Sascha Hehn: "Selbst böse Buben lächeln mich an"

Sascha Hehn ist nicht so zahm, wie er aussieht. Ein echtes Unikat! Nun spielt er in der ZDF-Sitcom "Lerchenberg" sich selbst - und demnächst den "Traumschiff"-Kapitän. Eine Begegnung mit dem ehemaligen idealen deutschen Schwiegersohn

Lange nicht gesehn, Herr Hehn! Wir hatten ihn schon vermisst. Schließlich war der "schöne Sascha" in den Achtzigerjahren aus dem deutschen Fernsehen nicht wegzudenken. Damals gab es wohl kaum eine Frau, die nicht heimlich für den langhaarigen Junior-Professor Udo Brinkmann aus der "Schwarzwaldklinik" oder den schmucken "Traumschiff"-Chefstewart Victor mit dem Bronzeteint schwärmte. Und auch wenn der heute 58-Jährige betont, nie ganz weg gewesen zu sein - mit der ZDF-Produktion "Lerchenberg" feiert er ein großes Comeback.

In der Satire (ZDFneo am 28. März, im ZDF ab 5. April) karikiert Sascha Hehn sich selbst: Er spielt den abgehalfterten TV-Star Sascha Hehn, für den sein Sender, das ZDF, einfach kein passendes Format mehr finden will. Dabei offenbart der gebürtige Münchner eine Riesenportion erfrischender Selbstironie.

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©RTL / Gala

Als wir ihn im Hotel "Bayrischer Hof" treffen, lächelt Sascha Hehn tiefenentspannt wie ein langbeiniger Buddha in Jeans und Sweatshirt. Sein Bronzeteint ist immer noch da. Er war gerade zum Dreh in Australien, in seiner neuen Rolle als "Traumschiff"- Kapitän. "Ladies first" sagt er und rückt den plüschigen Sessel zurecht. Für die richtige Plauderstimmung braucht es nicht viel - nur frische Luft, die muss für den Naturburschen, der in einer Blockhütte in den bayerischen Bergen wohnt, unbedingt sein. Er reißt das Fenster auf, draußen schneit es. "Die Menschen sind dauernd erkältet! Warum? Weil sie im Warmen sitzen. Ich bin so topfit, weil ich immer nur 20 Grad zu Hause habe." Aber Herr Hehn, wir wollen doch jetzt nicht über Krankheiten reden ...

In der Sitcom "Lerchenberg" spielen Sie zum ersten Mal sich selbst - eine große Herausforderung?

Eigentlich gibt es nichts Einfacheres, als sich selbst zu spielen. Es ist nur schwierig, sich selbst zu spielen, wenn du nicht der bist, den du spielst. Manchmal allerdings muss man sich fragen: Vorsicht, was ist nun echt? Wo übertreibst du?

Können Sie ein Beispiel nennen?

Nein. (lacht) Na gut: Es gibt eine Szene, in der Sascha auf dem Parkplatz einem anderen die Lücke vor der Nase wegschnappt. Klar, der würde für seinen eigenen Vorteil über Leichen gehen. Ich nicht, das kann ich nicht, so bin ich nicht.

In der vierteiligen ZDF-Sitcom soll Redakteurin Billie (Eva Löbau) dem gealterten TV-Star Sascha Hehn zum Comeback verhelfen. Doch der passt einfach in kein Format und treibt sie fast in den Wahnsinn.

Sehen Sie sich nach dem Dreh in einem anderen Licht?

Schwierig. Es hat mir in gewissen Situationen gefallen, neue Seiten an mir zu entdecken - ich wusste zum Beispiel gar nicht, dass ich so ehrgeizig sein kann. Ich bin eigentlich sehr gern ein fauler Mensch. Ich lasse mich nicht hetzen und zu diesem produktiven Dasein drängen. Allzeit bereit zu sein finde ich schrecklich.

