolverine", "John Carter" und, aktuell im Kino, "Battleship" dauergebucht wurde. Dass man ihn jetzt als Action-Star feiert und Frauen ihn anschmachten, gefällt dem Schauspieler natürlich. Aber es bringt ihn auch durcheinander, wie er "Gala" verriet: "Vergangene Woche war ich zum Lunch verabredet und wusste tatsächlich nicht mehr, in welcher Stadt ich war."

Ihr neuer Actionfilm "Battleship" basiert auf einem Computerspiel. Haben Sie als Kind viel Zeit an der Konsole verbracht?

Nein, ich war fast die ganze Zeit draußen in der Natur. Ich bin in Kanada aufgewachsen, wir hatten hinten im Garten ein kleines Eishockeyfeld, das gleich an den Wald angrenzte. Ich habe mit meinen Freunden die ganze Zeit draußen gespielt, war der absolute Abenteurer-Typ. Im Gegensatz zu den Kids heutzutage, die hängen ja den ganzen Tag vor dem Fernseher ab.

Wenn Sie einen Sohn hätten, wie würden Sie ihn erziehen?

Ich würde ihn in den Hintern treten und den ganzen Tag nach draußen schicken. Und möglichst viel mit ihm unternehmen. Sport treiben, im Wald spielen - vor dem TV abhängen ist einfach nicht gut.

Erinnern Sie sich an das erste Mal, als Sie Verantwortung in Ihrem Leben übernehmen mussten?

Ich habe sehr lange professionell Eishockey gespielt, und wegen einer Knieverletzung war meine Karriere plötzlich abrupt zu Ende. Danach bin ich erst mal in ein tiefes Loch gefallen. Ich musste mir überlegen, was ich mit meinem Leben anfangen will.

Wie kommt man als Eishockeyspieler zur Schauspielerei?

In meinem Fall übers Modeln. Nach meiner Verletzung bin ich nach New York gegangen, weil mich dort eine Modelagentur unter Vertrag genommen hatte. Dort habe ich auch gleich mit dem Schauspielunterricht begonnen. Das hatte mich immer schon interessiert, aber der Sport stand bei mir jahrelang an erster Stelle.

Hatten Sie als Model und als Schauspieler sofort Erfolg?

Überhaupt nicht! Ich war lange obdachlos, habe in meinem Auto in Los Angeles geschlafen, oder in U-Bahn-Stationen in New York. Weil ich Kanadier war, habe ich kein Arbeitsvisum bekommen, und als das Geld knapp wurde, konnte ich legal nicht weiter arbeiten. Wenn ich bei Freunden auf einer Luftmatratze schlafen konnte, war das purer Luxus!

Und wenn es mir der Schauspielerei nicht geklappt hätte? Mit welchem Job würden Sie sich heute durchs Leben schlagen?

Ich wünschte, ich wäre ein besserer Musiker! Ich lerne momentan Gitarre und würde sehr gern in einer Band spielen. Aber zum Leben würde das nicht reichen. Vielleicht würde ich in meinen alten Job als Ernährungsberater zurückgehen.

Aha. Dann kochen Sie gern?

Ich könnte Ihnen das perfekte Frühstück servieren: Es gäbe frisch gebackenes Bananenbrot, French Toast, frisches Obst und diverse Shakes - Frühstück ist meine Spezialität. Kochen tue ich ehrlich gesagt nicht wirklich, weil ich momentan so viel arbeite und nie zu Hause bin.

Wo ist denn Ihr Zuhause?

In Austin, Texas. Das war eine sehr bewusste Entscheidung, weil ich weder in New York noch in Los Angeles leben wollte. Ich habe kürzlich ein Grundstück direkt an einem kleinen See gekauft, da baue ich mir gerade ein Haus.

Taylor Kitsch mit Schauspielkolleginnen Rihanna und Brooklyn Decker. Die drei standen für den Actionfilm "Battleship`", der gera
Taylor Kitsch mit Schauspielkolleginnen Rihanna und Brooklyn Decker. Die drei standen für den Actionfilm "Battleship", der gerade in den Kinos zu sehen ist, gemeinsam vor der Kamera.
© Reuters

Wie wird das aussehen?

Das wird sehr Zen-mäßig: dunkle Holzböden, hohe Räume, viele große Fenster. Ich will mich dort einfach wohlfühlen, deshalb muss sehr viel Holz verarbeitet, alles sehr naturbelassen sein. Wenn das Haus fertig ist, will ich mir unbedingt eine Auszeit nehmen.

Was tun Sie, um zu entspannen?

Im See schwimmen, auf Konzerte gehen, Freunde treffen, Wasserski fahren oder Wakeboarden, Golf spielen, Kaffee trinken, lesen - die einfachen Dinge halt. Ich bin jetzt seit November unterwegs, erst die Promo für "John Carter" und jetzt für "Battleship".

Können Sie sich noch daran erinnern, was Sie sich von Ihrer ersten Gage gekauft haben?

Ich habe meine Schauspiellehrerin endlich bezahlt. Sie hatte mich über Monate kostenlos unterrichtet, weil ich kein Geld hatte. Und für mich selbst habe ich ein Motorrad, eine Triumph, gekauft. Inzwischen habe ich sogar zwei Maschinen. Das liebe ich so an Texas: Du kannst dich einfach auf dein Motorrad setzen und durch die Natur fahren. Manchmal fährt man 100 Kilometer, ohne auch nur ein Auto zu sehen.

Taylor Kitsch, ein Landei?

Absolut! (lacht) Allerdings lebe ich nur 20 Minuten von der Stadt entfernt. Wenn ich also ausgehen will, bin ich schnell da. Ich liebe nun mal die Stille. Ich habe lange in New York gelebt und weiß, was ich verpasse, aber damit kann ich gut leben. Partys sind eh nicht so mein Ding.

Angenommen, man würde Sie morgen früh auf einer einsame Insel aussetzen. Was würden Sie mitnehmen?

Eine schöne Frau stünde definitiv an erster Stelle. Dazu noch Wasser und vielleicht ein Messer? Ich bin sehr einfach gepolt - und reise immer nur mit einer kleinen Tasche.

Apropos schöne Frau - welche Qualitäten sollte Ihre Traumfrau unbedingt mitbringen?

Sie muss auf sich selbst aufpassen, für sich selbst sorgen können. Dazu sollte sie klug, schlagfertig, humorvoll, körperlich fit - und wie gesagt wunderschön sein. Hili Ingenhoven

gala.de

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