Ross Antony: "Ich musste mitweinen"

Ab dem 21. Mai springt Ross Antony regelmäßig traurigen Kindern und verzweifelten Erziehern und Eltern zur Seite. In der neuen RTL II-Doku "Ross - Der Kindergartenboss" bringt er marode Kitas auf Vordermann. Gala.de hat mit dem Briten über seine größten Schock-Momente beim Dreh und seine Adoptionspläne gesprochen

Ross Antony

Warum sollen wir am 21. Mai einschalten, wenn Sie Ihre Arbeit als "Kindergartenboss" aufnehmen?

Weil es eine Sendung ist, bei der man was lernen kann. Lernen, wie die Zustände teilweise in Deutschland sind, dass auch hier bei uns - und nicht nur irgendwo im Ausland - an einigen Stellen das Geld fehlt. Und leider auch die Hilfe. Ich finde hier passt der englische Spruch "Charity starts at home".

Lena Gercke

Sie postet ein lustiges Video mit Freund Dustin

Dustin Schöne und Lena Gercke
Neben lustigen Videos haben Lena Gercke und Dustin Schöne auch schon Werbespots zusammen produziert.
©Gala

Was war die größte Herausforderung?

Ich war sehr schockiert von den Zuständen in einigen Kindergärten. Wir haben die schlimmsten Fälle ausgesucht, aber leider konnten wir nicht alle Kitas, die sich bei uns gemeldet haben und unbedingt Hilfe haben wollten, unterstützen. Das hat mir am Ende sehr weh getan. Ich hätte gern noch viel mehr gemacht, aber das ging in dem Moment nicht.

Was war besonders schockierend? Gibt es da ein konkretes Beispiel?

Ja, das war der Kindergarten in Essen. Der komplette Außenbereich war mit Baustellenband abgesperrt, weil das Betreten für die Kinder einfach zu gefährlich gewesen wäre. Da ragten Eisenstangen aus dem Boden heraus, das Klettergerüst war total verrostet und kaputt. Wenn da ein Kind raufgefallen wäre, das wäre lebensgefährlich gewesen. Ich finde es schlimm, dass erst ein Kamerateam kommen muss, damit was passiert.

Ross Antony hat offensichtlich viel Spaß mit den Kindern.

Wo liegt Ihrer Meinung nach das Problem?

Manche Kommunen stellen einfach kaum Gelder für die Kindergärten zur Verfügung. Teilweise stecken da die Erzieher und die Eltern ihr eigenes Geld in den Erhalt der Kitas und in den Kauf von Material. Und das sollte doch nun wirklich nicht so sein. Erzieher verdienen sowieso schon viel zu wenig. Und die meisten Eltern brauchen ihr Geld eigentlich auch für andere Dinge.

Was hat besonders viel Spaß gemacht?

Mit den Kindern zu spielen - das war das Beste (lacht). Ich hab mich wieder gefühlt wie ein kleines Kind. Das war einfach nur toll! Und es hat mich so gefreut zu sehen, wie begeistert die Kinder waren, wenn sie ihren 'neuen Kindergarten' nach der ganzen Arbeit zum ersten Mal gesehen haben. Da musste ich manchmal vor Freude mitweinen.

Wie sah das Team genau aus?

Es gab eine Leitung mit vier bis fünf Leuten und dazu kamen dann immer jeweils Eltern und Erzieherinnen der jeweiligen Einrichtung, die mit angepackt haben. Ihr Engagement hat mich am meisten beeindruckt. Es war so toll, wie die mitgemacht haben.

Das Wichtigste: Mit Spaß bei der Sache sein

Können Sie sich denn noch an Ihre eigene Kindergartenzeit erinnern?

Ja, sehr gut! Es war eine tolle Zeit, obwohl ich, glaube ich, ein Horror-Kind war. Immer im Sand, im Dreck und im Matsch gespielt. Und ich hatte eine ganz große Truppe von anderen Jungs und Mädchen um mich herum, mit denen ich gespielt habe. Wir haben ganz viel mit Seifenblasen gemacht (lacht).

Zusammen mit Ihrem Mann Paul betreiben Sie das Bed & Breakfast "Little Gables" in der Nähe von London. Gibt es da ein spezielles Angebot für Eltern mit Kindern?

Ja, natürlich! Wir haben ein Familienzimmer, eine ganz tolle Suite, die in zwei Zimmer unterteilt ist - ideal für Familien. Bei allem, was Paul und ich machen, werden auch immer Kinder berücksichtigt. Wir haben zu Hause auch schon ein Spielzimmer.

Sie hatten schon öfter darüber gesprochen, dass Ihr Mann und Sie ein Kind adoptieren wollen. Was ist aus dem Wunsch geworden?

Der Wunsch ist noch stärker geworden. Und ich verstehe es immer noch nicht: Es gibt so viele Kinder, denen es sehr schlecht geht. Denen verwehrt man, in einem liebevollen Umfeld aufzuwachsen, nur weil man meint, Homosexuelle dürfen keine Kinder adoptieren. Ich habe mir doch nicht ausgesucht, homosexuell zu sein. Nun werde ich dafür bestraft.

Ross Antony mit seinem Mann Paul Reeves bei der Arbeit an ihrem Bed&Breakfast "Little Gables".

Sind Sie Ihrem Ziel denn schon näher gekommen?

Wir kämpfen jedenfalls sehr stark dafür. Allerdings wollen wir auch unbedingt ein Kind in und aus Deutschland adoptieren. Wir sehen nicht ein, dass wir dafür ins Ausland gehen müssen. Denn schließlich leben ja hier in Deutschland Tausende von Kindern unter schlechten Bedingungen. Warum dann noch ein Kind aus dem Ausland holen?

Wenn Sie ein Kind hätten, wie stellen Sie sich die Betreuung vor? Denn schließlich sind Sie ja auch beruflich sehr eingespannt.

Das haben Paul und ich schon besprochen. Es würde immer nur einer von uns beiden arbeiten, sodass einer bei dem Kind sein kann. Sollten wir doch mal beide weg sein, haben wir ganz tolle Freunde, die sich kümmern würden. Und auch unsere Familie würde sich mit einbringen. Meine Mutter hat jetzt schon gesagt, dass sie sofort für ihr Enkelkind hierher ziehen würde. Sie könnte dann in unserer Einliegerwohnung wohnen. Wir haben das Glück, dass wir ganz viel Unterstützung haben!

Haben Sie auch noch Kontakt zu Giovanni, ihrem früheren "Bro'Sis"-Bandkollegen, und seiner Frau Jana Ina?

Ja, wir sehen uns oft. Neulich waren sie gerade hier, hatten auch die Kleine dabei, total süß! Wir haben so viele Freunde, die jetzt Kinder haben oder welche bekommen - das verstärkt unseren Wunsch natürlich.

Wissen Sie, wie die beiden ihre Kinder betreuen lassen, wenn sie mal nicht da sind?

Ja, die beiden haben eine Nanny, die regelmäßig kommt. Die beiden sind klasse Eltern. Jana Ina ist momentan ganz viel mit ihren Kindern zusammen und schwärmt davon, wie toll es ist, jetzt auch ein kleines Mädchen zu haben - und vor allem es süß anzuziehen (lacht).

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