Haben Sie deshalb auch keinen Agenten, weil Sie sich zu nichts drängen lassen wollen?

Nein, warum? Einen Anrufbeantworter habe ich auch zu Hause. Das ist tatsächlich wie in der Sitcom: Meine Nummer kennt eh die ganze Branche. Wer mich erreichen will, erreicht mich schon.

Sascha Hehn sagt in "Lerchenberg": "Ich bin selbst mein schärfster Kritiker".

Das stimmt im wahren Leben auch, ja. Es gibt Situationen, in denen ich mich gar nicht mehr sehen kann. Wo ich mich frage: Was machst du da eigentlich? Optisch auch! Dann sagt man sich hinterher, das machst du nie mehr wieder - das ist dann der Gesundungsprozess ...

Wie beim ARD-Film "Das Musikhotel am Wolfgangsee", den Sie als "Hartz-IV-Programm" bezeichneten?

Oh, das ist Schnee von vorgestern, da haben alle draus gelernt: So soll Fernsehen nicht sein!

Damals haben Sie gesagt, wenn das Fernsehen auf diesem Niveau bleibt, hören Sie auf zu spielen und mähen lieber jemandem den Rasen. Jetzt sind Sie wieder da.

Ja, weil wir ein tolles kleines Format haben, für das ich gerne arbeite. Arbeitszeit ist ja auch Lebenszeit. Für mich muss ein Projekt Sinn machen.

Im nächsten Jahr sehen wir Sie auch als "Traumschiff"-Kapitän. Was reizt Sie am Unterhaltungsfach?

TV-Serien

Diese Stars übernehmen Gastrollen

Eigentlich wollte Katja Burkhard nur zur 6000. Jubiläumsfolge von "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" berichten und hat prompt eine Rolle angeboten bekommen. Sie spielt eine Gerichtsreporterin und steht mit "Jo Gerner", Wolfgang Bahro und "Katrin Flemming", Ulrike Frank vor der Kamera.
Olivia Burkhart (als Fiona) und Lars Steinhöfel (als Easy) drehen mit der "GNTM"-Gewinnerin Jana Beller, die Model Lena spielt, eine Szene.
1993 spielt die 13 Jahre alte Michelle Williams eine Gastrolle in "Baywatch". In einer Drehpause lächelt sie mit ihrem gleichaltrigen Co-Star Jeremy Jackson in eine Fotokamera. Laut Jeremy Jackson sollen die beiden zu Zeiten von Baywatch auch ein Paar gewesen sein.
Teuflisch sexy ist Selma Blair in Charlie Sheens Sitcom "Anger Management" zu sehen.

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Die Zufriedenheit. Dass die Menschen abends mit einem Lächeln zu Bett gehen. Deswegen habe ich auch das "Traumschiff" zugesagt. Die Menschen sehen mich eben nicht als Kommissar und legen sich nach einem Mord schlafen mit mir, sondern sie kriegen eine schöne Auflösung und können besser einschlafen. Damit ist meiner Meinung nach meine Aufgabe erfüllt: Ich bin zum Unterhalten da. Mir gehört der positive Ausklang des Tages.

Wie haben Sie mit dem dazugehörigen Klischee des dauerblonden, ewig gebräunten Idealschwiegersohns gelebt?

Gut. Das war okay, es war ja ein sehr angenehmes Klischee. Die Reaktionen auf mich waren durchweg positiv. Ich bin nirgends hingekommen, wo die Leute gesagt haben: "Oh je, jetzt kommt der!" Ich habe in freudige Gesichter geschaut und tue das heute auch noch. Ich finde das schön. Wenn mir jemand Fremdes begegnet, strahlt er mich an. Selbst böse Buben lächeln mich an, wenn sie ein zweites Mal hinsehen. Das ist das Tolle bei mir.

Man nennt Sie ja auch den deutschen George Clooney.

