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Susan Sarandon "Liebe in allen Variationen"

Hollywood-Ikone Susan Sarandon über Hausgeburten, Friedensdemos - und was sie über ihren Preis fürs Lebenswerk denkt

Die erste große Rolle übernahm sie 1975 in der "Rocky Horror Picture Show". Seitdem überzeugt Susan Sarandon immer wieder als kluger, witziger und dazu auch noch erotischer Frauentyp - auf der Leinwand und privat. Aus ihrer Beziehung mit Schauspielkollege Tim Robbins stammen zwei Söhne, aus einer früheren Liaison Tochter Eva. Einen Oscar (für "Dead Man Walking") hat sie schon, jetzt wird sie für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet. GALA sprach mit ihr in New York.

Die Goldene Kamera fürs Lebenswerk - was bedeutet Ihnen dieser Preis?

Ich freue mich sehr darüber! Allerdings sollte es eher der "Preis für das halbe Lebenswerk" sein. Mir bleibt schließlich immer noch Zeit, etwas zu leisten.

Auf der Gästeliste in Hamburg steht auch Arnold Schwarzenegger.

Dass ich mit ihm in einem Atemzug genannt werde ...

Was meinen Sie damit?

Ach, das wissen Sie doch!

Okay, Sie stehen politisch weit auseinander. Sie persönlich waren schon in den Siebzigern in der Friedensbewegung aktiv.

Für mich gab es keine Alternative, denn man konnte ständig im Fernsehen verfolgen, was los war in Vietnam oder bei der Bürgerrechtsbewegung. Man hätte schon bewusstlos sein müssen, um das nicht mitzukriegen.

Wie sehen Sie die Weltlage heute?

Wir leben in einer Atmosphäre der Angst. Wenn man die Leute davon überzeugt, dass sie ständig bedroht sind, ist das ein gutes Mittel, sie auch zu kontrollieren.

Sind sie immer noch politisch aktiv?

Oh ja! Ich geh auf Demos, schreibe Briefe, gebe Interviews. Ich habe eine Doku über Obdachlose gedreht und, und, und ...

Ihr neuer Film "Three Generations" behandelt brisante Themen: Elle Fanning spielt ein Mädchen, das sich als Junge fühlt, und Sie sind die lesbische Oma.

Ein sehr wichtiger Film! Ich hoffe, er stößt eine Diskussion an, die Transsexuellen das Leben leichter macht.

Wie Sie sind auch Ihre Kinder im Showbusiness. Haben Sie sie dazu ermutigt?

Nein. Meine Sorge war eher, dass ich privilegierte Kinder großziehe, die an nichts Interesse zeigen. Wir haben in New York gelebt, weit weg vom Filmbusiness. Ich wollte, dass sie ihren eigenen Weg finden.

Vor einem halben Jahr sind Sie Großmutter geworden. Wie hat das Ihr Leben verändert?

Ich war bei der Hausgeburt dabei und sehr beeindruckt davon, dass der Prozess der Geburt dem des Sterbens so ähnlich ist. Als ich meine Kinder bekam, konnte ich über so was nicht nachdenken. Da war ich genug damit beschäftigt, sie auf die Welt zu bringen.

Denken Sie heute mehr über Leben und Tod nach als früher?

Ja. Man muss das Leben nun mal als endlich akzeptieren. Aber ich bin absolut noch nicht bereit zu sterben.

Was ist das Wichtigste im Leben?

Liebe. Liebe in all ihren Variationen. Das muss nicht unbedingt die romantische Liebe sein. Offenherzigkeit, Nächstenliebe, die Liebe zur Natur - darauf gründet alles.

Andrea Sell, Mitarbeit: Kirsten Jeddeloh Gala


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