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Stefanie Graf + Andre Agassi "Alles hätte ganz anders ausgehen können ..."


Stefanie Graf und Andre Agassi wirken wie der Gegenentwurf zu all den aktuellen Trennungspaaren: skandalfrei, innig, glücklich. "Gala" fragte die beiden nach dem Geheimnis ihrer großen Liebe

Das Glück ist ihnen anzusehen. Und sie nehmen es bewusst wahr: "Wir sind inzwischen dankbarerweise an einem Punkt in unserem Leben, wo wir nichts mehr machen müssen, sondern uns auf das konzentrieren können, was uns Spaß macht und uns etwas bedeutet", sagt Andre Agassi mit Nachdruck. Kein Widerspruch von Stefanie Graf. Dafür ein Lächeln als Bestätigung. An ihrem Hals funkelt ein herzförmiger Diamant. Andre trägt eine Kette mit "Daddy Rocks"-Schriftzug, ein Geschenk des Sohnes. Die beiden Tennis-Legenden sind nach Hamburg gekommen, um sich - unterstützt von der Uhrenmarke "Longines" - für Stefanie Grafs Stiftung " Children for Tomorrow" stark zu machen.

Seit fast zwölf Jahren sind Graf, 43, und Agassi, 42, verheiratet. Mit Sohn Jaden Gil, 11, und Tochter Jaz Elle, 9, leben sie in Las Vegas. Ihr Glück wollen sie teilen - und "Kindern helfen, die eigentlich keine Chance haben". Agassi macht das, indem er in den USA Schulprojekte für sozial benachteiligte Jungen und Mädchen fördert. Das Paar ist ein eingespieltes Team. Im "Gala"-Interview hält sich Stefanie Graf oft zurück, überlässt ihrem Mann das Wort. Lächelnd schaut sie ihn dann von der Seite an. Und wenn er über ihre Beziehung spricht, wirkt sie geradezu gerührt.

Auszeit: Die Familie Graf-Agassi liebt das Leben in den USA. Trotzdem vergisst Stefanie Graf ihre Wurzeln nicht: "Unsere Kinder fragen immer wieder, wann wir das nächste Mal gemeinsam Deutschland besuchen."
Auszeit: Die Familie Graf-Agassi liebt das Leben in den USA. Trotzdem vergisst Stefanie Graf ihre Wurzeln nicht: "Unsere Kinder fragen immer wieder, wann wir das nächste Mal gemeinsam Deutschland besuchen."
© Alexander Majoli / Magnum Photos / Agentur Focus

Es gibt nur wenige glückliche Sportlerpaare. Was ist Ihr Geheimnis?

Andre Agassi: Meine Erfahrung ist, dass gutes Timing für das Gelingen jeder Beziehung unfassbar wichtig ist. Es kommt immer darauf an, wo man gerade im Leben steht, was man sich erhofft und wie das alles mit dem Leben der Partnerin harmoniert. Stef und ich haben uns einfach zu einem sehr guten Zeitpunkt kennengelernt. Es ist schwierig, eine Beziehung zu führen und gleichzeitig zwei Sportkarrieren zu verfolgen. Dass Stefanie gerade dabei war, ihre Laufbahn zu beenden, als wir uns verliebten, hat sicher geholfen. So war sie offener für unsere Liebe. Wären wir uns fünf Jahre früher begegnet - wer weiß? Alles hätte ganz anders ausgehen können.

Sie engagieren sich beide in Stiftungen für Kinder. Das haben Sie schon gemacht, bevor Sie sich ineinander verliebten ...

Agassi: Ich denke, diese Tatsache spricht für sich. Es sagt viel über Stefanies Herz aus. Darüber, was ihr im Leben wichtig ist, was sie beunruhigt.
Stefanie Graf: Es zeigt, dass wir beide die gleichen Wertevorstellungen haben!
Agassi: Genau. Diese Leidenschaft gibt unserer Beziehung noch einmal eine andere Ebene. Und ich muss sagen: Die letzten Jahre waren eine einzige tolle Reise für uns. Auch wenn ich selber nicht verstehe, wie Stef all das schafft, was sie schafft - es ist überwältigend. Sie ist einfach großartig!

Wie sieht die Grundlage für Ihre Beziehung aus? Sind Sie sich in den meisten Dingen einig, oder ergänzen sich eher die Gegensätze?

Agassi: Wo es wichtig ist, sind wir uns einig. In anderen Bereichen verstärken wir uns. Ein Beispiel: Stefanie erdet mich. Sie sorgt dafür, dass ich mich nicht mit einer meiner Ideen verrenne. Ich neige dazu, mich manchmal etwas mitreißen zu lassen ...
Graf: Das gilt leider für uns beide. Manchmal merken wir gar nicht, wie sehr wir uns in eine Idee hineinsteigern. Genau dann brauchen wir uns: Wir vertrauen und verstehen uns so gut, dass wir dem anderen in diesen Situationen besser helfen, als wenn wir mit unseren Gedanken allein wären.
Agassi: Stimmt. Generell denken wir sehr ähnlich. Wenn es ein Problem gibt, reagieren wir beide nie überstürzt. Wir betrachten es zunächst, denken nach und entscheiden dann, wie wir mit der Situation umgehen. Wir wollen echte Antworten geben.

Sportler haben nach dem Karriereende oft Probleme damit, neue Lebensinhalte zu finden. Wie haben Sie das geschafft?

Graf: Wir hatten das Glück, dass sich dieser Wandel fließend ergeben hat. Ich selber hatte in den letzten Jahren meiner Karriere ja einige verletzungsbedingte Probleme und konnte mich deshalb schon langsam an den Gedanken eines neuen Lebens gewöhnen. Ehrlich gesagt habe ich mich sogar sehr darauf gefreut. Und dann, na ja, dann kam Andre ... (lacht)Mit ihm war alles noch viel einfacher. Da musste ich mir keine großen Fragen mehr stellen. Unser Lebensweg war eindeutig: Wir wussten, dass wir eine Familie wollen!

Und nun leben Sie mit Jaden Gil und Jaz Elle in Las Vegas, einem Ort, der sich selbst als "City of Sins" präsentiert, also als Stadt der Sünden. Wie ist es, dort zu Hause zu sein?

Graf: Es geht doch gar nicht so sehr darum, wo man lebt, sondern mit wem. Ich fühle mich in Las Vegas sehr glücklich und geborgen. Und das nicht nur allein wegen Andre und den Kindern. Meine Mutter, mein Bruder und seine komplette Familie leben dort, und ich habe viele neue Freundschaften geschlossen. Las Vegas ist zu meinem Zuhause geworden. Agassi: Und was die "City of Sins" angeht: Glauben Sie mir, ich könnte auch in Deutschland sündigen!

Den kompletten Artikel finden Sie in der aktuellen Gala. Sie ist ab Donnerstag, 18. April, am Kiosk erhältlich.

Alexander Stilcken


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