Das ehrt mich, hat aber nichts mit der Realität zu tun. Ich bin mein eigener George.(lacht)

Als Dr. Udo Brinkmann in der Schwarzwaldklinik, hier mit Serienvater Klausjürgen Wussow und Schwester Hildegard (Eva Maria Bauer), rettete Sascha Hehn Leben und brach Herzen.

Früher haben Sie allen deutschen Frauen zwischen 20 und 80 den Kopf verdreht. Wirkt der Sascha-Charme heute noch?

Das kann ich nicht beantworten. Ich werde in zwei Jahren 60, und das ist gut so. Ich muss niemandem hinterherlaufen, um mir selbst zu beweisen, dass ich diesen Charme auch in meinen Sechzigern noch habe. Es ist nicht mein Lebensziel, Dinge zu erreichen, damit es anderen gefällt. Mein Lebensziel ist es, unterhaltend zu sein. Manche sagen verachtend, der ist ein Volksschauspieler. Ja, dann bin ich sehr gern ein Volksschauspieler.

In "Lerchenberg" ist Sascha Hehn eine unglaubliche Nervensäge: Er mischt sich ein, weiß alles besser und intrigiert. Und der Mensch Sascha Hehn?

Hat damit nichts zu tun. Ich bin jemand, der sehr liberal denkt. Ich lasse den Menschen ihre Freiheiten, mit Einschränkungen. Ich bin zum Beispiel für die Homo-Ehe, aber gegen das Recht gleichgeschlechtlicher Paare, Kinder zu adoptieren. Weil ich denke, Kinder brauchen einfach die Chance, stinknormal aufzuwachsen.

Eine sehr konservative Ansicht. Schließlich können Studien belegen, dass Kinder mit homosexuellen Eltern keine Nachteile im Vergleich zu denen aus klassischen Familien erleiden.

Ja, bei diesem Thema bin ich sehr konservativ. Obwohl ich eigentlich so frei bin und kein Heiliger, bestimmt nicht. Aber hier geht es um Kinder, und Kinder sind das höchste Gut menschlichen Daseins.

Gala

Inhaltsverzeichnis

Gala: Inhaltsverzeichnis

Warum haben Sie selbst keine Kinder?

Kinder haben nie in meine Lebensplanung gepasst. Das ging in meinem Beruf gar nicht. Ich wäre ja nie zu Hause gewesen, warum dann Kinder in die Welt setzen? Ich möchte kein Kind, um es dann in die Kita abzuschieben. Was soll das? Wenn ich schon Kinder habe, will ich die aufwachsen sehen, im Arm halten und nie mehr loslassen, zumindest die ersten vier Jahre. Und gerade als Scheidungskind hätte ich meinem eigenen Kind dann auf jeden Fall vorleben wollen, dass es schön ist, Eltern zu sein und zusammenzubleiben.

Sie haben einmal gesagt, Sie bräuchten viel Freiheit, das liege in der Natur des Mannes. Das ist ja auch ziemlich konservativ gedacht.

Nee, das liegt einfach in unserer Natur, jedenfalls in meiner. Kluge Frauen haben das erkannt.

Und was liegt in der Natur der Frau?

Dass sie uns Männern grundsätzlich überlegen ist. In der Natur des Mannes liegt, dass er immer versucht, das Gegenteil zu beweisen - aber das schafft er natürlich nicht. Im Grunde müssten sie sich auf einer Ebene treffen: Fair Play.

Haben Sie das in Ihrer elfjährigen Beziehung mit Ihrer Freundin Linda geschafft?

Das ist alles im Grünen Bereich. Ich sag’s immer wieder: Ich bin mit einer Top-Frau zusammen, und das ist gut so. Wir genießen diese Ruhe und unsere Privatsphäre, auch wir haben ein Recht darauf. Vielleicht habe ich dadurch nicht so viele Werbeaufträge wie andere. Aber dann verzichte ich gerne darauf.

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