Shah Rukh Khan: Bollywoods Sex-Gott fürchtet sich vor Liebesszenen

Der König des Bollywood-Films genießt in seiner Heimat Indien Kultstatus. Und auch hierzulande kann er sich vor weiblichen Fans kaum retten. Was ist dran an dem Mann? GALA traf ihn in München

Um zu wissen, wann Shah Rukh Khan den Raum betreten wird, muss man kein Hellseher sein. Ein vielstimmiges Kreischen, zuerst leise, dann immer schriller, kündigt sein Erscheinen in der ersten Etage des Hotels "Bayerischer Hof" an. Und da ist er, Indiens Sex-Gott, der Held aus über 90 quietschbunt-romantischen Bollywood-Filmen und Traum einer jeden indischen Frau. Heute schwitzt der Gott, tupft sich immer wieder vorsichtig mit einem blütenweißen Taschentuch über Gesicht und Augen.

Nach Deutschland ist der 50-Jährige in seiner Funktion als Testimonial des neuen Free-TV-Senders Zee.One gereist, der seit dem 29. Juli rund um die Uhr Bollywood-Produktionen zeigt. Vor dem Interview mit GALA wird Shah Rukh Khans perfekt frisiertes und antoupiertes Haar (er misst nur 1,73 Meter) noch mal schnell mit Haarspray in Hochform gebracht. Im Gespräch präsentiert er sich charmant, zugewandt – und lustig.

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©Gala

In Indien werden Sie wie eine Gottheit verehrt. Wann fühlen Sie sich wie ein Gott?

(lacht) Ach, das sagen doch nur die Leute so. Ich fühle mich als nichts Besonderes. Und wenn ich nach Hause komme und meine drei Kinder sich auf mich stürzen, ist es sowieso komplett vorbei mit dem Gottsein.

Und wann fühlen Sie sich wie ein Bettler?

Das weiß ich: wenn ich arbeite. Ich arbeite sehr hart, 18 bis 20 Stunden pro Tag. Natürlich wohne ich in schönen Hotels und bereise die ganze Welt – aber ich leiste auch viel dafür.

Wie zum Beispiel tanzen. Fast in jedem Film müssen Sie ran.

Für mich ist das ganz schön hart. Ich bin jedes Mal sehr nervös. Es gibt so viele indische Schauspieler, die das Tanzen perfekt beherrschen – ich gehöre leider nicht dazu. Früher habe ich vor einer Szene sehr viel geprobt, bis ich gemerkt habe, dass ich danach genauso schlecht war. (lacht) Also lasse ich das wieder. Warum wertvolle Zeit verschwenden?

Fallen Ihnen die Liebesszenen leichter?

Sie müssen wissen, dass ich wirklich sehr schüchtern bin (kleine Kunstpause, tiefer Blick). Es hilft, dass ich meine Filmpartnerinnen meist sehr gut kenne, lange mit ihnen arbeite und mit vielen befreundet bin. Mittlerweile sind einige so jung, dass sie schon als kleine Mädchen meine Filme geguckt haben. Sie alle helfen mir, meine Scheu zu überwinden.

Die Innenarchitektin Gauri Chibber, 45, heiratete Khan 1991. Da war er noch nicht berühmt

Auf Kommando weinen können Sie jedenfalls wunderbar.

Da ist viel Technik dabei. Ich lese die Szene und versuche, sie zu fühlen. Dieses Gefühl rufe ich beim Dreh wach. Manchmal bin ich auch traurig, dann geht's ganz einfach.

Schauen Sie sich Ihre Filme zu Hause mit der Familie an?

Meine eigenen? Nein! Bevor sie ins Kino kommen, veranstalten wir eine Testvorführung mit Freunden, da gucke ich hin. Sonst nicht.

Wie sieht das Familien-Unterhaltungsprogramm dann aus?

Ich bin Vater eines Dreijährigen, der sehr süß ist. Und mein 18-Jähriger … Moment, da fällt mir ein, er ist ja hier in München! Genau weiß ich es nicht, weil er seit Kurzem mit der Schule fertig ist und Europa bereist. Wahrscheinlich läuft er gerade durch die Gegend und sucht Pokémons. Mit ihm veranstalte ich Videospiel-Kämpfe, mit meiner 16-jährigen Tochter rede ich viel über Kim Kardashian, und mit meinem Kleinen spiele ich Batman oder Superman. Ich habe die letzten zwei Monate nicht gearbeitet und viel Zeit mit den dreien verbracht.

Ihr jüngstes Kind kam 2013 drei Monate zu früh zur Welt (AbRam wurde von einer Leihmutter ausgetragen, Anm. d. Red.). Was haben Sie empfunden, als Sie Ihren Sohn endlich in den Arm nehmen konnten?

Unglücklicherweise durfte ich ihn eineinhalb Monate nicht halten, weil er auf der Intensivstation um sein Leben gekämpft hat und ich mich zeitgleich einer schweren Schulteroperation unterziehen musste. Das war hart. Er war sehr klein und zart. Es war sehr schön, als er endlich zu uns kam.

Jede indische Frau träumt von Ihnen – Sie aber sind seit 25 Jahren nur mit einer verheiratet. Was ist Ihr Glücksrezept?

Es ist ganz schön schwierig, damit zurechtzukommen, wenn der Partner so sehr in der Öffentlichkeit steht wie ich. Meine Frau kann damit sehr gut umgehen. Unser zweites Geheimnis ist, dass wir uns sehr viel Freiraum lassen und nicht aneinanderkleben.

Wie glücklich sind Sie mit Ihrem Leben?

Aaah, darüber könnte ich ewig sprechen. Auf einer Skala von eins bis zehn würde ich sagen: siebeneinhalb. Aber bitte fragen Sie nicht, warum, sonst rede ich, bis Sie einschlafen.

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