Robert Redford im Interview "Deutschland hat mich schon immer sehr fasziniert"

Robert Redford
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Robert Redford wurde gerade 80. Deutschland war für ihn immer wichtig, nicht nur, weil seine Frau aus Hamburg kommt. Ein Gespräch über Karneval, Kunst und, na klar, Autos

Es gibt Menschen, die auch im hohen Alter noch eine jugendliche Aura haben. Robert Redford ist so ein Mensch. Kürzlich wurde er 80, doch ein Blick in seine blauen Augen reicht, und man fühlt sich sofort an die vielen Filme erinnert, die er mit seinem Gesicht und seiner Präsenz zu Klassikern der Kinogeschichte gemacht hat. Ab 28. August ist Redford in "Elliot, der Drache" zu sehen, ein gelungenes Remake des Disney-Films "Elliot, das Schmunzelmonster".

Beim GALA-Interview sagt Robert Redford: "In dem Film geht es um Träume. Wir sollten wieder mehr träumen, anstatt uns von der Technologie fertig produzierte Träume auf unsere Smartphones liefern zu lassen." Er selber habe nur ein einfaches Handy. Redford – Vater von vier Kindern – blickt ernst, und bleibt es auch das gesamte Gespräch über. Trotz seiner jugendlichen Ausstrahlung. Er ist eben keiner dieser unverbindlichen Smalltalk-Bubis, sondern ein großer Künstler.

Gerade sind Sie 80 Jahre alt geworden. Ist das Thema Rente ein Reizwort für Sie?

Stillstand ist einfach nicht mein Ding, ich mag es, geistig und körperlich aktiv zu sein. Ein Geburtstag ist für mich auch ein Tag wie jeder andere im Jahr. Da gibt's kein großes Spektakel. Ich bin kein Freund von glamourösen Partys, bei denen Reden geschwungen werden.

Redford ist in zweiter Ehe mit der deutschen Malerin Sibylle Szaggars, 59, verheiratet
Redford ist in zweiter Ehe mit der deutschen Malerin Sibylle Szaggars, 59, verheiratet
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Kindheit und Jugend prägen einen Menschen. Wie blicken Sie heute auf diese Lebensphase zurück?

Das waren sehr durchwachsene Jahre. Meine Familie hatte nicht viel, wir lebten oft am Existenzminimum. Ich war ein ziemlich verträumter Junge. In der Schule starrte ich meistens aus dem Fenster, weil mich nicht die Bohne interessierte, was die Lehrer von sich gaben. Mit der Folge, dass ich nicht besonders gut war. Manche Lehrer nannten mich wegen meiner schlechten Noten sogar einen dummen Schüler. Dabei war ich einfach nur anders.

Mit 19 Jahren reisten Sie per Anhalter durch Europa.

Ja, eine sehr spannende Zeit. Ich kam als Grünschnabel aus dem sonnenverwöhnten Kalifornien hierher und hatte keine Ahnung von gewachsener, jahrtausendealter Kultur. Es war mein Traum, Maler zu werden. Darum saugte ich in Ländern wie Italien, Frankreich und auch Deutschland alles auf, was die Kunstszene zu bieten hatte. Ich hatte kaum Geld damals, schlug mich als Straßenkünstler durch. Aber ich lernte so sehr viel über die Menschen und die Kulturen in Europa.

Haben Sie aus der Zeit eine besondere Erinnerung an Deutschland?

Deutschland hat mich schon immer sehr fasziniert, und ich hatte immer eine gute Zeit dort. 1964 wohnte ich mal für einige Wochen in München, weil ich dort einen Film drehte. Meine Familie war auch dabei, wir lebten in Schwabing. Es war um die Faschingszeit, die Leute feierten so ausgelassen, wie ich es zuvor noch nicht erlebt hatte. Ich bin dann irgendwie mit ein paar Typen im Hofbräuhaus versumpft.

Ihre Ehefrau ist gebürtige Hamburgerin. Sprechen Sie mittlerweile auch Deutsch?

Leider nur sehr wenige Worte. Ich kann höflich "Guten Tag" sagen und mir fast akzentfrei ein Bier bestellen, aber dann hört es auch schon auf. Wenn ich meiner Frau beim Telefonieren zuhöre, lerne ich manchmal einige Worte, die ich dann aber auch schnell wieder vergesse.

Wie oft sind Sie noch in Deutschland?

Etwa zweimal im Jahr. Ich mag die vielen Kanäle in Hamburg und den Hafen.

Sie sollen auch deutsche Autos sehr schätzen.

Ja, seit vielen Jahren. Ich hatte mal einen Volkswagen und seit zig Jahrzehnten bin ich auch begeisterter Porsche-Fahrer. Die Deutschen bauen noch immer die besten Autos.

Andreas Renner Gala


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